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Presseinformation 317/2012 vom 02.11.2012 | zur Druckversion

Neue Ideen für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein:
Gewinner des Ideenwettbewerbs 2012 ausgezeichnet


Innovative Ideen „made in Schleswig-Holstein“ wurden gestern (Donnerstag, 1. November) in der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) in Kiel ausgezeichnet. Auf dem Siegertreppchen landeten Annika Schulz von der FH Kiel und Torben Schulz von der FH Flensburg mit ihrer Idee für das Projektmanagement-Tool „Intuitives Taskmanagement“ (1. Platz), Dr. Warner Brückmann und sein Team vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel mit der Unterwasser-Instrumentenplattform „ROMP“ (2. Platz) sowie Dr. Alexander Zink und Dr. Stephan Gebhardt mit ihren „Umweltdienstleistungen für die Energiewende“ (3. Platz). 53 Teams hatten sich beworben. Das Preisgeld beläuft sich auf insgesamt 12.500 Euro.

Der Ideenwettbewerb wurde in diesem Jahr von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig Holstein GmbH (WTSH) organisiert. Gesucht wurden wieder frische, innovative und zukunftsweisende Ideen für Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren, die am Markt erfolgreich umgesetzt werden können. Eine 60-köpfige Expertenjury, besetzt mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Fördereinrichtungen, bewertete unter anderem die Einzigartigkeit, den Kundennutzen, das Marktpotenzial der jeweiligen Idee sowie deren Bedeutung für Schleswig-Holstein.

Schirmherr und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer beglückwünschte die drei Siegerteams zu ihrem Erfolg. „Den Technologietransfer aus der Wissenschaft bis zur Entwicklung neuer Produkte aktiv voranzutreiben ist ein vorrangiges Anliegen der Landesregierung“, sagte der Minister. Wie Meyer weiter sagte, sei die erfolgreiche Umsetzung marktfähiger Forschungs- und Entwicklungsergebnisse entscheidend für die Innovationsstärke und damit für das gesamte wirtschaftliche Wachstum. Der Ideenwettbewerb biete eine ausgezeichnete Plattform, um die Bedeutung und die Notwendigkeit eines funktionierenden Technologietransfers herauszustellen.

Auch für Professorin Birgit Friedl, Vizepräsidentin der CAU, hat der Wettbewerb gezeigt, dass im Land viel Gründungspotential stecke: „Als Landesuniversität fühlen wir uns verpflichtet, dieses Potential zu heben. Deshalb haben wir den Wettbewerb gerne mitorganisiert. Der Erfolg gibt uns recht: Die Resonanz aus fast allen Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes von Flensburg bis Lübeck war überwältigend.“ Angesichts der Möglichkeiten wollen die Hochschulen Gründungsinteressierte jetzt noch enger betreuen, damit aus ihren Ideen Wirklichkeit wird.

Wie der Minister weiter sagte, sei das Motto des fünften Ideenwettbewerbes „Ideen von heute für Unternehmen von morgen“ in diesem Jahr voll aufgegangen. So könnten eingereichte Vorschläge mit wirtschaftlicher Perspektive mit Mitteln des EFRE Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein gefördert werden. In dem Fonds stellt das Land Schleswig-Holstein in Kooperation mit seinen Förderinstituten Risikokapital in Höhe von sechs Millionen Euro für technologieorientierte und wissensintensive Ausgründungen aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit forschungs- und wissenschaftsbasierten Aktivitäten zur Verfügung. „Der EFRE-Fonds ist ein wichtiger Baustein, um jungen Forschern den Weg von der Hochschule in den Markt zu ebnen“, so Meyer. Seit dem Start des Fonds im vergangenen Jahr wurden sieben Ausgründungen aus Hochschulen und acht innovative Start-ups insbesondere aus den Branchen Medizintechnik und Informations- sowie Umwelttechnologie mit einem Beteiligungsvolumen von insgesamt 1,3 Millionen Euro begleitet.

„Für herausragende Ideen entwickeln wir Finanzierungsszenarien und andere Förderoptionen“, beschreibt Dr. Dirk Müller, bei der WTSH verantwortlich für die Ausgründungsförderung, das Wirkungsprinzip des Seed- und StartUp-Fonds. „Ideen setzen Impulse, aber aus einer Idee wird erst dann eine Innovation, wenn man sie in die Tat umsetzt. Dabei wollen wir auch weiterhin tatkräftig unterstützen“, so Müller weiter.

Sieger-Projekte

1. Preis (5000 Euro, gestiftet von der Investitionsbank Schleswig-Holstein):

Mit dem „Intuitiven Taskmanagement“ haben Annika Schulz von der Fachhochschule (FH) Kiel und Torben Schulz von der Fachhochschule (FH) Flensburg ein neuartiges Projektmanagement-Tool („Flowy Tasks“) entwickelt, das jederzeit über das Internet steuerbar ist. Preiswürdig war nach Ansicht der Jury die besonders einfach zu bedienende Oberfläche, die sich am Whiteboard orientiert, an dem Zettel kleben. Durch Analogiebildung zu dieser aus dem realen Leben bekannten Organisationstechnik ist eine einfache und intuitive Bedienung möglich. Ziel von „Flowy Tasks“ ist es, die Arbeitsabläufe in Projekten von der Ideenfindung bis zum Zeitmanagement einfacher zu gestalten. Neu ist auch, dass alle privaten Daten, wie zum Beispiel Aufgabenbeschreibungen und Kommentare, die von Nutzerinnen und Nutzern – also Projektbeteiligten – gespeichert werden, für den Betreiber von „Flowy Tasks“ verborgen bleiben. Der Betreiber hat also keinen Zugriff auf private Daten. „Auf diese Weise werden die Datenschutzprobleme derzeitiger Webdienste und Cloud-Anwendungen gelöst und die Privatsphäre der „Flowy Tasks“-Anwenderinnen und -Anwender bleibt geschützt“, lobte die Jury. „Flowy Tasks“ soll in einer kostenlosen und drei kostenpflichtigen Varianten auf den Markt kommen. Die günstigeren Varianten richten sich an Gründerinnen und Gründer sowie an Start-Ups. Die teuerste Variante ist für etablierte, mittelständische Unternehmen konzipiert.

2. Preis (3000 Euro, gestiftet von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein (MBG)):

Der zweite Preis ging an Dr. Warner Brückmann und sein Team vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel für die Entwicklung der Unterwasser-Instrumentenplattform „ROMP“ (Remotely Operated Measurement Plattform). Das Gerät gehört zu einer Gruppe ferngesteuerter Unterwasserroboter, so genannten ROVs (Remotely Operated Vehicles), die bei wissenschaftlichen Beobachtungen und Arbeiten in großen Wassertiefen eingesetzt werden. ROMP unterscheidet sich von herkömmlichen Robotern dadurch, dass er auch in beengten und gefährlichen Umgebungen bis 500 Metern Wassertiefe vielfältige Überwachungs- und Messaufgaben erledigen kann. ROMP ist dabei besonders manövrierfähig, einfach zu programmieren und erlaubt es dem Anwender, zusätzlich eigene Umweltsensoren zu nutzen. Mögliche Einsatzbereiche sind die Inspektion von Offshore-Installationen, Hafeneinrichtungen, Schleusenanlagen und Entsorgungseinrichtungen sowie ökologisches Monitoring.

3. Preis (1500 Euro, gestiftet von den Nordzentren):

Der dritte Preis ging an Dr. Alexander Zink und Dr. Stephan Gebhardt aus Kiel. Die Idee der beiden Bodenwissenschaftler: „Umweltdienstleistungen für die Energiewende“. Insbesondere bei der Planung von Großbauprojekten, wie zum Beispiel bei der Erdkabelverlegung im Zuge des Netzausbaus rückt den Boden als natürliche Ressource immer stärker in die öffentliche Wahrnehmung. Mit ihren Dienstleistungen wollen die Preisträger ihren Kunden bereits bei der Planung von Kabeltrassen möglichst viele Informationen über die jeweils vorherrschende Bodenbeschaffenheit geben. Welcher Trassenverlauf bietet für das Bauvorhaben die unproblematischsten Böden? Um welche Böden handelt sich? Welche Anforderungen bestehen für Fundamente? Ist der Boden stabil genug, um mit Baufahrzeugen befahren werden zu können? Derartige Fragen klären die Preisträger vorab auf der Basis ihrer wissenschaftlichen Expertise mittels Bodenkartierungen und Baugrunduntersuchungen bereits im Vorwege ab. So erhält der Kunde die Möglichkeit, die Ergebnisse bereits bei der Kalkulation der Erdbauarbeiten zu berücksichtigen. Ziel der Dienstleistungen ist es, die Kosten der Erdbauarbeiten zu senken, das Verfahren zu beschleunigen, unnötige Bodeneingriffe zu vermeiden und so weniger Naturschäden anzurichten.

Zusätzlich wurden drei Sonderpreise in den Bereichen „Arbeit und Leben“, „IuK-Technologie“ sowie „Nanotechnologien“ vergeben:

Der Preis „Arbeit und Leben“ in Höhe von 1000 Euro, gestiftet von der Unternehmer-Dialoge OHG, ging an Linda Kleemann, Birgit Schunke, Dr. Thomas Leppert und Dr. Hilke Posor vom Verein „Heldenrat e.V.“. Die Idee der vier Preisträgerinnen und Preisträger ist es, eine Unternehmensberatung – die Heldenrat Consulting GmbH – zu gründen, die Qualifizierungs- und Beratungsleistungen für sinn- und werteorientierte Organisationen anbietet. Zum Portfolio sollen unter anderem Führungskräftetrainings, Moderation, Begleitung von Prozessoptimierung bis hin zur Erarbeitung einer Gesamtstrategie eines „sozialen Sinnunternehmens“ gehören. Die Dienstleistungen richten sich an Unternehmen, öffentliche sowie soziale Organisationen.

Den Sonderpreis IuK-Technologie in Höhe von 1000 Euro, gestiftet von der assono GmbH, erhielten Moritz Schönfeld und Oliver Welge für die Entwicklung einer mobilen Website mit einem eigenen Content Management System. Damit ist der Kunde in der Lage, seine mobile Webseite jederzeit selbst zu verändern oder zu aktualisieren. So können zum Beispiel schnell und einfach aktuelle Preislisten, neue Bilder oder neue Ansprechpartnerinnen und -partner auch in der mobilen Website eingestellt werden. Der Service richtet sich insbesondere an kleinere und mittlere Unternehmen, die wegen der einfachen Anwendung und des niedrigeren Preises (rund 30 Euro monatlich statt 2000 Euro bei herkömmlichen Angeboten) sich nun auch Websites für mobile Anwendungen leisten können.

Der Sonderpreis „Nanotechnologien“ ging schließlich an Prof. Dr.-Ing. Mady Elbahri von der Technischen Fakultät der CAU und dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Mit seinen Mitarbeitern hat Elbahri neuartige, ultradünne Schichten entwickelt, die als Antireflektoren, elektrische Leiter oder transparente Schichten eingesetzt werden können. Sie bestehen aus metallischen Nanopartikeln wie zum Beispiel Gold, das beispielsweise in Siliziumdioxid eingebettet ist. Eingesetzt werden können diese Schichten in der Photovoltaik. Erste Computersimulationen lassen eine deutlich bessere Energieausbeute erwarten.

Mehr zum Ideenwettbewerb und zum EFRE Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein
im Internet unter:

www.exist.uni-kiel.de/de/Ideenwettbewerb2012
www.ib-sh.de/ideenwettbewerb-2012
www.seedfonds-sh.de/ideenwettbewerb-2012



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