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Presseinformation 175/2012 vom 18.06.2012 | zur Druckversion

Neue Erkenntnisse zur Hepatitis B-Virus Infektion

Molekularer Mechanismus der Immunantwort entschlüsselt


In einem interdisziplinären Verbund von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern konnte Dr. Sebastian Zeißig, Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, und Mitglied des Exzellenzclusters Entzündungsforschung, neue Erkenntnisse zur Immunantwort bei der Hepatitis B-Virus (HBV)-Infektion gewinnen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden nun bei Nature Medicine veröffentlicht.

„Die Arbeit verändert in zentralen Aspekten das Verständnis der Immunreaktion bei einer Hepatitis B-Virus-Infektion“, sagt Dr. Sebastian Zeißig. Bisher nahm man an, dass das Virus erst Wochen oder Monate nach einer Infektion zu einer detektierbaren Immunantwort führt. Man glaubte, dass das Virus zu diesem späten Zeitpunkt von Zellen des Immunsystems erkannt wird und erst dann die heilenden Abwehrkräfte des Körpers tätig werden.

„Unsere Arbeiten zeigen jetzt, dass das Virus bereits direkt nach der Infektion ganz bestimmte Blutzellen aktiviert, die sich Natürliche Killer T-Zellen (NKT-Zellen) nennen“, so Zeißig. Interessanterweise würden diese NKT-Zellen im Rahmen der Hepatitis B-Virus-Infektion jedoch nicht durch Zellen des Immunsystems aktiviert, sondern durch die infizierten Leberzellen selbst, was ungewöhnlich sei.

Die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben die molekularen Mechanismen der NKT-Zell-Aktivierung, die bei einer HBV-Infektion ablaufen, erstmalig beschrieben. Kommt es zu einer Infektion mit Hepatitis B-Viren, benutzt das Virus Lipide aus den Leberzellen, um die Virushülle zu bilden. Dadurch verändert sich das Lipidmilieu der Leberzellen, wodurch Zellen der Immunabwehr (NKT-Zellen) aktiviert werden.

„Unsere Studien haben sehr deutlich gezeigt, dass die frühe Aktivierung von NKT-Zellen notwendig ist, um eine Immunantwort gegen HBV auszulösen. Mäuse, die keine NKT-Zellen haben, leiden an einer chronischen HBV-Infektion und Leberentzündung“, ergänzt Zeißig. Diese Studien, ergänzt er, verändern das Verständnis der zellulären Abläufe der Immunreaktion bei der Hepatitis B Virus-Infektion grundlegend und haben maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung neuer Therapien für die chronische Hepatitis B-Infektion haben.

Die Studie wurde durchgeführt an der Klinik für Innere Medizin I mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie, Ernährungs- und Altersmedizin (Leitung: Professor Stefan Schreiber).


Originalpublikation:
Zeissig S, Murata K, Sweet L, Publicover J, Hu Z, Kaser A, Bosse E, Iqbal J, Hussain MM, Balschun K, Röcken C, Arlt A, Günther R, Hampe J, Schreiber S, Baron JL, Moody DB, Liang TJ, Blumberg RS: Hepatitis B virus–induced lipid alterations contribute to natural killer T cell–dependent protective immunity; Nature Medicine, June 2012



Kontakt:
Dr. Sebastian Zeißig
Tel.: 0431/597-1393
E-Mail: szeissig@1med.uni-kiel.de



Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
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