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Presseinformation 85/2011 vom 05.07.2011 | zur Druckversion

Sieben auf einen Schlag: CAU besteht den Praxistest


In diesem Jahr zeichnete die Innovationsstiftung Schleswig-Holstein sechs Professoren und eine Professorin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) für erfolgreichen Wissenstransfer aus. Die Prämien gehen an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die ihr Know-how in der Wirtschaft verbreiten. Insgesamt gab es in diesem Jahr 19 Empfänger der Transferprämie. Um eine der Prämien zu erhalten, müssen Institute intensiv mit Unternehmen kooperieren, Patente anmelden, Existenzgründungen unterstützen oder für die Praxis publizieren. Der Förderbetrag liegt zwischen 5.000 und 20.000 Euro.

An der CAU gehören zu den Prämienträgern 2011 die Professoren Rainer Adelung (Institut für Materialwissenschaft), Stanislav Gorb (Zoologisches Institut), Wilhelm Hasselbring (Institut für Informatik), Christian Jung (Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung), Reinhard Koch (Institut für Informatik), Carsten Schulz (Institut für Tierzucht und Tierhaltung) sowie Professorin Karin Schwarz (Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde).

„Die Transferprämie demonstriert die Praxistauglichkeit der Forschungsprojekte an der Kieler Universität. Es ist wichtig, dass wir gerade in diesem Bereich noch stärker werden. Wir wollen zeigen: Hochschulen und Wirtschaft – das gehört zusammen“, sagt Birgit Friedl, Vizepräsidentin der CAU und verantwortlich für die Bereiche Wissens- und Technologietransfer sowie Diversity-Management.

Die ausgezeichneten Projekte im Einzelnen:

Professor Rainer Adelung kooperiert seit einem Jahr mit der Firma Nanoproofed aus Gleschendorf. „Wir entwickeln und analysieren neuartige Antifoulingbeschichtungen auf ZnO-Basis und testen auch gleich ihre Wirksamkeit“, erläutert Adelung. Diese Beschichtung soll den Bewuchs an Schiffsrümpfen verhindern und so den Kraftstoffverbrauch in der Schifffahrt weiter senken.

Ein weiterer prämierter Bereich ist die Aquakultur. Die Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) arbeitet seit 2009 auf diesem Feld. Die CAU ist Mitgesellschafterin. Die GMA kooperiert in unterschiedlichen Projekten mit Unternehmen, die eine nachhaltige Aquakulturentwicklung im Blick haben. Im Zentrum der Arbeiten von Professor Carsten Schulz stehen dabei technologische und biologische Ansätze zur Optimierung von Kreislaufverfahren der Aquakultur.

Professor Wilhelm Hasselbring arbeitet mit daran, einen Kompetenzverbund Software System Engineering (KoSSE) als regionale Transfereinrichtung für Schleswig-Holstein einzurichten. Hier arbeitet er in drittmittelgeförderten Transferprojekten mit den regionalen Unternehmen wie b+m Informatik AG, Funkwerk IT GmbH, Itemis AG, Dataport und der HSH Nordbank AG zusammen. KoSSE soll als „Marke“ für den Wissens- und Technologietransfer in Schleswig-Holstein im Bereich Software System Engineering etabliert werden.

Am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung hat sich die Zusammenarbeit mit der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG (NPZ) in Hohenlieth bei Eckernförde für Professor Christian Jung gelohnt. Dabei ging es um die Erzeugung von Raps-Mutanten mit neuartigen Qualitätseigenschaften als Grundlage für die Züchtung neuer Sorten. Im zweiten Projekt „Selektion und Charakterisierung von Gerste mit Resistenz gegen frei lebende Nematoden“ gelang es ihm gemeinsam mit der Nordsaat GmbH, resistente Gersten zu identifizieren, die nun ebenfalls für züchterische Zwecke zur Verfügung stehen.

Professor Reinhard Koch betreute im vergangenen Jahr neun Projekte mit industrieller Beteiligung. Zwei von ihnen beschäftigten sich beispielsweise mit der Erzeugung von 3D-Bildern für die Werbung sowie mit 3D-Fernsehen. Dabei arbeitet das Institut für Informatik eng mit Partnern wie dem Fraunhofer Institut für Physikalische Messtechnik, Euromediahouse und Philips Consumer Electronics zusammen. Ein weiterer bedeutender Bereich ist die Visualisierung und Verarbeitung maritimer Daten und Unterwasser-Rekonstruktionen aus Bildern.

Die Abteilung Lebensmitteltechnologie von Professorin Karin Schwarz arbeitet unter anderem in fünf Forschungsprojekten mit der Lebensmittelwirtschaft in Bereichen wie funktionelle Milchprodukte, Mikroverkapselung von Biowirkstoffen und Lebensmitteladditiven aus Nebenprodukten der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft zusammen. Des Weiteren ist in der Kategorie Wissenstransfer das Weiterbildungsprogramm Food Facts zu nennen: Hier bietet die Abteilung Lebensmitteltechnologie in Kooperation mit dem KIN e.V. in Neumünster verschiedene Seminare in den Bereichen Organisation, Qualitätsmanagement und Sensorik an.

Professor Stanislav Gorb, einer der Direktoren des Zoologischen Instituts, steuert in den Projekten Ideen aus der biologischen Forschung für neue Materialien und Oberflächen bei. Zudem besteht die Arbeit in der Entwicklung von Prototypen für technologische Anwendungen. Ein dritter Schwerpunkt besteht in der strukturellen und mechanischen Charakterisierung von biologischen und künstlichen Oberflächen. Ein Beispiel von vielen dafür ist klebstofffreies Haftmaterial, das gemeinsam mit der Gottlieb Binder GmbH entwickelt wird.

Zu den jeweiligen Projekten kommen noch zahlreiche Publikationen aller Beteiligten, die die Transferprämien rechtfertigten.



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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