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Presseinformation 136/2011 vom 27.09.2011 | zur Druckversion

25 Sekunden in der Schwerelosigkeit

Kieler Plasmaphysiker nehmen an Parabelflügen teil


Bestimmte Phänomene lassen sich nur unter Schwerelosigkeit richtig untersuchen. Die Dynamik von Staubpartikeln im Plasma gehört dazu. Nur im Zustand der Schwerelosigkeit gelingt es, ein dreidimensionales Bild davon zu erstellen. Ein Team von Plasmaphysikern aus der Arbeitsgruppe von Professor Alexander Piel am Institut für Experimentelle und Angewandte Physik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) sowie Kolleginnen und Kollegen der Universität Greifswald unter Leitung von Professor André Melzer gingen dafür zum zehnten Mal auf einen Parabelflug. Die vom deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geförderten Forscherinnen und Forscher nutzten einen speziell dafür umgebauten Airbus A300.

Damit ein Zustand nahe der Schwerelosigkeit erreicht werden kann, fliegt der Airbus Parabeln. Es beginnt mit einem steilen Aufstieg aus etwa 6.000 Metern, bevor es bei knapp 9.000 Meter Höhe zum Sturzflug kommt. Während dieser beiden Phasen herrscht die zweifache Erdanziehungskraft. Dazwischen besteht für etwa 25 Sekunden im Flugzeug nahezu Schwerelosigkeit. In der kurzen Zeit experimentieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Damit sich die Versuche auch lohnen, fliegt das Flugzeug etwa 30 Parabeln, bevor es nach rund drei Stunden wieder landet.

Das Team konnte mit Hilfe neuester Kamerasysteme die Dynamik der Partikel im Plasma untersuchen. Plasma gilt allgemein als ungeordnetster Zustand der Materie. Es ist der Stoff, aus dem Blitze, Nordlichter oder das leuchtende Medium in der Energiesparlampe und in Plasmabildschirmen bestehen. „Befinden sich kleine Staubpartikel im Plasma, dann spricht man von staubigen oder komplexen Plasmen. In diesen können sich die Partikel trotz der hohen Temperatur zu regelmäßigen Mustern zusammenfügen oder vielfältige dynamische Vorgänge zeigen“, erläutert Dr. Oliver Arp vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik. Schwerpunkte der diesjährigen Untersuchungen waren Wellen und nichtlineare Phänomene in ausgedehnten dreidimensionalen Staubwolken.

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Bildunterschrift: Mit dem umgebauten A300 Zero G startet die Deutsche Luft- und Raumfahrt von Bordeaux aus die Parabelflüge. Die Passagiere befinden sich während einer Flugphase etwa 25 Sekunden nahe der Schwerelosigkeit. Beim Steig- und Sinkflug herrscht hingegen fast die doppelte Erdanziehungskraft.
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Kontakt:
Dr. Oliver Arp
AG Plasmadynamik
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik
Tel: +49(0)431/880-3879
E-Mail: arp@physik.uni-kiel.de



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