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Presseinformation 108/2010 vom 05.07.2010 | zur Druckversion

CAU verleiht Ferdinand-Tönnies-Medaille


Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel verleiht an Personen, die sich durch besondere wissenschaftliche, kulturelle und/oder politische Leistungen im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung ausgezeichnet haben, die Ferdinand-Tönnies-Medaille.

Die Auszeichnung ist bisher erst einmal an Dr. Jan-Phillipp Reemtsma übergeben worden. Am Freitag, 02.07.2010, hat Professor Dr. Gerhard Fouquet, Präsident der CAU, die Medaille Professor Dr. Richard Schröder in einem Festakt im Auditorium Maximum, Hörsaal A, verliehen. Die Laudatio sprach Norbert Gansel, Oberbürgermeister i. R. der Stadt Kiel (1997 bis 2003). Norbert Gansel, der mit Professor Schröder in der Zeit der deutschen Wiedervereinigung zusammengearbeitet hatte, ist mit ihm eng verbunden.

Professor Dr. Richard Schröder ist Theologe und Philosoph. 1977 promovierte er an der Kirchlichen Hochschule Sprachenkonvikt, Ostberlin. Staatlich anerkannt wurde die Promotion 1990 durch die frei gewählte DDR-Regierung. Nach seiner Tätigkeit als Pfarrer in Wiederstedt bei Hettstedt/Harz war Richard Schröder als Dozent für Philosophie in Berlin und Naumburg tätig. 1991 wurde er an der Kirchlichen Hochschule Leipzig habilitiert. 1993 erfolgte die Berufung zum Professor auf den Lehrstuhl für Philosophie in Verbindung mit Systematischer Theologie an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin.

In der Ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung war Richard Schröder 1988 Mitarbeiter und Berater der Arbeitsgruppe Mehr Gerechtigkeit in der DDR. 1989 trat er in die SPD ein. Nach Mitarbeit am Runden Tisch wurde er in die erste frei gewählte Volkskammer gesandt und war von April bis August 1990 Vorsitzender der SPD Fraktion. Nach der Vereinigung bis zum Ende der Legislaturperiode war er Mitglied des Bundestages.

Seit 1992 gehört er der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und des Beirates beim Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR an. Er ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nationalstiftung und Vorsitzender des Beirates der Evangelischen Akademie zu Berlin, darüber hinaus ist er Mitglied des nationalen Ethikrates. Im Jahre 2004 wurde Schröder zum Vorsitzenden des Fördervereins Berliner Schloss gewählt.

Durch seine Leistungen und sein Wirken war Professor Schröder lange Jahrzehnte im Sinne des Namensgebers der Auszeichnung, Ferdinand Tönnies, erfolgreich tätig. Professor Ferdinand Tönnies gehörte zu den bedeutenden Wissenschaftlern der Universität Kiel. Ferdinand Tönnies, geboren 1855 bei Oldeswort, gestorben 1936 in Kiel, war Soziologe, Nationalökonom und Philosoph. 1881 habilitierte er sich an der Universität Kiel. Mit seinem 1887 erschienenen Grundlagenwerk Gemeinschaft und Gesellschaft veröffentlichte er das erste deutsche explizit soziologische Werk. Er war ein Vertreter der Einheit aller Wissenschaften und hat in beispielhafter Weise demokratische Gesinnung, soziales Engagement, politische Weitsicht sowie unbestechliches und mutiges Eintreten für die humanen Grundwerte bewiesen.

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel betont mit dieser Ehrung, dass sie sich diesen Grundwerten als Vorbedingung einer freien und unabhängigen Pflege der Wissenschaften verpflichtet fühlt. Sie erkennt gleichzeitig an, dass diese Grundwerte nur durch den persönlichen Einsatz und besondere Leistungen hervorragender Bürger im öffentlichen Bewusstsein lebendig gehalten werden.

Zwei Fotos zum Thema stehen zum Download bereit unter:

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Bildunterschrift: Norbert Gansel, Oberbürgermeister i. R. der Stadt Kiel, spricht die Laudatio. Copyright: CAU, Foto: Dr. Anke Feiler-Kramer

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Bildunterschrift: Professor Dr. Gerhard Fouquet, Präsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, verleiht Professor Dr. Richard Schröder die Ferdinand-Tönnies-Medaille. Copyright: CAU, Foto: Dr. Anke Feiler-Kramer

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