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Presseinformation 373/2012 vom 19.12.2012 | zur Druckversion

Starker Partner für marine Aquakultur

Fraunhofer-Gesellschaft übernimmt Landesanteile an der GMA mbH in Büsum


Die Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH (GMA) in Büsum (Kreis Dithmarschen) hat mit der Fraunhofer-Gesellschaft einen neuen starken Partner in ihrer Mitte. Für die Aquakulturforschung in Schleswig-Holstein ist das ein Schritt, der langfristig Perspektiven bietet, erklärte GMA-Geschäftsführer Dr. Guido Austen nach der Vertragsunterzeichnung in Kiel. Die größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa hat dafür den 25-prozentigen Gesellschafter-Anteil des Landes Schleswig-Holstein übernommen und wird künftig ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet einbringen. Erst im Juli dieses Jahres hatte die GMA mbH das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel als vierten Gesellschafter aufgenommen – und dafür das Stammkapital aufgestockt. Weitere Gesellschafter sind die Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel mbH (egeb) und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

„Die Beteiligung der Fraunhofer-Gesellschaft ist für uns von strategischer Bedeutung“, machte Geschäftsführer Dr. Austen deutlich. Damit könne die Auftrags- und Grundlagenforschung für marine Aquakultur in Schleswig-Holstein weiter gestärkt werden. Die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie (EMB) in Lübeck sei bereits in Teilbereichen auf diesem Gebiet tätig. „Wir werden uns hervorragend ergänzen“, betonte Dr. Austen. Mit dem Einstieg der Fraunhofer-Gesellschaft komme man auch dem langfristigen Ziel näher, die GMA in eine marktorientierte Gesellschaft und eine Forschungsgesellschaft zu trennen.

„Die EMB kann über diese Beteiligung ihre Position als Teilhaber an EU- und Bundesprogrammen vertiefen“, erklärte Johann Siemes für die Fraunhofer-Gesellschaft. „Die GMA stellt das Kompetenzzentrum für marine Aquakultur in Deutschland dar“, lobte er die Arbeit der vor drei Jahren eingeweihten Forschungs- und Versuchsanlage an der Dithmarscher Westküste. Durch die Erforschung von alternativen Futtermittelrohstoffen in der Fischernährung, angepassten Haltungssystemen oder Reproduktionsverfahren aquatischer Organismen arbeitet die GMA an innovativen Lösungen, um umweltverträgliche Aquakultursysteme für die Aufzucht von Fischen zu entwickeln. Renommierte Forschungsförderinstitutionen und privatwirtschaftliche Partner schätzen die Kompetenz der GMA, die mit Doktoranden und Studierenden zeitweise bis zu 30 Mitarbeiter beschäftigt. So konnten mit der CAU bislang Drittmittel in Höhe von mehr als 7,5 Millionen Euro für Projektarbeiten eingeworben werden.

Durch den Einstieg bei der GMA kann die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie künftig auf die in Büsum vorhandene Ausstattung zurückzugreifen. „Das erleichtert es der EMB, Versuche in den industriellen Maßstab zu überführen und deren Ergebnisse zu verifizieren, ohne eine vergleichbare technische Ausstattung vorhalten zu müssen“, so Siemes. Die Erfahrungen der GMA seien auch hilfreich, um neue Methoden und Techniken im Umgang mit Meerestieren einzuführen. „Das Land Schleswig-Holstein möchte die Forschung auf dem Gebiet der Aquakultur fördern und bündeln. Daher wird unsere Beteiligung an dem Kompetenzzentrum ausdrücklich begrüßt.“

Über die Zusammenarbeit der GMA mit dem Lehrstuhl für Marine Aquakultur an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel bietet sich für die EMB zudem die Möglichkeit, Forschung und Lehre noch enger miteinander zu verknüpfen und Studierende aus diesem Fachgebiet für Qualifizierungsarbeiten an der EMB zu gewinnen und auszubilden, sagte Siemes.

„Wir freuen uns über die Aufnahme der Fraunhofer-Gesellschaft in die GMA, da sie die Möglichkeiten erweitert, Kooperationen mit anderen Forschungsorganisationen einzugehen“, erklärte dazu Michael Wagner, Verwaltungsdirektor des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel. Professor Dr. Carsten Schulz, wissenschaftlicher Leiter der GMA in Büsum, sieht sich durch die Beteiligung der Fraunhofer-Gesellschaft bestätigt. „Das ist eine Wertschätzung unserer bisherigen Forschungstätigkeiten.“ In der praktischen Arbeit wird sich nichts ändern. Professor Dr. Schulz: „Wir haben gemeinsame Schnittmengen mit der EMB in Lübeck. Ziel wird sein, die Kooperation beider Einrichtungen zu intensivieren und daraus neue, wirtschaftsnahe Arbeitsfelder zu entwickeln.“


Pressekontakt:
Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH
Hafentörn 3, 25761 Büsum
Geschäftsführer Dr. Guido Austen
Telefon 04852/838418
E-Mail: austen@egeb.de
www.gma-buesum.de