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Presseinformation 162/2012 vom 11.06.2012 | zur Druckversion

Uni Kiel als historischer Ort der Chemie ausgezeichnet


Für Chemiestudierende gehört die Diels-Alder-Reaktion heute zur Basis ihrer akademischen Ausbildung. Bereits 1928 der Öffentlichkeit vorgestellt, bekamen ihre Kieler Entdecker Otto Diels und Kurt Alder 1950 dafür den Nobelpreis für Chemie verliehen. Dieser Umstand beschert dem Otto-Diels-Institut für Organische Chemie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) 61 Jahre später noch einmal eine besondere Ehre: Die Geschichtsabteilung der American Chemical Society verlieh ihm den Preis „Citation for Chemical Breakthrough“ und ernannte es zum historischen Ort für bahnbrechende chemische Forschung. Jetzt enthüllten Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter die Plakette der Gesellschaft im Foyer des Instituts.

„Die Diels-Alder-Reaktion ist eine sehr elegante und dennoch enorm breit einsetzbare und eingesetzte Reaktion in der Organischen Chemie“, sagt Professor Dr. Ulrich Lüning, stellvertretender geschäftsführender Direktor des Otto-Diels-Instituts. „Sie ist elegant, da sie keine weiteren Reagenzien benötigt und aus einem Dien, einem Molekül mit zwei Doppelbindungen, und einem Alken, ein Molekül, das eine weitere Doppelbindung enthält, einen Sechsring macht, in dem eine Doppelbindung überbleibt. Sie war der Schlüssel, um auch andere Reaktionen dieses Typs zu verstehen.“

Ursprünglich „Dien-Synthese" benannt, wurde diese Reaktion seit den 1920er Jahren im Chemischen Institut der Kieler Universität unter der Leitung des Professors Otto Diels (von 1916 bis 1948 Ordinarius an der CAU) durch seinen damaligen Doktoranden Kurt Alder, später Professor in Köln, bearbeitet. Für den Chemiker Lüning hat die Diels-Alder-Reaktion auch eine persönliche Bedeutung: „Mein Vater Richard Lüning hat 1955 in Köln bei Professor Alder mit weiteren Untersuchungen zur Diels-Alder-Reaktion promoviert. Ich habe noch seine Doktorarbeit!“

Die American Chemical Society (ACS) mit Sitz in Washington, D.C., ist eine 1876 gegründete Fachgesellschaft in den USA, die die Forschung im Bereich der Chemie fördert. Mit über 160.000 Mitgliedern zählt die ACS zu den größten wissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie publiziert 39 Fachzeitschriften, organisiert zahlreiche Konferenzen und vergibt Stipendien und Wissenschaftspreise.

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Bildunterschrift:Die Entdeckung der Kieler Wissenschaftler Otto Diels und Kurt Alder hatte bahnbrechende Wirkung und machte Kiel nun zum historischen Ort der Chemie. Ulrich Lüning verbindet besonders die Forschungen seines Vaters mit der Diels-Alder-Reaktion (hier mit dessen Doktorarbeit aus dem Jahr 1955).
Copyright: CAU, Foto: Denis Schimmelpfennig

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Kontakt:
Prof. Dr. Ulrich Lüning
Otto-Diels-Institut für Organische Chemie
Tel.: 0431/880-2450
E-Mail: luening@oc.uni-kiel.de



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