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Presseinformation 17/2008 vom 29.02.2008 | zur Druckversion

Zivilcourage und humane Grundwerte ehren

Kieler Universität gedenkt Ferdinand Tönnies' und zeichnet herausragende Persönlichkeiten aus


Ferdinand Tönnies (1855 bis 1936) ist der Namensgeber einer neu geschaffenen Medaille. Sie soll an Persönlichkeiten verliehen werden, die bundesweit in beispielhafter Weise besondere wissenschaftliche, kulturelle oder politische Leistungen erbracht haben. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, an der Tönnies von 1913 bis 1933 Staatswissenschaften und Soziologie lehrte, legt diese Ehrung auf, "um Zivilcourage und unbestechliches, mutiges Eintreten für die humanen Grundwerte auszuzeichnen", so Rektor Professor Thomas Bauer, der Initiator des Preises. "Die Universität betont mit dieser Ehrung, dass sie sich diesen Grundwerten als Vorbedingung einer freien und unabhängigen Pflege der Wissenschaften verpflichtet fühlt." (Satzung) Die Medaille ist nicht mit einem Geldpreis verbunden.

Als Begründer der modernen Soziologie ist Tönnies eine internationale Größe in den politischen Wissenschaften. Er war führender Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Soziologie und deren einziger Präsident bis 1933. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war er einer der ersten, die aus dem Beamtenstand entlassen wurden: Als aufrechter Demokrat hatte er den Mut gehabt, Hitler öffentlich zu kritisieren. Er starb 1936 in Kiel im Alter von 80 Jahren.

Eine an der Kieler Universität eigens eingerichtete Tönnies-Kommission schlägt vor, wer den Preis erhält, der "höchstens einmal jährlich" (Satzung) vergeben wird. Der Kommission gehören Vertreter aller Fakultäten, der Vorstand des AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) sowie ein Vertreter des Rektorates an. In letzter Instanz entscheidet der Senat der Universität über den Preisträger. Mit einer Entscheidung, wer der erste Preisträger wird, ist im Frühjahr zu rechnen.

Die Gestaltung der Medaille war Gegenstand eines Wettbewerbs in der Bildhauerklasse der Muthesius-Kunsthochschule. Professorin Elisabeth Wagner hatte mit ihren Studierenden Entwürfe erarbeiten lassen. Gewonnen hat den Wettbewerb Andreas Peiffer, von dem die nun zu vergebende Medaille stammt.



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