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Presseinformation 63/2006 vom 08.08.2006 | zur Druckversion

"Noch nicht ausgereift"

Stellungnahme zum neuen HSG vom Rektorat der Kieler Universität


"Die Christian-Albrechts-Universität steht einem Universitätsrat aus grundsätzlichen Erwägungen nach wie vor äußerst kritisch gegenüber", heißt es zu Beginn einer Stellungnahme, die das Wissenschaftsministerium von der Kieler Universität zum heutigen Tag (8. August) erbeten hatte. Die Universität reagiert damit auf den Referentenentwurf für ein neues Landeshochschulgesetz. Grundsätzlichen Widerspruch findet ebenfalls die geplante Präsidialverfassung, da sich die Rektoratsverfassung bewährt habe.

Einer der Hauptangriffspunkte ist nach wie vor die Zusammensetzung des Universitätsrates, der für alle drei Universitäten des Landes gedacht ist. "Man kann nicht drei ganz unterschiedliche Universitäten über einen Kamm scheren", so Professor Thomas Bauer, designierter Rektor. "Wir fordern Wissenschaftspolitik nicht für einzelne Regionen, sondern für das ganze Land Schleswig-Holstein. Das Zentrum der Wissenschaft liegt in Kiel. Die Kieler Uni ist fünf- beziehungsweise achtmal so groß wie die Unis in Lübeck oder Flensburg. Dieses Größenverhältnis muss sich in dem neuen Gremium abbilden. Deshalb muss die Christian-Albrechts-Universität mindestens vier Mitglieder für den Rat vorschlagen dürfen."

Kritik finden darüber hinaus die Kompetenzen des Gremiums: Der Universitätsrat soll in Einzelfällen unmittelbar in das Tagesgeschehen eingreifen. "Eine solche operative Kompetenz überfordert den Universitätsrat und wird ... strikt abgelehnt", so die Stellungnahme. Die derzeitige Planung bedeute laut Kanzler Oliver Herrmann zusätzliche Bürokratie und Reibungsverluste. Konflikte zwischen den Beteiligten seien vorprogrammiert. Deshalb müssten die wesentlichen Entscheidungen in der Hochschule, nämlich beim Senat, bleiben.

Professor Bauer macht es konkreter: "In dem Fall, wo der Universitätsrat, wie derzeit vorgesehen, einen hauptamtlichen Geschäftsführer und eine Geschäftsstelle bekommt, bilden wir einen zusätzlichen bürokratischen Überbau, der zusätzlich Zeit und Geld verschlingt." Da vorgesehen sei, dass die Universitäten die Kosten für das neue Gremium tragen, sollten diese auch darüber entscheiden, wie Geschäftsführer und Geschäftsstelle arbeiten.

"Es gibt durchaus auch positive Neuerungen", fasst Kanzler Herrmann die Stellungnahme der Universität zusammen, "etwa die Berufung neuer Professoren durch die Hochschulleitung. Insgesamt ist der Entwurf jedoch noch nicht ausgereift. Wenn nicht noch deutlich nachgebessert wird, bringt das Ministerium der Schleswig-Holsteinischen Forschungslandschaft mit dem neuen Gesetz nicht die erhofften Verbesserungen."




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