CAU - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Presseinformation 103/2006 vom 23.11.2006

Organische Strukturen für die Biowissenschaften

Neubau an der Christian Albrechts Universität


In der direkten Nachbarschaft zum Bioturm auf dem Gelände der CAU wird das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB) gebaut. Der Generalplaner und Leiter des Architektenteams, Professor Gunter Henn aus München, stellte heute (23.11.06) seine Entwürfe vor. Die Kosten betragen insgesamt 9,6 Mio Euro und werden gemeinsam durch Bund und Land aufgebracht. Baubeginn ist für Juni 2007, die Fertigstellung für Oktober 2008 vorgesehen.

Unter der Leitung der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH), Zweigniederlassung Kiel, wird ein dreigeschossiger Neubaukomplex an der Westseite mit unterirdischer Verbindung zum Bioturm errichtet. "Das ZMB wird allen molekularbiologisch arbeitenden Gruppen der Universität Kiel eine gemeinsame apparative Hochleistungsausstattung zur Verfügung stellen", erläuterte Tobias Schubotz, Leiter der GMSH-Zweigniederlassung Kiel. Die Bandbreite der Forschungsfragen ist groß: Hier wird die Evolution von Organismen untersucht, und Eiweiße werden als Grundbausteine des Lebens analysiert. Wieder andere Gruppen erforschen die genetischen Ursachen von Krankheiten und entwickeln molekularbiologisch-genetische Methoden, um beispielsweise Fortschritte in der Pflanzenzucht zu erzielen.

Das Architektenbüro Henn aus München, das den Zuschlag erhielt, verfügt über eine Menge Erfahrung in der Planung von High-Tech-Orten. Professor Gunter Henn und sein Team bauten bereits die Autostadt in Wolfsburg, die "Gläserne Manufaktur" in Dresden sowie mehre Universitätsgebäude. "Die Architektur der Räume muss den Wissensfluss, den Arbeitsprozess fördern", so das Credo des Architekten.

"Es ist vor allem die Hochdurchsatztechnik", ergänzt der Rektor der Kieler Universität, Professor Thomas Bauer, "die gemeinsame Infrastrukturen sinnvoll macht. Es gibt ja auch bisher schon in kleinerem Rahmen Gemeinschaftslabors. Alle mit diesen Methoden arbeitenden wissenschaftlichen Gruppen kommen nun mit ihren Apparaturen hier zusammen." Neben bereits vorhandener Technik, die einfließt, können zusätzlich 5 Mio in neue Großgeräte investiert werden. Das bringe nicht nur wirtschaftliche Synergien, sondern trage auch zur gegenseitigen Befruchtung der beteiligten Forschergruppen bei, so der Rektor.


Das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften

bündelt die Hochdurchsatztechnologie im Bereich
Genomklonierung
Gensequenzierung
SNP-Genotypisierung
Expressionsanalyse
Proteomanalyse

bündelt die Hochdurchsatztechnologie für sieben als Partner beteiligte Arbeitsgruppen und Institute:
Institut für Klinische Molekularbiologie
Zentrum für Biochemie und Molekularbiologie
Medizinische Informatik und Statistik/Bioinformatik
Arbeitsgruppe Molekulare Pflanzenzüchtung am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung
Lehrstuhl für Strukturbiologie (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät)
Zoologisches Institut
sowie für weitere zukünftige Nutzer

ist eng mit der Wirtschaft im Land aber auch darüber hinaus verbunden

dient als Forschungsplattform für das Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" und für den Exzellenzclusterantrag "Entzündungen an Grenzflächen"

beinhaltet 3.800 qm Grundrissfläche, davon etwa 2.000 qm Forschungsfläche

wird 9,6 Mio Euro Kosten für Bau und Technik benötigen (gemeinsam durch Bund und Land finanziert). Weitere 5 Mio Euro fließen bzw. sind bereits in die Geräteausstattung geflossen

wird geleitet von einem Direktorium:
Professor Stefan Schreiber (geschäftsführender Direktor), Klinik für Innere Medizin
Professor Thomas Bosch, Zoologie
Professor Frank Döring, Molekulare Ernährung
Professor Christian Jung, Pflanzenzüchtung
Professor Michael Krawczak, Medizinische Informatik
Professor Axel Scheidig, Strukturbiologie

ist in der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" als ein "Ort der Innovation 2006" ausgezeichnet worden.

Bauherr: Land Schleswig-Holstein
Architekt und Generalplaner: Henn Architekten, München, Berlin
Nutzer: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel



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