Pharmazeutisches Institut (Gesch.f. Direktor Prof. Dr. B. Clement) als PDF english

Pharmazie und die Forschungs- bzw. Fördersschwerpunkte der CAU Kiel

Pharmazeutisches Institut

Von den Schwerpunkten der CAU forscht das Pharmazeutische Institut besonders im Bereich der Angewandten Lebenswissenschaften. Dabei wird die komplette Palette der Arzneistofffindung („Drug Discovery“) aus synthetischen Verbindungen (Pharmazeutische Chemie) und aus biogenen Quellen (Pharmazeutische Biologie) als auch die Gewinnung neuer innovativer Arzneiformen (Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie) abgedeckt. Durch die Gewinnung von Wirkstoffen aus dem Meer trägt die Abteilung Pharmazeutische Biologie auch zu dem Schwerpunkt Meeres- und Geoforschung bei. Die Forschungsaktivitäten der Pharmazeutischen Technologie sind auch im Bereich des Förderschwerpunktes Nanowissenschaften/Oberflächenforschung anzusiedeln.

 

Abteilung Pharmazeutische/Medizinische Chemie (Prof. Beitz, Prof. Clement)

In der Pharmazeutischen/Medizinischen Chemie werden neue Wirkstofftargets, auch unter Heranziehung molekularbiologischer Methoden, identifiziert (Aquaporine, Enzyme aus dem Bereich des NO-Stoffwechsels), charakterisiert, validiert und in Testsysteme eingebracht. So entwickelte Testsysteme erlauben die Untersuchung von bekannten bzw. neuen Verbindungen zur Entdeckung von Leitstrukturen, die einer weiteren Optimierung unterzogen werden. Hierbei steht die Verbesserung der pharmakokinetischen Eigenschaften durch völlig neue Prodrug-Prinzipien im Vordergrund, die besonders auf der Entdeckung eines neuen humanen Enzyms beruht, welches in vivo die Prodrugs in die Wirkformel führt. So konnten zahlreiche Wirk- und Arzneistoffe so verändert werden, dass sie oral angewendet werden können. Produkte dieser Art wurden bis zur Marktreife entwickelt. Neben DFG-Fördermitteln stehen hierfür umfangreiche Drittmittel zur Verfügung, nicht zuletzt durch Übertragung der Patente in einen Patentfonds. Kooperationen mit andern Fakultäten bestehen dabei im Bereich der Prodrugs und der Entwicklung neuer Mittel zur Bekämpfung des Krebses bzw. der Psoriasis. Zusammenarbeiten mit der Pharmaindustrie sind überaus vielfältig und belegen den hohen Anwendungsbezug der durchgeführten Arbeiten und die ausgezeichnete Nutzbarkeit der aus den Grundlagenforschungen hervorgegangenen Konzepte. Im einzelnen werden die folgenden Projekte bearbeitet:

 

Abteilung Klinische Pharmazie (Prof. Kunze)

Die Forschungsschwerpunkte in der Klinischen Pharmazie sind geprägt durch eine langjährige Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Gieseler (UkSH, Campus Lübeck). Dabei steht die preklinische und klinische Forschung mit dem Ziel neue Therapieoptionen im Bereich der Onkologie zu finden im Vordergrund. Die Projekte werden von der DFG und zwei Industriepartnern unterstützt. Untersucht werden funktionelle und zellbiologische Effekte auf Patienten-Primärzellkulturen. Als einzelne Aspekte können die Transskriptionale und translationale Regulation von Protease aktivierten Rezeptoren (PAR1, PAR2), die Permeabiltätsänderungen von Epithelien (TEER-Messungen) sowie die Bestimmung von Resistenzen, Adhäsion, Migration und Invasion von Tumorzellen genannt werden.

Die zurzeit verfolgten Projekte können den Lebenswissenschaften zugeordnet werden:

 

Abteilung Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie (Prof. Steckel)

Die Arbeitsschwerpunkte der Pharmazeutischen Technologie und Biopharmazie liegen zum einen im Bereich der kolloidalen Systeme und Aerosole, zum anderen in der Materialcharakterisierung und Bestimmung der Wirkstofffreisetzung aus Drug Delivery-Systemen. Aus den dort erworbenen Kenntnissen zur Herstellung und Charakterisierung von Oberflächen und Nanopartikeln werden derzeit die folgenden inner- und außeruniversitären Kooperationsprojekte verfolgt, die sowohl dem Bereich der Lebenswissenschaften als auch der Nanowissenschaften/Oberflächenforschung zugeordnet werden können:

 

Abteilung Pharmazeutische Biologie (Prof. Alban, Prof. Blaschek, PD Dr. Classen)

Der Arbeitsgebiete der Pharmazeutischen Biologie sind sowohl dem Schwerpunkt Angewandte Lebenswissenschaften als auch der Meeres- und Geoforschung zuzuordnen, wobei das Projekt „Wirtschaftliche Nutzung von Ostsee-Makrophyten“ beide Schwerpunkte vereinigt. Im Zentrum der interdisziplinär ausgerichteten Forschung stehen Glykane / Glykobiologie. Es werden Glykane mikrobiellen, pflanzlichen und tierischen Ursprungs isoliert, charakterisiert, hinsichtlich ihrer biologischen Funktionen und pharmakologischen Aktivitäten untersucht und Nutzungsprofile mit dem Ziel der Verwertung erstellt. Partialsynthetisch werden definierte Glykanstrukturen hergestellt, die nicht nur Wirkstoffpotenzial besitzen (u.a. ein patentierter Entzündungshemmstoff), sondern auch als Werkzeuge dienen, Zusammenhänge zwischen Immunsystem, Tumormetastasierung/-progression und Hämostase zu erkennen und Targets für die Wirkstoffentwicklung zu identifizieren. In verschiedenen Projekten – in Kooperation mit der Pharmaindustrie und Medizinern - werden ferner Praxis-orientierte pharmazeutische und medizinische Fragestellungen bearbeitet, neue Testsysteme für Forschung, Qualitätskontrolle und Diagnostik entwickelt und Untersuchungen zur Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zugelassener Arzneimittel durchgeführt (z.B. Heparinskandal 2008, Heparin-induzierte Thrombozyopenie, Differenzierung von NMH, Misteltherapie, Stabilitätsuntersuchungen).