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Presseinformation 173/2012 vom 15.06.2012 | zur Druckversion


Exzellenzinitiative: Uni Kiel Spitze im Norden

CAU überzeugt mit zwei Clustern und einer Graduiertenschule




Nicht nur im Sport, auch in der Wissenschaft kann Erfolg eine knappe Angelegenheit sein. Große Freude herrschte in der Kieler Kunsthalle, als heute (Freitag, 15. Juni) die Würfel über die zweite Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder fielen. Erleichtert und stolz nahm der Präsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), Professor Gerhard Fouquet, die Nachricht auf, dass die bisherige hervorragende Wissenschaft in den Kieler Exzellenzclustern „Entzündungen an Grenzflächen“ und „Ozean der Zukunft“ sowie in der Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ auch in den kommenden fünf Jahren mit rund 100 Millionen Euro gefördert wird. „Wir sind und bleiben Spitze im Norden. Ich danke allen Beteiligten für ihre beeindruckenden Anträge, ihre wissenschaftliche Leistung der vergangenen Jahre und ihre hervorragende Nachwuchsarbeit, die diesen Erfolg ermöglicht haben. Unser großes Lob gilt der neuen Wissenschaftsministerin und ihrem Team. Sie haben sich vorbildlich für die Wissenschaft in Schleswig-Holstein eingesetzt“, sagte Fouquet.

Kurz zuvor hatte der Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Bonn den Kieler Anträgen das Prädikat „wertvoll“ verliehen. „Das freut mich angesichts der enorm starken Konkurrenz besonders für unseren wissenschaftlichen Nachwuchs. Etwa 150 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen derzeit in unseren Exzellenzeinrichtungen. Künftig werden es noch mehr sein. Ihre Zukunft ist jetzt gesichert.“

Enttäuscht zeigte sich der Historiker darüber, dass der Kieler Clusterantrag „Materialien für das Leben“ nicht bewilligt wurde. „Inhaltlich und was ihre gesellschaftliche Relevanz betrifft, wäre diese Bewerbung einer Förderung wert gewesen.“ Dass diese jetzt nicht komme, sei allerdings kein Drama. Fouquet: „Die Exzellenzinitiative wäre das Sahnehäubchen auf der bereits bestehenden Förderung des Schwerpunktes ‚Nanowissenschaften und Oberflächenforschung’ an der CAU gewesen. Jetzt wird die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen eben etwas langsamer vorangehen. Unsere Ziele ändern sich jedoch nicht.“

Insgesamt 143 Anträge von Universitäten wurden bei der DFG eingereicht. Darunter sind 84 Projekte, die bereits seit 2006/2007 in der ersten Phase der Exzellenzinitiative gefördert werden. 59 Neuanträge wurden nach der erfolgreichen Vorrunde im März 2011 zu dem Wettbewerb zugelassen, so auch der Kieler Antrag „Materialien für das Leben“. Bezogen auf drei Förderlinien der DFG entfielen 63 der 143 Anträge auf Graduiertenschulen, 64 auf Exzellenzcluster und 16 auf Zukunftskonzepte zum Ausbau der Spitzenforschung. Die Anträge waren bis Februar 2012 in der wissenschaftlichen Begutachtung, auf deren Grundlage jetzt die Förderentscheidungen mit einem Umfang von mehr als 2,5 Milliarden Euro gefallen sind.

Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ setzt sich durch

„Innovative Forschung heißt Forschung über Fächergrenzen hinweg. Diesen Ansatz werden wir in den kommenden Jahren noch weiter ausbauen. Es gibt weltweit keine andere Institution, die Meeresforschung derart interdisziplinär angeht“, sagte Professor Martin Visbeck, Sprecher des Exzellenzclusters „Ozean der Zukunft“. „Erst durch die Themenbreite, die wir im Exzellenzcluster ‚Ozean der Zukunft’ abdecken, ist es möglich, den Ozean in seiner gesamten Tiefe zu untersuchen“, so Visbeck weiter.

Mit den neuen Forschungsfeldern wollen die Kieler vor allem die wissenschaftlichen Grundlagen für ein nachhaltiges Ozean-Management liefern. „Wir planen, mit unseren Ergebnissen zukünftig besser auf die Bedürfnisse von Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft oder Bildung einzugehen. Nur gemeinsam lassen sich Konzepte und neue Wege für eine umweltverträgliche Nutzung des Ozeans entwickeln“, erklärte Visbeck. „Dazu werden wir stärker als bisher den Dialog suchen.“

Jubel beim Exzellenzcluster „Entzündungen an Grenzflächen“

Die Freude bei allen Beteiligten des Exzellenzclusters „Inflammation at Interfaces“ (Entzündungen an Grenzflächen) ist grenzenlos. „Wir sind überglücklich, dass unser Antrag für die zweite Förderungsperiode positiv begutachtet und bewilligt wurde“, sagte Professor Stefan Schreiber, Sprecher des Exzellenzclusters. „Schleswig-Holstein braucht junge, gute Leute, die exzellente Forschung und Lehre in einem interdisziplinären, stimulierenden Umfeld betreiben.“ Das Ziel für die nächsten fünf Jahre sei deshalb insbesondere die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern. „Wir wollen den Wissenschaftsstandort Schleswig-Holstein weiter nachhaltig stärken“, so Schreiber.

Für den Präsidenten der Universität zu Lübeck, Professor Peter Dominiak, hat „das Forschungscluster ‚Inflammation at Interfaces‘ bisher exzellente Arbeit geleistet und zukunftsweisende Ergebnisse erbracht, die wissenschaftlich Bestand haben. Es ist einer anspruchsvollen und eingehenden Begutachtung unterzogen und seine Fortführung ist bewilligt worden. Das freut uns ganz außerordentlich und ist eine wichtige Bestätigung der gemeinsamen, interdisziplinären Anstrengungen. Schleswig-Holstein zeigt damit, dass es zur ersten Forschungsliga gehört. Wir haben auf einem faszinierenden Gebiet noch viel zu erwarten.“

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“ untersuchen in einem interdisziplinären Ansatz, welche molekularen Mechanismen chronisch entzündlichen Erkrankungen zugrunde liegen und suchen nach Ansätzen für Therapiemöglichkeiten und Prävention. Der Exzellenzcluster ist eine gemeinsame Unternehmung der Universitäten zu Kiel und zu Lübeck. Partner sind das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, das Leibniz Forschungszentrum Borstel und das Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie, Plön, sowie die Muthesius Kunsthochschule Kiel.

Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ exzellent begutachtet

Zu den Einrichtungen an der Universität Kiel, die sich erfolgreich um eine zweite Förderperiode im Rahmen der Exzellenzinitiative beworben haben, gehört auch die Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ (Entwicklung menschlicher Gesellschaften in Landschaften). Professor Johannes Müller, Koordinator und Sprecher der Graduiertenschule, freut sich auf die kommenden fünf Jahre: „Mit den bewilligten Mitteln werden wir nicht nur unsere seit 2007 erfolgreiche Promovierendenausbildung fortsetzen. Wir können nun auch zusätzliche Schritte gehen, um den interdisziplinären Ansatz von sozio-ökologischer Forschung und Landschaftsarchäologie weiter zu stärken und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern. Zu diesen Schritten gehören ein Postdoktoranden-Programm sowie zwei neue Nachwuchsforschungsgruppen.“

Nach dem Auslaufen der Förderung durch die Exzellenzinitiative ab 2017 wird die Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ in der kürzlich gegründeten „Johanna Mestorf Academy for Landscape Archaeology and Socio-environmental Research“ eine ganz entscheidende Rolle spielen. International zeigt sich, dass „socio-environmental research“ und Landschaftsarchäologie zu einem der „Hot Spots“ an der vordersten Forschungsfront geworden sind.

Antrag „Materialien für das Leben“ nicht erfolgreich

„Auch wenn wir die Entscheidung des Bewilligungsausschusses der Exzellenzinitiative natürlich bedauern, war schon die Aufforderung zur Hauptantragstellung für die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein großer Erfolg. Wir beglückwünschen die wenigen Exzellenzcluster, die in unserem Fachgebiet gefördert werden und freuen uns schon auf die Ergebnisse aus diesen Clustern“, betonte Professor Eckhard Quandt, der als Sprecher des Schwerpunktes „Kiel Nano Science“ den Antrag für die CAU koordiniert hat.

Der Exzellenzcluster „Materials for Life“ (Materialien für das Leben) hatte zum Ziel, neue intelligente Materialien für medizinische Implantate und Sonden zu entwickeln, die ihrerseits frühzeitig kritische Gesundheitszustände erkennen beziehungsweise autonom Gegenmaßnahmen einleiten können. Diese Thematik, die in einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Naturwissenschaften, den Ingenieurwissenschaften und aus der Medizin entwickelt wurde, ist zum einen eingebunden in die Schwerpunktsetzung der CAU als „Kiel Nano Science“, zum anderen liefert sie Beiträge zur Schlüsseltechnologie „Nanotechnologie“, der Hightech-Strategie der Bundesregierung.

„Wir werden daher versuchen, viele Aspekte des geplanten Exzellenzclusters mit anderen Förderungsmöglichkeiten anzugehen“, erläuterte Quandt und verweist auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Universität, die durch die Antragsphase deutlich verstärkt wurde, sowie die vielen konkreten Projektideen, die bislang im Themengebiet „Materials for Life“ entwickelt wurden. Die CAU und ihre Kooperationspartner werden diesen Schwerpunkt gezielt weiter entwickeln, da sein wissenschaftliches und gesellschaftliches Potenzial mit der Aufforderung zur Hauptantragsstellung nachgewiesen wurde.

Weitere Informationen zur Exzellenzinitiative im Internet:
www.dfg.de

Weitere Informationen zu den Kieler Exzellenzanträgen im Internet:
www.ozean-der-zukunft.de
www.inflammation-at-interfaces.de
www.uni-kiel.de/landscapes
www.m4l.uni-kiel.de/de

Folgende Fotos zum Thema stehen zum Download bereit:

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Bildunterschrift: Gemeinsame Pressekonferenz in der Kunsthalle: die Vertreter der Einrichtungen und der Exzellenzprojekte geben Startschuss für die nächste Runde. von links: Profes. Dietrich Kabelitz (Exzellenzcluster Entzündungsforschung), Jens Scholz (UKSH), Rainer Ernst (Muthesius Kunsthochschule), Gerhard Fouquet (CAU), Peter Dominiak (MUL), Martin Visbeck (Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft"), Eckard Quandt (geplanter Exzellenzcluster "Materialien für das Leben"), Johannes Müller (Graduiertenschule "Human Development in Landscapes")
Copyright: CAU, Foto: Claudia Eulitz

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Bildunterschrift: Es geht bergauf mit den schleswig-holsteinischen Exzellenzprojekten: Uni-Präsidenten Fouquet und Dominiak geben die Entscheidung der DFG bekannt.
Copyright: CAU, Foto: Claudia Eulitz

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Bildunterschrift: Was Forschung betrifft im Norden Spitze: die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Copyright: CAU, Foto: Jürgen Haacks

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