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Presseinformation 53/2012 vom 24.02.2012 | zur Druckversion

„Meine wissenschaftliche Heimat ist die Kieler Universität“

Koreanischer Wiedervereinigungsminister besucht seine Alma Mater


Auf seiner Reise nach Berlin und Brüssel ließ es sich der Wiedervereinigungsminister der Republik Korea, H.E. Dr. Woo-ik Yu, nicht nehmen, seine Alma Mater die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) zu besuchen. Heute, 24. Februar, begrüßte das Präsidium der Universität den ehemaligen Doktoranden des Geographischen Instituts. In einem vollen Hörsaal sprach Yu über seine persönlichen Erlebnisse in Deutschland und wie ihn dieser Aufenthalt für sein weiteres Leben und Wirken geprägt hat.

„Meine Studienzeit in Deutschland bot mir in meinem bisherigen Leben ein solides Fundament für mein Denken und Handeln. Besonders mein Studium in Geographie, Geschichte und Soziologie an der Universität Kiel und die Lehren der Deutschen Einheit lieferten mir auf meinem Werdegang vom Studenten aus einem armen geteilten Land zum Wiedervereinigungsminister stetig geistige Nahrung“, sagte Yu während seines Vortrags. „Mit meinen deutschen Freunden hatte ich eine Wette geschlossen, welches unserer Länder früher wiedervereinigt werden würde. Diese Wette habe ich zwar verloren, aber die Wiedervereinigung Deutschlands habe ich natürlich von ganzem Herzen begrüßt. Auch heute möchte ich Deutschland meine unbegrenzte Bewunderung für die Bewältigung des Einigungsprozesses aussprechen. Mit der gewonnenen Erfahrung und Weisheit bitte ich nun um Unterstützung für das Land des Studenten, der seine Wette einst verlor.“

Trotz der derzeitig angespannten Situation beider Länder spricht sich Woo-ik Yu für eine „Geopolitische Versöhnung“ von Nord- und Südkorea aus. Beide müssen „ihr eigenes Verhältnis strategisch entwickeln und sich weiterhin aktiv bewegen. Dies ist natürlich keine leichte Aufgabe.“ Yu nennt drei Punkte, die für eine Wiedervereinigung Koreas unter anderem wichtig sind: 1. Ein stabiler Kanal für einen Dialog, der auch der Entnuklearisierung Nordkoreas dient, 2. die Vorbereitung auf eine mögliche Wiedervereinigung, und 3. die Verstärkung von Kommunikation und Kooperation mit Nachbarstaaten.

Bei dem anschließenden Empfang des CAU-Vizepräsidenten Professor Thomas Bosch mit Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und GEOMAR-Direktor Professor Peter Herzig, freuten sich die Gäste auf künftige Kooperationsprojekte mit Korea.

„Wir sind sehr geehrt, dass sich Dr. Yu nach über dreißig Jahren immer noch stark mit der Christian-Albrechts-Universität verbunden fühlt und sich gern an seine Promotionszeit in Kiel erinnert. Diese Bande wollen wir weiter knüpfen. Mit Woo-ik Yu, der eine lange Zeit als Geographie-Professor und Vizepräsident für Akademische Angelegenheiten an der Universität Seoul gewirkt hat, gewinnen wir einen engagierten Wissenschaftler und Politiker als Brücke nach Korea“, sagt Professor Bosch.

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen begrüßte den Gast aus Korea in Schleswig-Holstein und warb für den Ausbau internationaler Kontakte: „Für den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein sind internationale Kooperationen sehr wertvoll. Wissenschaft lebt vom Austausch über die Grenzen hinweg“, sagte er. Schon jetzt sei Schleswig-Holstein bei den Themen Meeresforschung und Lebenswissenschaften deutschlandweit führend und in der Exzellenzinitiative ausgesprochen erfolgreich. Deshalb sei auch der internationale Austausch enorm wichtig und von großer Bedeutung.

Der Direktor des GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Professor Peter Herzig, hob die bereits existierende Zusammenarbeit mit Meeresforschungsinstituten hervor: „Das GEOMAR kooperiert in verschiedenen Gebieten schon seit Jahren erfolgreich mit koreanischen Einrichtungen. Dazu zählt insbesondere die Gashydratforschung, aber auch die Ozeanmodellierung sowie die Erkundung mineralischer Rohstoffe“.

Zur Person:
Nach seiner Promotion 1980 in Kiel ging Woo-ik Yu zurück in die südkoreanische Heimat, wo er unter anderem in Führungspositionen an der Seoul National University tätig war. Neben seinen herausragenden akademischen Leistungen fasste Dr. Woo-ik Yu auch politisch schnell Fuß. So war er unter anderem Botschafter in China, Mitglied des Beratungsgremiums des früheren koreanischen Präsidenten Kim Young-sam sowie Stabschef des amtierenden koreanischen Präsidenten Lee Myung-bak. Seit 2011 ist Dr. Woo-ik Yu Wiedervereinigungsminister der Republik Korea.

Folgende Fotos zum Thema stehen zum Download bereit:

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Bildunterschrift: Woo-ik Yu besucht die Kieler Universität. Zahlreiche Gäste aus Deutschland und Korea besuchten seinen Vortrag.
Foto: Claudia Eulitz, Copyright: CAU

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Bildunterschrift: Im Geologisch-Mineralogischen Museum sprach der Wiedervereinigungsminister mit alten Freunden und sah sich die CAU-Ausstellung Fossil Art an.
Foto: Claudia Eulitz, Copyright: CAU

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Bildunterschrift: CAU-Vizepräsident Professor Thomas Bosch übergibt die Gastgeschenke der Universität.
Foto: Claudia Eulitz, Copyright: CAU

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Bildunterschrift: GEOMAR-Direktor Peter Herzig besucht Korea in Kürze persönlich, um mit koreanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern künftige Projekte in der Meeresforschung zu besprechen.
Foto: Claudia Eulitz, Copyright: CAU

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Bildunterschrift: (von links) CAU-Vizepräsidentin Professorin Birgit Friedl, Generalkonsul Seon-hong Sohn, Wiedervereinigungsminister Dr. Woo-ik Yu und CAU-Vizepräsident Professor Thomas Bosch.
Foto: Claudia Eulitz, Copyright: CAU

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Bildunterschrift: Am Vormittag besuchte Woo-ik Yu den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen.
Foto: Susanne Berndt, Copyright: Staatskanzlei

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