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Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Math.-Naturw. Fakultät | Botanisches Institut und Botanischer Garten
Gene im Essen
Siegel der Fakultät
Abteilung für Botanische Genetik und Molekularbiologie
Prof. Dr. Frank Kempken


Gene im Essen

In der Presse findet man fast nur, die unglücklich gewählte Bezeichnung "Gen-Wein" oder "Gen-Tomate". Unglücklich an der Formulierung ist, dass dem Unwissenden suggeriert wird, dass Nahrung normalerweise keine Gene enthält. Glaubt man einigen Meinungsumfragen aus dem Jahre 2000, dann meinten dies fast 50% der Konsumenten! Einige einfache Beispiele sollen helfen diesen Irrglauben zu widerlegen:
  • Man geht davon aus, dass Pflanzen mindestens 25.000 (!) verschiedene Gene besitzen. Auch für viele Mikroorganismen wie etwa die Bäckerhefe Saccharomyces cerevisiae kennt man bereits die genaue Zahl der Gene. Es sind immerhin fast 6.500! (Weizenbier-Freunde nehmen also mit jedem Schluck tausende von Genen auf!)
  • Ein bunt gemischter Salat mit zehn Pflanzensorten würde also bereits mit 10 x 25.000 = 250.000 Genen zu Buche schlagen.
  • Hierbei ist sogar noch zu berücksichtigen, dass jede lebende Pflanzenzelle (es gibt auch tote, wie z.B. Steinzellen) einen Satz dieser 25.000 Gene besitzt. In Abhängigkeit von der Salatmenge und Anzahl der Sorten kann eine Mahlzeit leicht 100.000.000.000.000 Gene enthalten (= 1000 x 1000 Milliarden). Eine wahrlich unvorstellbar große Zahl.
  • Natürlich enthält auch Fleisch, Fisch, Käse und Wurst DNA. Außerdem nehmen wir mit der Nahrung Bakterien auf, die jeweils ca. 2.000 bis 3.000 Gene besitzen. Insgesamt nimmt ein Mensch mit der Nahrung ca. 0,1 bis 1 g DNA pro Tag auf.
Fazit: Der Mensch nimmt täglich vergleichsweise riesige Mengen von DNA (und damit von Genen) auf. Diese DNA wird im menschlichen Verdauungstrakt abgebaut.
In Tierversuchen konnte man gelegentlich nachweisen, dass DNA noch kurzzeitig im Blut oder in Geweben anchweisbar ist. Eine dauerhafte Auswirkung hat dies aber nicht. Mittlerweile wurde das menschliche Genom sequenziert und somit der DNA-Aufbau analysiert. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Menschen DNA aus ihrer Nahrung aufnehmen und in ihr Genom dauerhaft einbauen oder gar solche Veränderungen vererben. Dies gilt für jede DNA - unabhängig davon, ob sie vom Menschen künstlich verändert wurde oder nicht.

[Die Zahlenbeispiele gehen auf Herrn PD Dr. Knoop (Ulm) und Herrn Prof. Nellen (Kassel) zurück.]



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