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Presseinformation 65/2012 vom 12.03.2012 | zur Druckversion

Meeresforscherinnen und Meeresforscher erinnern an Terroropfer

Annette Barthelt-Stiftung gedenkt Anschlag vor 25 Jahren


Vor 25 Jahren, am 18. März 1987, kamen bei einem Terroranschlag in Dschibuti 13 Menschen ums Leben, darunter vier junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des damaligen Kieler Instituts für Meereskunde (IfM). Im Gedenken daran verleiht die Annette Barthelt-Stiftung jedes Jahr zwei Preise für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Meeresforschung an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler. Zusätzlich wurde in diesem Jahr der Staatsbürgerliche Preis für Beiträge zur Auseinandersetzung mit Terrorismus und Gewalt verliehen. Die Preisverleihung fand am Samstag, 10. März, am GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel statt.

Auch nach 25 Jahren bleibt die Erinnerung lebendig: Die Reise ans Horn von Afrika, die Vorfreude auf die Expedition mit dem Forschungsschiffes METEOR in den Indischen Ozean – nur noch einen Kaffee in der quirligen Altstadt von Dschibuti, dann die Explosion, die alles veränderte. Ein Bombenanschlag forderte 13 Todesopfer und 41 teilweise Schwerverletzte; unter den Toten auch eine Frau und drei Männer des damaligen IfM: Annette Barthelt, Marco Buchalla, Hans-Wilhelm Halbeisen und Daniel Reinschmidt. Vier weitere Wissenschaftler des Kieler Instituts erlitten schwere Verletzungen. Zum Gedenken an die Opfer wurde die Annette Barthelt-Stiftung gegründet, die zum Ziel hat, einerseits die Problematik des Terrorismus sowie seine Folgen für die Betroffenen und für die Gesellschaft öffentlich darzustellen. Andererseits soll sie herausragende wissenschaftliche Arbeiten aus der Meeresforschung auszeichnen. In diesem Jahr wurde der „Annette Barthelt-Preis“ zum 23. Mal verliehen.

Mit dem Staatsbürgerlichen Preis geehrt wurde der Verein placet e.V. (Plastisch-chirurgisches Centrum für Terroropfer e.V.) aus Berlin, für Beiträge zur Auseinandersetzung mit Terrorismus und Gewalt. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Dr. Maike Kramer (Institut für Polarökologie, Kieler Universität) und Dr. Peter Holtermann (IOW, Warnemünde) erhielten für ihre ausgezeichneten Dissertationen den Preis für Meeresforschung. Er ist mit einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsstipendium in Höhe von jeweils 3.000 Euro verbunden.

Dr. Maike Kramer (29) hat an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Fachbereich Biologie ihre Dissertation „The role of sympagic meiofauna in Arctic and Antarctic sea-ice food webs” eingereicht. Die Arbeit wurde am Institut für Polarökologie in Kiel umgesetzt. Darin untersucht die Wissenschaftlerin die Bedeutung der Meiofauna, also der Organismen im Größenbereich 0,30 bis 1 Millimeter, innerhalb des Nahrungsnetzes im Meereis der Arktis und Antarktis. Auf diesem Feld gibt es bisher nur wenige Studien. Dr. Kramer konnte nachweisen, dass die Meereis-Nahrungsnetze sehr viel komplexer sind als bisher angenommen. Sie ist heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesamt für Naturschutz im Bereich Meeres- und Küstennaturschutz beschäftigt. PD Dr. Iris Werner, Promotionsbetreuerin von Maike Kramer an der CAU, beglückwünscht ihre ehemalige Doktorandin zu ihrem Erfolg: „Ich freue mich sehr, dass Maike Kramer diese hochwertige Auszeichnung erhält. Ich habe alle Kieler Opfer des Anschlags gekannt, daher hat der Preis für mich eine ganz besondere Bedeutung.“

Dr. Peter Holtermann (32) hat an der Universität Rostock seine Dissertation mit dem Titel „The Baltic Sea Tracer Release Experiment: Mixing Processes in the Gotland Basin“ eingereicht. Er hat die Vermischungsprozesse im Gotlandbecken u. a. mit Hilfe von Spurenstoffen (Tracern) untersucht. Dabei fand er heraus, dass die Vermischung von Wassermassen im gesamten Becken durch Strömungen und Turbulenzen am Beckenrand beeinflusst wird. Holtermann ist derzeit als PostDoc am Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde tätig.

Links:
www.geomar.de – GEOMAR | Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
www.annette-barthelt-stiftung.de – Annette Barthelt-Stiftung
www.placet-berlin.de – placet e.V.

Zwei Fotos stehen zum Download bereit:

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Bildunterschrift: Professor Dr. Frank W. Peter, Dr. Maike Kramer und Dr. Peter Holtermann wurden von den Stiftungsvorsitzenden Professor Dr. Antje Boetius (links) und Professor Dr. Wolfgang Dullo (rechts) für staatsbürgerliches Engagement und herausragende Forschungsarbeiten geehrt.
Copyright: GEOMAR, Foto: A. Villwock

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Bildunterschrift: Ausgezeichnete Forschung zu Meereis-Nahrungsnetzen: Professor Wolfgang Dullo überreicht Dr. Maike Kramer den Annette Barthelt-Preis.
Copyright: GEOMAR, Foto: J. Steffen

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Kontakt:
Prof. Dr. Wolff-Christian Dullo, Tel: 0431/600-2215, cdullo@geomar.de
Dr. Uwe Piatkowski, Tel: 0431/600-4571, upiatkowski@geomar.de
Dr. Andreas Villwock (Kommunikation & Medien), Tel: 0431/600-2802, avillwock@geomar.de



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