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Presseinformation 232/2012 vom 17.08.2012 | zur Druckversion

Die Psyche im virtuellen Irrgarten

Stiftung fördert Kieler Depressionsforschung


Der Hippocampus ist der Teil des Gehirns, der wichtig für die räumliche Orientierung und die Gedächtniskoordination ist. Emotionaler Stress wie eine Depression kann diese Hirnstruktur schädigen. Petra Vienhues, Fachärztin am Zentrum für integrative Psychiatrie (ZIP gGmbH) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, untersucht in ihrem Promotionsprojekt, ob depressive Menschen größere Schwierigkeiten haben, Wege zu finden als gesunde. Die Pinneberger Erika Thamm Stiftung unterstützt dieses Vorhaben nun mit über 15.000 Euro.

Bereits über 50 Testpersonen schickte Vienhues für ihre Studie „Raumkognition bei schwerer depressiver Episode“ auf eine virtuelle Schatzsuche am Computer. Ziel ist es, auf einer Insel eine Kiste zu finden, die mal in der Ferne erkennbar ist, mal in einer Mulde versteckt. Untersucht werden dann unter anderem die Erkundungsstrategien und der psycho-motorische Antrieb der Schatzsucherinnen und Schatzsucher. „Die Methode könnte ein Maß für die Art der Depression sein und die Wirksamkeit von Medikamenten aufzeigen“, sagt Vienhues.

Bisherige Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich mittelschwer Erkrankte besser orientieren können als die Ärztinnen und Ärzte es vermuteten. Allerdings seien sie gehemmter in ihren Bewegungen und antriebsloser als ihre gesunden Vergleichspersonen. „Die Frage ist nun, warum ist das so und welchen Einfluss haben Medikamente auf diese Fähigkeiten“, so Vienhues.

Die noch junge Erika Thamm Stiftung hat sich für die erstmalige Vergabe von Stiftungserträgen diese Studie ausgesucht. „Nach unserer Einschätzung können mit diesem Projekt im Sinne des Stiftungszweckes über den Forschungsauftrag hinaus auch Diagnose- und Therapieansätze geschaffen werden“, erklärt Stiftungsvertreter Dieter Krukenberg.

Die ZIP gGmbH betreibt Behandlungszentren in Kiel und in Lübeck, in denen unter einem gesamtheitlichen Blickwinkel Menschen mit psychischen Leiden untersucht und behandelt werden. Verschiedene Ansätze – psychiatrische, psychosomatische und psychologische – werden gemeinsam für die von psychischer Erkrankung betroffenen Menschen nutzbar gemacht. Ambulante, tagesklinische und vollstationäre Behandlung ergänzen sich optimal. Eine enge Zusammenarbeit mit niedergelassenen Nervenärzten und anderen Kliniken vervollständigt den integrativen Ansatz.

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Bildunterschrift: Stiftungsgelder unterstützen die Depressionsforschung (v.l.): Petra Vienhues, die Stiftungsvertreter Dieter Krukenberg und Renate Sykosch und
Robert Göder, stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Kiel des ZIP.
Copyright: CAU, Foto: Denis Schimmelpfennig

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