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Presseinformation 28/2007 vom 07.05.2007 | zur Druckversion

Bringen wir das Klima aus dem Takt?


Der Anstieg des Meeresspiegels gefährdet Menschen an den Küsten, auch bei uns in Norddeutschland. Der Klimawandel ist daher ein Thema, für das bereits Schülerinnen und Schüler sensibilisiert werden sollten. Was geschieht mit den Menschen, die dort, wo sie jetzt leben, nicht mehr leben können? Was wird aus denen, die nach uns leben werden? Die Suche nach Antworten findet in diversen gesellschaftlichen Räumen statt – auch im Klassenraum. Über 120 Experten und Lehrkräfte aus allen Schularten diskutierten am 5. Mai 2007 auf dem Landesfachtag Geographie des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) in zahlreichen Vorträgen und Workshops dieses Thema. Der Tagungsort war Programm: Am Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) erhielten die Teilnehmer Anregungen für einen modernen und standardorientierten Erdkundeunterricht.

"Die letzten Jahre haben gezeigt, dass sich Schulen den neuen Herausforderungen nach den PISA-Ergebnissen stellen müssen. Dabei darf aber nicht in den Hintergrund geraten, dass Schulen einen umfassenden Bildungs- und Erziehungsauftrag haben. Schülerinnen und Schüler sollen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern erzogen werden, die sich kritisch mit der Gesellschaft und ihrer Umwelt auseinandersetzen können. Dazu gehört, globale Probleme als Existenzfrage auch für das eigene Leben zu begreifen und diese mit konkretem Tun in der Schule und auch außerhalb zu verbinden. Insofern ist die Losung 'Global denken – lokal handeln' aktueller denn je und sollte ein Anliegen aller Fächer sein", machte Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des IQSH, in seiner Begrüßung deutlich. Das IQSH widme sich dem Thema in der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte, aber auch in speziellen Programmen wie z. B. 'Zukunftsschule.SH', das Schulen in Schleswig-Holstein für ihr Engagement bei einer nachhaltigen Entwicklung auszeichnet.


"Die Geographie bzw. der Erdkundeunterricht beschäftigt sich mit Räumen, auch mit aktuellen Ereignissen und ihren Folgen sowie mit Zusammenhängen. Das Fach Erdkunde setzt sich mit den Wechselbeziehungen zwischen Natur und Gesellschaft auseinander und hilft den Schülerinnen und Schülern dabei, sich die Welt zu erschließen. Sie sollen lernen, sich sachkundig und verantwortungsbewusst in unserer Welt zu verhalten und sich möglichst kompetent an der Bewältigung von Gegenwartsproblemen und Zukunftsaufgaben beteiligen können: Denn sie übergeben unseren Lebensraum an die folgende Generation", erläuterte Adelheid Rasch, die für die Veranstaltung verantwortliche IQSH-Landesfachberaterin Erdkunde, das Schwerpunktthema des Landesfachtages. "Wir wollen den Lehrkräften Anregungen geben, wie dieser Ansatz in einem zeitgemäßen und standardorientierten Erdkundeunterricht umgesetzt werden kann."

"Die Ausrichtung des diesjährigen Landesfachtages am Geographischen Institut der Kieler Universität spiegelt die enge Zusammenarbeit zwischen dem Fachteam Geographie am IQSH und der Fachwissenschaft wider. Durch die intensive Kooperation beider Einrichtungen ist ein rascher Transfer aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden in den Erdkundeunterricht unserer Schulen möglich. Die regelmäßigen Kontakte gestatten ein fortlaufendes Justieren von Unterrichtsinhalten an neuen Forschungsinhalten und einen permanenten Informationsaustausch. Sie leisten zudem einen guten Beitrag zur Einheit von Fachwissenschaft und schulischer Praxis", betonte Professor Rainer Duttmann, Geschäftsführender Direktor des Geographischen Institutes der CAU.

"Bringen wir das Klima aus dem Takt?" lautete der Titel des Impulsvortrages des Klimaexperten Professor Mojib Latif vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) an der CAU. Er skizzierte Hintergründe und vertrat die Ansicht, dass das Klimaproblem noch lösbar sei, wenn jetzt gehandelt werden würde. Eine gewisse weitere globale Erwärmung der Erde könne zwar nicht mehr verhindert werden, aber die ganz starken Veränderungen seien noch vermeidbar. Eine weitere Diskussionsgrundlage steuerte die Professorin Ingrid Hemmer von der Universität Eichstädt in ihrem Eingangsreferat bei: Sie erläuterte die von der Deutschen Gesellschaft für Geographie im Frühjahr 2006 entwickelten Bildungsstandards im Fach Geographie für den Mittleren Schulabschluss.

In neun Workshops ging es u. a. um Werteklärung im Erdkundeunterricht, um den Küstenschutz in Schleswig-Holstein, um das GLOBE Projekt des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) an der CAU, um "Gletscher - Fieberthermometer der Erde?" sowie darum, wie Schiffsbewegungen im Nord-Ostsee-Kanal auf dem Landesbildungsserver mit Google Earth life beobachtet und analysiert werden können.



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