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Presseinformation 355/2012 vom 03.12.2012 | zur Druckversion

Hilfe zur Selbsthilfe für Gewaltopfer


Wenn Menschen Opfer einer Gewalttat werden, sind sie auf schnelle, unbürokratische und vor allem individuelle Unterstützung und Hilfe angewiesen. Allerdings sehen sich die Betroffenen stattdessen oft mit verschiedenen Ansprechpartnerinnen und -partnern oder langwierigen Antragsverfahren konfrontiert. Deshalb haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ein Forschungsprojekt gestartet, mit dem die Koordination der Opferbetreuung und psychologische Soforthilfe für Opfer von Gewalttaten (KOPS) verbessert werden soll. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales fördert das Projekt. Partner sind das Sozialministerium Schleswig-Holstein, das Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und die symeda GmbH.

Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 197.030 Menschen Opfer von Gewalttaten. Obwohl das Angebot an Hilfe- und Betreuungsmaßnahmen für die Betroffenen vielfältig ist, ist der Zugang dazu häufig schwer. Opfer von Gewalttaten benötigen unter anderem Unterstützung in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit, Arbeit sowie Opferentschädigung. Das Projekt verfolgt das Ziel, in einer solchen Situation das Selbstmanagement der Opfer zu verbessern. Es soll ihnen so ermöglicht werden, mehr Selbstbestimmung und Eigeninitiative zu erlangen und einen besseren Überblick über ihre Situation und die kommenden Schritte zu erhalten.

„Zunächst ermitteln wir, welche Probleme und Konflikte für die Opfer angesichts der verschiedenen Hilfesysteme auftreten und wie sich diese auf die Qualität der Hilfe auswirken“, sagt Projektleiter Professor Carsten Schultz von der CAU. Mithilfe dieser Ergebnisse entwickelt das Kieler Forschungsteam gemeinsam mit der symeda GmbH ein IT-basiertes Fallmanagement-Werkzeug, um die Prozesse und Netzwerke für eine optimale ganzheitliche Versorgung besser steuern zu können. „Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland und dem Landesamt für soziale Dienste in Schleswig-Holstein werden wir dieses Werkzeug ab Sommer 2013 in der praktischen Opferhilfe erproben. Wir möchten so eine Lösung schaffen, die auch auf andere Träger und Regionen übertragbar ist und damit allen Opfern von Gewalttaten zu Gute kommt“, so Schultz weiter.

Alle Forschungserkenntnisse werden genutzt, um den Bedürfnissen von Gewaltopfern gerecht zu werden und die Abstimmung zwischen den verschiedenen Leistungserbringern zu verbessern. Das Projekt zeichnet sich dabei durch einen interdisziplinären Ansatz aus und es ist auf zunächst 29 Monate ausgelegt. Schultz: „Die Projektpartner freuen sich auf eine intensive Zusammenarbeit mit allen Opferhilfe- und Beratungsstellen, Notfalleinrichtungen, Trauma-Therapeuten, Selbsthilfegruppen und anderen Trägern der Opferhilfe“.

Für Rückfragen:
Prof. Dr. Carsten Schultz
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Lehrstuhl für Technologiemanagement
Tel.: 0431/880-1542
E-Mail: schultz@bwl.uni-kiel.de

Projektpartner:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein
LVR Qualität für Menschen
Symeda

Gefördert durch:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales



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