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Presseinformation 261/2012 vom 20.09.2012 | zur Druckversion

Führung und Partizipation – kein Widerspruch

5. Kieler Schulleitungssymposium setzt neue Impulse für die Schulentwicklung


Studien zeigen: Wer sich bei seiner Arbeit aktiv einbringen kann und das Gefühl hat, tatsächlich etwas bewirken zu können, dem macht die Arbeit Freude, er ist motivierter und leistet dadurch mehr. Wie können schulische Führungskräfte effektiv führen und dabei ein schulisches Klima schaffen, in dem Lehrkräfte erleben, dass ihre Meinung gefragt ist? Antworten auf diese Fragen erhielten 300 schulische Führungskräfte aus allen Bundesländern vom 20. bis 21. September 2012 auf dem fünften bundesweiten Kieler Schulleitungssymposium „Führung und Partizipation“ im Audimax der Christian-Albrechts-Uni­versität zu Kiel (CAU). Ausgericht wurde es vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH), der CAU sowie der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schles­wig-Holstein e.V. (UVNord).

„Eine Schule zu leiten, das erfordert nicht nur fachliche Kompetenz, es braucht Durchsetzungskraft, überdurchschnittliches Engagement und auch eine gute Portion Begeisterungsfähigkeit. Ich habe großen Respekt vor den Lehrerinnen und Lehrern, die sich dieser Aufgabe stellen“, sagte Bildungs­ministerin Prof. Dr. Waltraud ‚Wara‘ Wende heute (20. September). Veränderte gesellschaftliche und familiäre Strukturen stellten Schulen und ihre Leitungen vor neue Herausforderungen: „Wir müssen schon in der Ausbildungsphase damit beginnen, die Lehrkräfte darauf vorzubereiten“, sagte Wende und verwies darauf, dass die Landesregierung eine Reform der Lehrerbildung plane.

„Der Erfolg von Schule und Unterricht ist maßgeblich von den Führungskräften abhängig. Nur mit ihnen kann gute Schule gemacht werden“, davon ist Dr. Thomas Riecke-Baulecke, Direktor des IQSH, überzeugt. Im Rückblick auf die 2004 auf dem ersten Kieler Schulleitungssymposium verabschiedeten „Kieler Thesen“ nannte er drei aktuelle Herausforderungen für das Schulmanagement: Bildungsarmut verhindern, Inklusion voranbringen und das Web 2.0 sinnvoll nutzen. Das IQSH werde die Führungskräfte dabei unterstützen, passgenaue Lösungen für ihre Schulen zu finden. Dabei setze das Institut auch auf die Bündelung von Kompetenzen durch die Kooperation mit starken Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft. Das Symposium zeige, dass dies ein erfolgversprechender Weg sei.

„Als einzige Volluniversität des Landes sieht die Universität Kiel ihre Aufgabe darin, exzellente Forschung und Lehrerbildung zu betreiben“, betonte der CAU-Vizepräsident Professor Dr. Frank Kempken in seinem Grußwort. „Gerade im Hinblick auf die Lehrerbildung brauchen wir dafür den kurzen Draht zu den Schulen und zum IQSH. Deshalb pflegen wir diese Kontakte und bauen sie aus. So können wir unsere Studiengänge kontinuierlich praxisnah weiterentwickeln.“ Der Vizepräsident für Studium, Lehre und Graduiertenförderung erneuerte in diesem Zusammenhang die Forderung der CAU, in Kiel auch künftig Lehrkräfte für die Sekundarstufe 1 und 2 ausbilden zu wollen.

„Die norddeutsche Wirtschaft ist auf gut ausgebildete Schülerinnen und Schüler, die Fachkräfte von morgen, dringend angewiesen. Daher bringen wir uns aktiv als langjähriger Partner in die Diskussion ein. Ganz plakativ gesprochen: Schule geht nicht ohne Wirtschaft und Wirtschaft geht nicht ohne Schule“, sagte Heike Claßen, die als Geschäftsführerin des Bildungszentrums Tannenfelde den UVNord vertrat.

Am ersten Tag der Veranstaltung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Anregungen aus der Wissenschaft zum Motto der Tagung „Führung und Partizipation“. Aus empirischer Sicht beleuchtete Professor Dr. Olaf Köller vom Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel (IPN) in seinem Hauptvortrag das Thema, eine ethische Herangehensweise lieferte Professor Dr. Peter Fischer von der Universität Regensburg und eine kognitionspsychologische Sicht bot Professorin Dr. Elsbeth Stern von der Technischen Hochschule Zürich. Am zweiten Tag zeigte Professor Dr. Felicitas Thiel von der Freien Universität Berlin in ihrem Hauptvortrag Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Schulleitung auf. Zehn praxisnahe Workshops boten die Möglichkeit, sich intensiver mit Themen wie „Medienkompetenz im Kollegium stärken“, „Schule verbessern - Von Daten zu Taten“, „Umgang mit Heterogenität im Unterricht“ zu beschäftigen. Abschließend konkretisierte Professor Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, den Gedanken der Teilhabe und zeigte auf, wie junge Menschen Verantwortung für globale Probleme übernehmen.

Das nächste Kieler Schulleitungssymposium findet im Herbst 2014 statt.