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Presseinformation 59/2012 vom 02.03.2012 | zur Druckversion

London ruft

Studierende der Uni Kiel qualifizieren sich für Olympia


Die Segel sind gesetzt in Richtung London: Franziska Goltz (Bootsklasse: Laser), Moana Delle (Windsurfen) und Simon Grotelüschen (Laser), Athletinnen und Athlet im Bundeskader des Deutschen Segler-Verbands, haben die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele im August geschafft. Auch Leichtathlet Steffen Uliczka und die Beachvolleyballer David Klemperer und Eric Koreng können ihr Ticket an die Themse noch lösen. Um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten, müssen ihre Studien an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die von der Betriebswirtschaftslehre bis zur Medizin reichen, teilweise ruhen. Als Partnerhochschule des Spitzensports hilft die CAU den Studierenden dabei, ihre Medaillenträume zu verwirklichen.

Vier Wochen stand Geografie-Studentin Moana Delle nach der Segel-Weltmeisterschaft im australischen Perth im Dezember nicht auf dem Surfbrett. „Nach der Olympia-Qualifikation fiel eine unglaubliche Last von mir ab“, sagt sie. „Die Saison 2011 war lang und anstrengend und mit London vor Augen vor allem auch psychisch belastend.“ Jetzt befindet sich die 22-jährige wieder mitten in der Vorbereitung. Das erste Trainingslager in Buzios, Brasilien, ist bereits absolviert, der vierte Platz in der südamerikanischen Meisterschaft in der Tasche. Sechs Tage in der Woche wird trainiert: Ausdauer, Kraft, Koordination, dazu physiotherapeutisches und mentales Training. Die ersten beiden Semester an der Uni Kiel hat sie noch Vollzeit studiert. Die akademischen wie die sportlichen Leistungen seien mit der Doppelbelastung solide gewesen, mehr aber nicht. „Das hat mich innerlich zerrissen“, so Delle. Hier kam ihr die besondere Unterstützung der CAU für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler zugute: Die nächsten Semester konnte die Surferin die Seminare nach ihrem Trainingsplan ausrichten, Klausurtermine verschieben und Anwesenheitspflichten in Absprache mit Dozentinnen und Dozenten verringern. Dafür erbrachte sie Ausgleichsleistungen wie Vorträge und Hausarbeiten. „Nur dadurch war es mir überhaupt möglich, Training und Wettkämpfe zu bestreiten.“

Um die Gesamtstudienplanung im Auge zu behalten, wendet sich Delle an Lutz-Michael Vollmer, Studienkoordinator am Geografischen Institut: „Der ist unglaublich kompetent und weiß, wann ich am besten welches Modul belege.“ Zuständig ist Vollmer für die Studienfachberatung in zwölf Studiengängen, am Anfang steht immer die Situationsanalyse: „Wir schauen uns erst an, wie das persönliche Zeitbudget des Studierenden aussieht – und dann schnitzen wir was.“

Auch in den Genuss des Stipendiums für Spitzensportlerinnen und -sportler an der Uni Kiel ist Moana Delle schon gekommen. Jährlich werden von der Jury, in der unter anderem das Präsidium der CAU und Bernd Lange, Leiter des Sportzentrums, sitzen, zwei Studierende ausgewählt. 250 Euro, gesponsert von der Kieler Volksbank, gibt es dann monatlich für ein Jahr. Lange ist auch Ansprechpartner für die Athletinnen und Athleten und arbeitet eng mit Sportverbänden und den Laufbahnberaterinnen und -beratern der Olympiastützpunkte zusammen. „Vielleicht lässt sich der Erfolg von 2008 wiederholen“, sagt er. Damals holte Medizinstudent und Segler Hannes Peckolt mit seinem Bruder in Peking Bronze.

Als sich die Perspektive auf eine Olympiateilnahme vor 2 Jahren konkretisierte, entschied sich Delle Urlaubssemester einzulegen, um sich intensiv vorzubereiten. Dass deren Zahl für sie in solchen Ausnahmefällen nach oben offen ist, nehme viel Druck von ihren Schultern. „Mit dem Ziel Olympia reichen auch 50 Prozent der Anwesenheitspflicht nicht aus“, erklärt sie. Da es keine deutsche Trainingsgruppe gebe, sei sie oft im Ausland unterwegs. „Von 365 Tagen im Jahr bin ich zurzeit vielleicht 100 in Deutschland.“ Aber auch die Zeit in ihrer Kieler Heimat verbringt Moana Delle damit, ihre Fähigkeiten auf dem Surfbrett zu perfektionieren. Dafür nutzt sie universitäre Sportstätten wie das Fitnesszentrum oder die Schwimmhalle. Diese Trainingsmöglichkeiten stellt die Uni ihr kostenlos zur Verfügung. „Die Ausstattung ist super und es ist logistisch einfacher zu organisieren, wenn man neben dem Training studiert.“

Doch was kommt nach Olympia? „Meinen Traum habe ich mir dann erfüllt“, strahlt Delle. „Der Sport wird dann radikal zurückgeschraubt.“ Ab dem Wintersemester will sie sich ganz ihrem Bachelor-Abschluss widmen, eventuell ein Master-Studium in Marinen Geowissenschaften dranhängen. Ist Olympia für Moana Delle damit wirklich abgehakt? Surfen werde sie natürlich weiterhin, sagt sie, aber nicht mehr auf diesem Niveau. Dann überlegt sie einen kurzen Moment. „Vielleicht bin ich aber noch mal hungrig“, sagt sie und lacht.

Zwei Fotos zum Thema stehen zum Download bereit:

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Bildunterschrift: Eine der Olympiahoffnungen der Uni Kiel: Geografie-Studentin Moana Delle fährt nach London.
Copyright: CAU, Foto: Denis Schimmelpfennig

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Bildunterschrift: Moana Delle bewegt sich oft zwischen Hörsaal und Surfbrett hin und her. An der Uni Kiel lassen sich Studium und Spitzensport ideal miteinander verbinden.
Copyright/Foto: Sailing Team Germany

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Kontakt:
Bernd Lange
Sportzentrum
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Olshausenstraße 74, 24118 Kiel
Telefon:+49 431 880-3786
E-Mail: blange@usz.uni-kiel.de



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