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Presseinformation 224/2012 vom 02.08.2012 | zur Druckversion

Start frei für mehr Transparenz und Teilhabe

Lorenz-von-Stein-Institut erstellt Studie zum Umgang mit Verwaltungsdaten


Wie hoch ist die Lärmbelastung durch Verkehr in meiner Stadt? Wie ist die Wasserqualität bei mir zuhause? Welche Jobchancen habe ich in meiner Region? Wann kann ich Themen, die mich bewegen, im politischen Prozess beeinflussen? Und wer ist dann mein Ansprechpartner? All diese Fragen und noch viele mehr lassen sich mithilfe von Informationen und Daten der öffentlichen Verwaltung beantworten. Ein föderales Datenportal kann diese Informationen für die Bürger leichter und schneller verfügbar machen. Einen entscheidenden Beitrag zu mehr Rechtssicherheit im Umgang mit offenen Verwaltungsdaten, die für solche Portale benötigt werden, hat das Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) in der gestern (1. August) veröffentlichten Studie „Open Government Data“ geleistet.

Der Bundesinnenminister Dr. Hans Peter Friedrich erklärte: „Die Bundesregierung hat sich ein offeneres Regierungs- und Verwaltungshandeln zum Ziel gesetzt. Grundlage hierfür sind frei zugängliche Daten und Informationen, die für Dritte einfach und in standardisierten Formaten verfügbar sein müssen.“ Für dieses Vorhaben wurde das Kieler Lorenz-von-Stein-Institut beauftragt, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Realisierung einer Online-Plattform zu prüfen. „Dabei haben wir insbesondere Wert auf klar formulierte Nutzungsbestimmungen für offene Datenbestände gelegt, um Rechtssicherheit für Datenbereitsteller und Datennutzer zu schaffen“, erklärt Professor Utz Schliesky, der gemeinsam mit Dr. Sönke E. Schulz die wissenschaftliche Leitung des Projekts trägt. „In der knapp 600 Seiten starken Studie werden neben rechtlichen Gesichtspunkten auch strategische, organisatorische und technische Aspekte untersucht“, ergänzt Schulz.

Das Ergebnis der Studie sind 54 Handlungsempfehlungen, die zeigen sollen, wie deutsche Verwaltungen ihre Datenbestände im föderalen Kontext und unter Einbeziehung bestehender Datenplattformen von Bund, Ländern und Kommunen öffnen können. Dienstleister und Anwendungsentwickler können auf dieser Basis vielfältige Informationsangebote, -dienste und -anwendungen entwickeln. Offene Verwaltungsdaten bieten dem Bürger die Chance auf mehr Transparenz, Wissen und Teilhabe im gesellschaftlichen Diskurs, zudem bergen die Daten auch einen ökonomischen Wert: Laut Europäischer Kommission steckt in der Entwicklung von Informationsangeboten, die Rohdaten aufbereiten und visualisieren, ein jährliches wirtschaftliches Potenzial von rund 40 Milliarden Euro.

Die interdisziplinäre Studie des Lorenz-von-Stein-Instituts wurde im Auftrag des Bundesministeriums des Innern gemeinsam mit dem Berliner IuK-Forschungsinstitut Fraunhofer FOKUS und der ÖPP Deutschland AG sowie in Abstimmung mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Open Government“ des IT Planungsrates erstellt.

Pressemitteilung des Bundesinnenministeriums und Download der Studie:
www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2012/mit Marginalspalte/07/opengovernment.html?nn=109632


Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften
Das Lorenz-von-Stein-Institut ist eine selbständige, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel angegliederte wissenschaftliche Einrichtung, die der Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Verwaltungswissenschaften dient. Das Institut betreibt Zweckforschung für die öffentliche Verwaltung, erstellt Sachverständigengutachten, bietet Fort- und Weiterbildung für Angehörige der Verwaltungen und forscht noch heute über das Werk und Wirken Lorenz von Steins in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
www.lvstein.uni-kiel.de


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Lorenz-von-Stein-Institut für Verwaltungswissenschaften
Telefon: 0431 / 880 4542
E-Mail: institut@lvstein.uni-kiel.de