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Presseinformation 93/2008 vom 09.10.2008 | zur Druckversion

Kieler Forscher entdecken seltenes Tonobjekt in Bosnien

Johannes Müller: "Pyramidenform kein Hinweis für die Existenz von bosnischen Pyramiden"


Archäologen der Kieler Universität haben bei ihren jüngsten Grabungen im bosnischen Visoko das pyramidenförmige Unterteil eines Tongefäßes gefunden. "In Bosnien schlägt dieser Fund hohe Wellen, denn dort vermuteten Amateurarchäologen seit Jahren die ersten Pyramiden Europas", berichtet Professor Johannes Müller, der die Grabungen geleitet hat. "Das ist aus wissenschaftlicher Sicht Unfug." Bei dem Fund – dessen Oberteil abgebrochen ist – handele es sich keineswegs um die Überreste einer Pyramide, sondern um das Fragment eines häuslichen Gegenstandes, vermutlich eines Räuchergefäßes. Das zirka faustgroße Fundstück ist mit Dreiecken verziert und wird auf etwa 4000 vor Christus geschätzt. "Vergleichbare Funde dieser Art stammen aus Ungarn. Das heißt, es könnte entweder von dort importiert oder kopiert worden sein", erklärt der örtliche Grabungsleiter Robert Hofmann.

Das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel führt bereits seit 2002 gemeinsam mit dem Bosnisch-Herzegowinischen Landesmuseum Sarajewo (Zemaljski Muzej) und der Römisch-Germanischen Kommission Frankfurt des Deutschen Archäologischen Instituts archäologische Untersuchungen in Zentralbosnien durch. Bei den aktuellen Grabungen vom 1. September bis zum 3. Oktober waren erstmals auch drei Doktoranden – Archäologen, Botaniker und Geologen – der neuen Kieler Graduiertenschule "Entwicklung menschlicher Gesellschaften in Landschaften" beteiligt. Sie dokumentierten unter anderem Bodenprofile der Region, die Rückschlüsse zur Landnutzung in prähistorischer Zeit liefern.

Weitere Infos zum Projekt
www.okoliste.uni-kiel.de/

Folgende Fotos zum Thema stehen zum Download bereit:

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Bildunterschrift: Kieler Archäologen fanden den pyramidenförmigen dekorierten Tonsockel in Bosnien. Er hilft ihnen, Kommunikationswege in der Steinzeit zu rekonstruieren.
Copyright: CAU, Foto: Antonia Höhne

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Bildunterschrift: Im zentralen Flussgebiet der Bosna untersuchen die Kieler exemplarisch die geografisch gut abgrenzbare Siedlungskammer bei der Stadt Visoko.
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Bildunterschrift: Das Kieler Grabungsteam ist der gesellschaftlichen Entwicklung in Bosnien auf der Spur.
Copyright: CAU, Foto: Robert Hofmann

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Bildunterschrift: Zurück in Kiel: Die Archäologen Professor Johannes Müller und Robert Hofmann begutachten Grabungsproben.
Copyright: CAU, Foto: Sandra Ogriseck

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Kontakt: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Institut für Ur- und Frühgeschichte, Professor Johannes Müller, Tel: 0431-880-3391, e-mail: johannes.müller@ufg.uni-kiel.de
Robert Hofmann, Tel: 0431-880-2610, E-Mail: robert.hofmann@ufg.uni-kiel.de



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