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Presseinformation 358/2012 vom 04.12.2012 | zur Druckversion

Technologietransferprämien für Kieler Forschungsprojekte


Sieben Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) wurden am Montag, 26. November, mit der Technologietransferprämie der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein und der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Geehrt wurden damit die Leistungen der Professoren Rainer Adelung (Institut für Materialwissenschaft), Daguang Cai (Molekulare Phytopathologie), Bernd Clement (Pharmazeutisches Institut), Friedrich W. Fuchs (Institut für Elektrotechnik und Informationstechnik), Wilhelm Hasselbring (Institut für Informatik), Reinhard Koch (Institut für Informatik), Carsten Schulz (Institut für Tierzucht und Tierhaltung) sowie die Leistungen von Professorin Karin Schwarz (Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde). Insgesamt erhielten 21 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Kiel, Flensburg und Lübeck die Transferprämien.

„Die Förderung des Technologietransfers unserer Forscherinnen und Forscher beweist einmal mehr die praxisnahe Arbeit an der Kieler Universität. Die Hochschule hat einen gesellschaftlichen Auftrag, an globalen Problemlösungen und Fragestellungen mitzuwirken. Und diesem Auftrag werden wir gerecht. Ich beglückwünsche alle Ausgezeichneten“, sagt Birgit Friedl, Vizepräsidentin der CAU und verantwortlich für die Bereiche Wissens- und Technologietransfer sowie Diversity Management.

Mit den Transferprämien werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Schleswig-Holstein gefördert, die vielfältige Kooperationen mit Unternehmen pflegen, Patente anmelden und Unterstützung für Existenzgründungen bieten. Auch praxisnahe Publikationen sowie Aktivitäten in Netzwerken und Weiterbildung gehen in die Wertung der Fachjury ein. Der Förderbetrag liegt jeweils zwischen 5.000 und 20.000 Euro und kann frei von den Arbeitsgruppen eingesetzt werden, zum Beispiel für die Präsentation wissenschaftlicher Beiträge auf Fachkonferenzen.

Die ausgezeichneten Projekte im Einzelnen:

Prof. Dr. Rainer Adelung
Professor Rainer Adelung kooperiert seit Jahren mit der Firma Nanoproofed in Scharbeutz. „Von der Entwicklung und Analyse neuartiger Antifoulingbeschichtungen ausgehend, wurden eine Reihe neuartiger Konzepte wie zur Haftung nichthaftender Kunststoffe, kratzfester Beschichtungen, Verbesserungen von Solarzellen oder antiviraler Ausrüstung von Materialien erprobt“, erläutert Adelung. Solche neuartigen Konzepte sollen zum Energiesparen und im Gesundheitssektor eingesetzt werden.

Prof. Dr. Daguang Cai
Die Abteilung für Molekulare Phytopathologie von Professor Daguang Cai forscht auf dem Gebiet der Pflanze-Parasit-Interaktionen, mit dem Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse über molekulare Mechanismen zu erlangen und diese zur Verbesserung pflanzlicher Produkte zu nutzen. Hierzu kooperiert Professor Cai seit Jahren in unterschiedlichen Projekten mit Unternehmen wie zum Beispiel der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG oder dem Biotechnologieunternehmen PLANTON GmbH. Unter Einsatz biotechnologischer und molekulargenetischer Methoden der modernen Genomforschung werden neue Strategien entwickelt, um ackerbauliche Pflanzen mit erhöhter Resistenz unter anderem gegen pilzliche Schaderreger zu züchten. Des Weiteren wurden molekulare Diagnoseverfahren zur Detektion und Quantifizierung bestimmter Isolate pilzlicher Schaderreger entwickelt, die bei einer Reihe von Unternehmen, national und international, auf große Resonanz stießen. Ein weiterer bedeutender Bereich ist die nachhaltige Produktion von antimikrobiellen Peptiden in pflanzlichen Bioreaktoren und deren Einsatz zur Bekämpfung epidermaler Infektionskrankheiten beim Menschen.

Prof. Dr. Bernd Clement
Arznei- und Wirkstoffe weisen sehr oft eine geringe sogenannte Bioverfügbarkeit auf. Diese können dann nicht oral in Form von Tabletten oder ähnlichem verabreicht werden. Hauptziel der Arbeiten von Professor Clement und seinem Team ist es, solche Verbindungen auch oral verfügbar zu machen. Dazu bedienen sie sich sogenannter Prodrug-Konzepte: Wirksame Verbindungen werden so abgewandelt, dass sie aus dem Magen-Darmtrakt aufgenommen und anschließend wieder in die eigentliche Wirkform umgewandelt werden. Diese Prinzipien wurden in Zusammenarbeit mit Drittmittelgebern auf zahlreiche Wirk- und Arzneistoffe übertragen.

Prof. Dr. Friedrich Fuchs
Professor Friedrich Fuchs und sein Team haben ein Leistungselektronik-Netzwerk mit Industrie und Hochschulen im Norden Deutschlands geschaffen. Insgesamt neun Kooperationsprojekte haben sie im Jahr 2011 mit Firmen aus den Sektoren Leistungshalbleiter, Photovoltaik, Windenergieanlagen und Elektrofahrzeuge durchgeführt. Neben F&E-Projekten (Forschung und Entwicklung) waren auch Dienstleistungsprojekte und eine Schulung darunter. Wichtige Themen auf dem Gebiet der Leistungselektronik sind für die Forschungsgruppe die Erhöhung des Wirkungsgrades, die Verbesserung des Betriebsverhaltens und eine bessere Netzintegration. Ein herausragendes Projekt war die Entwicklung eines Umrichters zur Speisung eines Motors in E-Fahrzeugen aus einer Batterie. Der Umrichter, ein viel versprechendes Zukunftskonzept, wurde in einem Verbundprojekt, beginnend mit einem Chip entwickelt und schließlich in einem E-Fahrzeug getestet.

Prof. Dr. Wilhelm Hasselbring
Professor Wilhelm Hasselbring arbeitet daran mit, den Kompetenzverbund Software System Engineering (KoSSE) als „Marke“ für den Wissens- und Technologietransfer in Schleswig-Holstein im Bereich Software System Engineering weiter zu etablieren. Hier arbeitet er in drittmittelgeförderten Transferprojekten mit den regionalen Unternehmen wie b+m Informatik AG, ESN EnergieSystemeNord GmbH, Funkwerk IT GmbH, Itemis AG, Dataport und der HSH Nordbank AG zusammen. Hasselbring kooperiert auch mit der Cap3 GmbH, die kürzliche von einigen Absolventen seines Lehrstuhles gegründet wurde.

Prof. Dr. Reinhard Koch
Professor Reinhard Koch betreute im vergangenen Jahr neun Projekte mit industrieller Beteiligung. Zwei von ihnen beschäftigten sich beispielsweise mit der Erzeugung von 3D-Bildern für die Werbung sowie mit 3D-Fernsehen. Dabei arbeitet das Institut für Informatik eng mit verschiedenen Fraunhofer-Instituten, Phillips Consumer Electronics und der Daimler Forschung zusammen. Ein weiterer bedeutender Bereich ist die Visualisierung und Verarbeitung maritimer Daten und Unterwasser-Rekonstruktionen aus Bildern.

Prof. Dr. Carsten Schulz
Auch in diesem Jahr wurden wiederum die Aktivitäten der Aquakulturforschung an der CAU prämiert. Die Kieler Universität arbeitet eng verzahnt als Gesellschafterin mit der Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) zusammen, die ihren Sitz in Büsum hat. Die wissenschaftliche Leitung der GMA durch Professor Carsten Schulz ist gekoppelt mit seiner Professur für Marine Aquakultur an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der CAU. Die GMA kooperiert in unterschiedlichen Projekten mit Unternehmen, die eine nachhaltige Aquakulturentwicklung im Blick haben. Im Zentrum der Arbeiten von Carsten Schulz stehen technologische und biologische Ansätze zur Aufzucht und Ernährung von Fischen in rezirkulierenden Systemen.

Prof. Dr. Karin Schwarz
Die Abteilung Lebensmitteltechnologie von Professorin Karin Schwarz arbeitet unter anderem in fünf Forschungsprojekten mit der Lebensmittelwirtschaft in Bereichen wie funktionelle Milchprodukte, Mikroverkapselung von Biowirkstoffen und Lebensmitteladditiven aus Nebenprodukten der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft zusammen. Des Weiteren ist in der Kategorie Wissenstransfer das Weiterbildungsprogramm Food in Kooperation mit dem KIN e.V. in Neumünster zu nennen sowie das alle zwei Jahre stattfindende „Symposium Funktionelle Lebensmittel“.

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Bildunterschrift: 21 Prämien vergab die ISH und EKSH unter anderem an sieben Wissenschaftler und eine Wissenschaftlerin der Kieler Universität.
Foto: EKSH

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