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Presseinformation 248/2012 vom 06.09.2012 | zur Druckversion

Wie Klimawandel und Meeresspiegelanstieg die Küsten verändern

Führende Küstenforschende aus 24 Nationen treffen sich in Kiel


Siebzig der weltweit führenden Küstenforscherinnen und -forscher von fünf Kontinenten nehmen vom 4. bis zum 10. September an der dritten Konferenz des internationalen Geologischen Koordinierungsprogramms IGCP588 „Preparing for Coastal Change“ in der Kieler Kunsthalle zu Kiel teil. Die Konferenz ist eine der bedeutendsten internationalen Fachtagungen zu diesem Themenkomplex und wird erstmals in Kiel vom Institut für Geowissenschaften und vom Geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) im Rahmen des Forschungsschwerpunktes „Meereswissenschaften“ ausgerichtet. Zuvor fand sie 2010 in Hongkong (China) und 2011 in Bangkok (Thailand) statt. Unterstützer der Tagung sind die UNESCO, der Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und die International Union for Quaternary Research (INQUA).

Wie werden sich die Küsten in Zukunft weiter entwickeln? Wie regenerieren sie sich nach den Einwirkungen von Tsunamis oder Sturmfluten? Welche Anpassungsstrategien sind notwendig und sinnvoll, um den Auswirkungen durch Klimawandel und Meeresspiegelanstieg zu begegnen? Und welche Ergebnisse lassen sich aus Vergleichen vergangener Warm- und Kaltzeiten mit heutigen Klimadaten ziehen?

„Unsere internationalen Gäste liefern uns immer mehr Beispiele dafür, wie schon heute viele Küstenregionen sichtbar von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind, beispielsweise durch den Anstieg des Meeresspiegels oder die Zunahme von Extremwetterereignissen in Form von Sturmfluten oder Überschwemmungen wie jüngst durch den Hurrikan Isaac an der amerikanischen Golfküste“, sagt Professor Karl Stattegger, Leiter der Arbeitsgruppe Sedimentologie, Küsten- und Schelfgeologie am Institut für Geowissenschaften, der zu der Tagung nach Deutschland eingeladen hat.

Der wissenschaftliche Bogen der Konferenz umspannt entsprechend die Analyse der Veränderungen des Meeresspiegelstandes in den vergangenen 10.000 Jahren bis zu aktuellen Entwicklungen und Veränderungen und Anpassungsstrategien. Thematisiert werden die Küstenzonen von den Tropen bis in hohe Breiten. Eine Rolle spielt dabei auch die Nutzung von Küsten für erneuerbare Energien. „Gesellschaftlich besonders wichtig sind die Möglichkeiten zur Vorhersage des Meeresspiegelanstiegs und seiner Folgen für die nächsten 100 Jahre mithilfe von Messdaten und Computermodellen. Die Fortschritte der Kieler Modellierungsarbeiten haben von den internationalen Gästen viel Bestätigung erhalten“, ergänzt Professor Athanasios Vafeidis. Er leitet die Arbeitsgruppe „Meeresspiegelanstieg und Küstengefährdung“ am Geographischen Institut.

Neben dem wissenschaftlichen Vortragsprogramm geht es für die internationalen Forscherinnen und Forscher in den kommenden Tagen außerdem um den Erfahrungsaustausch anhand praktischer Beispiele entlang der Ostseeküste, auf den Halligen in der Nordsee und auf der Insel Sylt: „Hier in Schleswig-Holstein können wir unseren internationalen Gästen zeigen, wie die traditionsreichen Kieler Meereswissenschaften mit den für Küstenschutz verantwortlichen Behörden des Landes seit Jahrzehnten beispielhaft zusammen arbeiten und sich gemeinsam neuen Herausforderungen stellen“, so Mitorganisator Dr. Klaus Schwarzer.

Weitere Informationen:
Webseite des Programms: www.igcp588.uni-kiel.de
Programm der Fachtagung: www.coastal-change.org

Folgendes Foto steht zum Download bereit:

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Bildunterschrift: Luftbild der Küste bei Heiligenhafen: Gebäuden wie diesen droht bei steigendem Meeresspiegel das Aus.
Copyright/Foto: Klaus Schwarzer

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Kontakt:
Dr. Klaus Schwarzer
Institut für Geowissenschaften
Tel. 0431/880-2881

CAU Pressestelle
Tel: 0431/880-2104