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Presseinformation 117/2012 vom 24.04.2012 | zur Druckversion

Klimabündnis Kieler Bucht macht international Schule

Chinesische Delegation interessiert sich für Kieler Küstenforschung


Die chinesische Regierung hat die Bedeutung der Bekämpfung des Klimawandels erkannt. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt will ihr Wachstum verstärkt vom Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase entkoppeln und Strategien zur wirksamen Klimaanpassung entwickeln. Besondere Aufmerksamkeit schenkt sie dabei dem Ausbau von Fachkenntnissen und Know-how von Verwaltungsbeamten auf der Provinzebene. Vor diesem Hintergrund besuchte gestern Nachmittag (Montag, 23. April) eine Delegation chinesischer Expertinnen und Experten die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), um das am dortigen Geographischen Institut verankerte Klimabündnis Kieler Bucht (KBKB) kennen zu lernen. Das Regionale Zentrum Schleswig-Holstein der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hatte das KBKB als eine beispielhafte deutsche Klima-Initiative für eine zehntägige Studienreise im Rahmen des Deutsch-Chinesischen Klimaschutzprogramms ausgewählt.

„Wir sind stolz, dass unsere Kieler Küstengeographen ihren erfolgreichen Ansatz für mehr Klimawandelbewusstsein in der lokalen Gesellschaft bei diesem wichtigen internationalen Klimaprogramm vorstellen. Die Kieler Universität pflegt seit Jahren enge Beziehungen zu China, und es wäre erfreulich, wenn aus diesem Besuch ein weiterer Kontakt erwachsen würde“, betont Professor Thomas Bosch, Vize-Präsident der CAU. Acht Delegierte unter der Leitung von Ma Aimin, Abteilungsleiter bei der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (National Development and Reform Commission, NDRC), nahmen zuvor an den Präsentationen im Geographischen Institut der CAU teil.

„Mit dem Klimabündnis Kieler Bucht haben wir ein Beispiel dafür gegeben, wie man Menschen in Schlüsselpositionen zusammenbringen und einen konstruktiven Dialog in Gang setzen kann, damit Klimaanpassung freiwillig und gemeinsam umgesetzt wird“, erläutert Professor Horst Sterr von der Abteilung Küstengeographie & Klimafolgenforschung des Geographischen Instituts. Gemeinsam mit Wilfried Zurstraßen, Bürgermeister der Gemeinde Schönberg bei Kiel, hatte Sterr das KBKB 2009 ins Leben gerufen. Zunächst organisierten 17 Vertreterinnen und Vertreter von Ostseegemeinden sowie Landesbehörden, Tourismus- und Forschungseinrichtungen mehrere Workshops und brachten eine Reihe von Aktivitäten vor Ort hervor.

Studierende erfassten beispielsweise die Kohlendioxidbilanzen in den Gemeinden Schönberg und Strande mit Haushaltsbefragungen, unterstützten eine Machbarkeitsstudie für einen Fahrradbus im Großraum Kiel und erarbeiteten ein pädagogisches Konzept für einen Klimapavillon in Schönberg – jeweils in unmittelbarer Zusammenarbeit mit den Akteurinnen und Akteuren im Klimabündnis. „Den chinesischen Fachleuten konnten wir heute darüber hinaus unser neues gemeinsames Nutzungskonzept für künstliche Riffe vorstellen“, ergänzt Dr. Kai Ahrendt: „Darin werden die Bedürfnisse von Küstenschutz, Tauchtourismus und Naturschutz vereint – solche integrierten Lösungen für Probleme an der Küste sind auch in Deutschland noch keine Selbstverständlichkeit.“

Über diese Aktivitäten entwickelte sich das KBKB im Verbundprojekt RADOST des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu einem deutschlandweit vorbildlichen Klimaprojekt. Im Herbst 2011 sprachen sich die Gemeinden mit weiteren Partnern im Rahmen der Kieler Erklärung gemeinsam dafür aus, mittelfristig aus dem Klimabündnis eine Modellregion für die Anpassung an den Klimawandel im deutschen Küstenraum zu entwickeln. Derzeit bemüht sich das Klimabündnis um eine Anschlussfinanzierung über das Bundesumweltministerium im Rahmen der deutschen Klimaanpassungsstrategie.

Schleswig-Holsteins Vorreiterrolle in Klimaschutz und –anpassung biete viele Möglichkeiten internationaler Zusammenarbeit und gemeinsamen Lernens, sagt Till Kötter, Programm Manager im Deutsch-Chinesischen Klimaschutzprogramm: „Das Klimabündnis Kieler Bucht zeigt unseren chinesischen Gästen einen interessanten Dialogprozess zur Entwicklung von innovativen Anpassungsstrategien durch Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft.“

Das Deutsch-Chinesische Klimaschutzprogramm wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung durchgeführt. Politischer Träger auf Seiten Chinas ist die Nationale Kommission für Entwicklung und Reform (NDRC). In Kooperation mit dem NDRC-Trainingszentrum unterstützt das Programm die Entwicklung vonTrainingsmodulen für Verwaltungsbeamte aus chinesischen Provinzen zum Thema Klimaschutz und Klimaanpassung.


Weitere Informationen:
Webseite des Klimabündnis Kieler Bucht: www.klimabuendnis-kieler-bucht.de

Ein Foto zum Thema steht zum Download bereit:

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Bildunterschrift: Chinesische Delegation am Geographischen Institut der CAU unter Delegationsleiter Aimin Ma (7. von links) mit Küstengeograph Horst Sterr (8. v. r.) und CAU-Vizepräsident Thomas Bosch (7. v.r.)
Copyright: CAU, Foto: Stefanie Maack

Foto zum Herunterladen:
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Kontakt:
Geographisches Institut
Professor Horst Sterr
Tel. 0431/880-2944
E-Mail: sterr@geographie.uni-kiel.de



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