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Presseinformation 6/2012 vom 05.01.2012 | zur Druckversion

Dem Fettpolster an den Kragen

Neuartiges Kernspin-Gerät erlaubt präzise Fettmessungen


Er ist der Albtraum vieler Übergewichtiger: der JoJo-Effekt. Mühsam herunter gehungerte Pfunde tauchen nach dem Ende des Fastens ohne ersichtlichen Grund wieder auf. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gehen dem auch „catch-up fat“ genannten Phänomen jetzt mit einer neuen Messmethode und einem speziellen, weltweit nur siebenmal verfügbaren Großgerät (EchoMRI) auf den Grund.

Über 340.000 Euro haben die CAU und das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein nach Begutachtung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam in das Gerät aus Texas investiert. „Die Untersuchung der Körperzusammensetzung mittels dieser quantitativen Magnet-Resonanz-Methode ist in Deutschland einmalig“, sagt Dr. Anja Bosy-Westphal von der Abteilung Humanernährung der CAU.

Die Funktionsweise des EchoMRI basiert auf der Kernspinresonanz (NMR) und liefert Informationen über die chemische Zusammensetzung von Geweben. Im Gegensatz zur konventionellen Magnetresonanztomographie (MRT) kommt sie aber mit geringen Feldstärken, ohne Kompressor und ohne Helium aus, was tägliche Messungen erlaubt und die Betriebskosten senkt. Zudem sind mit dem Gerät Veränderungen des Fettanteils bis zu 200 Gramm feststellbar. „Damit ist das EchoMRI präziser als alle herkömmlichen und als Referenzstandard akzeptierten Methoden“, betont Bosy-Westphal. Neben den bildgebenden MRT-Messungen ist das Verfahren für die Forschung essentiell. „Wir benutzen diese Informationen, um Risikogruppen für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas zu identifizieren und Diäten zu erproben, die den Blutzuckerspiegel nur wenig ansteigen lassen“, erklärt Bosy-Westphal.

Für eine sechswöchige Ernährungsstudie, die im Februar beginnt, werden noch normalgewichtige männliche Personen bis 40 Jahre gesucht. Die Aufwandsentschädigung beträgt 1200 Euro. Interessenten melden sich bei:

Dr. Anja Bosy-Westphal
Tel. 0431/880-5680 oder 0431/880-5618
abosyw@nutrfoodsc.uni-kiel.de


Dr. Anja Bosy-Westphal und Professor Manfred James Müller leiten die Arbeitsgruppe „Funktionelle Körperzusammensetzung und Regulation des Körpergewichts“. Diese erforscht unter anderem die Entstehung und Vermeidung des JoJo-Effekts. Die Arbeit erfolgt im Referenzzentrum für Körperzusammensetzung innerhalb des Kompetenznetzes Adipositas, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

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Bildunterschrift: Erste Tests mit Probanden: Das neue Kernspin-Gerät der Abteilung Humanernährung der CAU liefert den Projektverantwortlichen Anja Bosy-Westphal (rechts) und Manfred James Müller genaue Informationen zur Körperzusammensetzung.
Copyright: CAU, Foto: Schimmelpfennig

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www.uni-kiel.de/download/pm/2012/2012-006-1.jpg

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Bildunterschrift: Erforschen Entstehung und Vermeidung von Übergewicht: Manfred James Müller und Anja Bosy-Westphal.
Copyright: CAU, Foto: Schimmelpfennig

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Kontakt:
Dr. Anja Bosy-Westphal
Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde
Abteilung Humanernährung
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Tel. 0431/880-5674
E-Mail: abosyw@nutrfoodsc.uni-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Presse und Kommunikation, Dr. Boris Pawlowski, Text: Denis Schimmelpfennig
Postanschrift: D-24098 Kiel, Telefon: (0431) 880-2104, Telefax: (0431) 880-1355
e-mail: presse@uv.uni-kiel.de