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Presseinformation 50/2013 vom 19.02.2013 | zur Druckversion

Uni Kiel: Vorfahrt für exzellentes Lehren und Lernen

Großprojekt „PerLe“ nimmt Fahrt auf


Mit dem „Projekt Erfolgreiches Lehren und Lernen“ (PerLe) hat die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) eine Qualitätsoffensive zur Verbesserung von Studium und Lehre ins Leben gerufen. Fast 12 Millionen Euro stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dafür aus dem Topf des Qualitätspaktes Lehre bis 2016 zur Verfügung. Im laufenden Wintersemester besuchten hunderte Studienanfängerinnen und -anfänger die ersten Veranstaltungen, die den Einstieg ins Studium erleichtern sollen. Ein durchweg positives Bild davon zeichnen die ersten Befragungen der Teilnehmenden.

Zwar bewegte sich die Lehre auch vor dem neuen Projekt auf einem hohen Niveau, wie die Bachelorumfrage 2012 belegt. Die Fördergelder eröffneten nun aber ganz neue Perspektiven: „Mit ‚PerLe’ haben wir ausgezeichnete Rahmenbedingungen an der CAU geschaffen, um Schwächen in Studium und Lehre zu beheben und beides der exzellenten Kieler Forschung anzugleichen“, sagt der für die Lehre und Nachwuchsförderung verantwortliche Vizepräsident Professor Frank Kempken.

Sechs Teilprojekte umfasst das Konzept von „PerLe“, mit dem die einzige Volluniversität Schleswig-Holsteins die Betreuung und Förderung ihrer Studierenden verbessern, die Studienzufriedenheit und die Zahl der Absolventinnen und Absolventen erhöhen will. 35 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter widmen sich derzeit diesen Zielen des Konzepts. Weitere Einstellungen sind geplant, um bestehende Angebote auszubauen und weiterzuentwickeln.

Damit sie den Übergang von der Schule an die Hochschule leichter schaffen, wurden Erstsemestern im Wintersemester 2012/13 zusätzlich zu den Vorkursen Mathematik, Romanistik und Chemie auch erstmals Vorkurse für Wirtschaft/Politik und Philosophie angeboten. Vermittelt werden sollen darin Grundkenntnisse und Strategien, mit denen die Erstis auf das selbständige akademische Lernen vorbereitet werden. Rund 470 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzeichneten die Vorkurse bis jetzt. Über 80 Prozent bewerteten die Kurse mit sehr gut oder gut. Fast 90 Prozent fühlten sich durch „PerLe“ gut auf das Studium vorbereitet. „Studierende nehmen vor allen Dingen wissenschaftliche Arbeitsmethoden aus den Kursen mit“, weiß Projektleiterin Isabel Palmtag. Fast 80 Prozent der Befragten gaben zudem an, nun auch besser über die Organisation des Studiums informiert zu sein.

Eine Premiere feierte im laufenden Wintersemester auch das neue „Bildungswissenschaftliche Eingangsmodul“ (BELA) für künftige Lehrerinnen und Lehrer, an dem 350 Erstsemester teilnahmen. Praxisnah setzen sich die Lehramtsstudierenden in diesem Modul mit dem Berufsbild auseinander, sprechen mit Lehrerinnen und Lehrern über die Anforderungen im Beruf und hospitieren in Schulen. Begleitet werden sie dabei von Tutorinnen und Tutoren, die hochschuldidaktisch geschult sind. „Teilnehmende beschäftigen sich hier frühzeitig mit schulrelevanten Fragestellungen und können überprüfen, ob sie wirklich für den Beruf der Lehrkraft geeignet sind“, erläutert Palmtag die Ziele des Moduls.

Bereits vor dem Studium setzt das Gesamtprojekt „PerLe“ auf eine effektivere Studienberatung. Workshops, studentische und wissenschaftliche Mentorinnen und Mentoren stehen künftig Schülerinnen und Schülern gymnasialer Oberstufen zur Seite. „Sie sollen Studieninteressierte bei der Wahl des passenden Studienfachs unterstützen und gemeinsam mit ihnen persönliche Stärken und Schwächen analysieren. Die Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium“, erklärt Projektleiterin Palmtag die Unterstützung für das richtige Segelsetzen.

Lehramtsstudierende werden darüber hinaus mit PerLe besser während und nach ihren Schulpraktika betreut. Online-Seminare und -Sprechstunden ermöglichen eine kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung von Studierenden seitens der Universität, unabhängig von Zeit und Ort. Workshops und Praktika-Treffs ergänzen die Angebote rund um das Berufspraktikum. Eine neue jährliche Bildungsmesse soll Praktikumsplätze in Schulen, Universitäten und Museen vermitteln.

Mit forschendem Lernen, Service Learning und Social Entrepreneurship setze „PerLe“ außerdem auf innovative Lehrmethoden, benennt Palmtag weitere Projektziele: „Wir wollen Theorie und Praxis stärker miteinander verknüpfen und Forschung, Lehre sowie gesellschaftliches Engagement zusammenführen.“ Im Fokus stünden hierbei studentische Projekte, die die Lösungen für reale gesellschaftliche Probleme hervorbringen sollen.

Darüber hinaus erarbeiten die Expertinnen und Experten von „PerLe“ neue Programme für diejenigen, die ihr Wissen täglich erfolgreich an die Studierenden weitergeben: für Professorinnen und Professoren, aber auch Tutorinnen und Tutoren. „Momentan befinden wir uns noch in der Bedarfsanalyse“, sagt Palmtag, „aber der Wunsch nach kollegialen, interdisziplinären Lehrhospitationen und nach Weiterbildung zu aktivierenden und motivierenden Lehrmethoden ist groß unter den Dozentinnen und Dozenten. Dem werden wir mit Angeboten gerecht werden.“

Auch das Gebiet um E-Learning und Blended Learning (integriertes Lernen) deckt „PerLe“ ab. Neue und innovative Angebote befinden sich bereits in der Konzeptionsphase.

2017 besteht die Möglichkeit für das Projekt, sich für weitere fünf Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung Zuschüsse zu sichern.

Die Teilprojekte von „PerLe“ im Einzelnen:

1. Qualitätsentwicklung in der Lehre
Um die Qualität der Lehre an der CAU dauerhaft zu sichern, werden neue Instrumente der Qualitätssicherung entwickelt. Dazu wird ein Zentrum für Lehrinnovation eingerichtet. Dieses Zentrum will Lehrende dazu anregen und dabei unterstützen, sich mit innovativen Lehr- und Lernformen auseinanderzusetzen und ihre Lehre an der CAU weiterzuentwickeln.
Hierzu gehören verschiedene Formate, in denen ein Austausch zum Thema Zukunft und Güte von Lehre angeregt wird. Unter anderem wird es eine Denkgruppe Lehre geben, in der Universitätsangehörige aus verschiedenen Statusgruppen gemeinsam Impulse zu innovativer Lehre entwickeln. Zudem entsteht eine zentrale Internetplattform für Lehr- und Lerninnovation, die die kooperative Wissensentwicklung fördert und als Wissensspeicher und Nachrichtenmedium der CAU zum Lehren und Lernen dienen soll.
Unter dem Dach des Zentrums für Lehr- und Lerninnovation bestehen Angebote im Bereich Beratung, Coaching und konzeptuelle Unterstützung für Dozentinnen und Dozenten zur Verbesserung ihrer Lehre. Der Fokus liegt auf problemlösungsorientiertem Lernen in Forschung und Gesellschaft. Thematisch-methodisch umfassen die Angebote insbesondere die Bereiche forschungsbasierte Lehre, nachhaltige Entwicklung, Service Learning, Social Entrepreneurship sowie E-learning.
Zusätzlich wurde ein Qualitätsfonds Lehre eingerichtet. Dafür stehen von 2012-2016 jährlich 100.000€ für dezentrale Lehrinnovationen zur Verfügung. Konkrete Vorhaben auf Modulebene, Studiengangsebene und auf interdisziplinärer Studiengangsebene können im Umfang von 5.000-15.000 Euro gefördert werden.

2. Orientierung in der Studieneingangsphase
Zu Beginn eines Studiums haben viele Studierende nachweislich Probleme damit, Ausrichtung, Umfang und Tiefe der fachlichen Studieninhalte richtig einzuschätzen und richtig zu lernen. Um künftigen Studierenden den Eingang in das Studium und den Übergang von der Schule an die Hochschule so leicht wie möglich zu machen, werden Vorkurse und Tutorien zur Vorbereitung des ersten Studiensemesters, auf die akademische Ausrichtung der Inhalte und die akademische Lernkultur angeboten. Die Betreuung wird über Lehrassistenzen gesichert. Lernstrategien werden vermittelt und Vorkurse angeboten, die Grundlagenwissen für den erfolgreichen Studiendurchlauf vermitteln. Die Angebote erstrecken sich auf die Fächer Mathematik, Chemie, Romanistik, Wirtschaft/Politik und Philosophie.

Besonderer Handlungsbedarf besteht bei der Lehramtsausbildung. Um mehr Praxisbezug herzustellen, wurde ein spezielles Eingangsmodul für das Profil Lehramt entwickelt (Bildungswissenschaftliches Eingangsmodul „BELA“). Es weist einen ausgeprägten Schulbezug unter Einbeziehung von Erziehungswissenschaft, Psychologie, Soziologie, Philosophie, Fachdidaktiken und weiterer Fächer auf. Hier sollen sich die Studierenden frühzeitig mit schulrelevanten und praxisnahen Fragestellungen auseinandersetzen und eine erste Orientierung für das Lehramtsstudium gewinnen. Dabei werden Aspekte der Studien- und Berufseignung praxisnah thematisiert.

3. Neue Ansätze in der Studienberatung
Die erstellte Planung umfasst zwei Projektbereiche. Einerseits den Aufbau eines Mentorenprogramms zur Unterstützung der verbindlichen Studienfachentscheidung, andererseits ein Schulungskonzept zur Auseinandersetzung von Schülerinnen und Schülern mit ihren Stärken, Schwächen und Interessen, deren Teilnahme ihnen eine fundierte Entscheidungsfindung ermöglicht.
Ziel des Mentorenprogramms ist es, interessierten Schülerinnen und Schülern spezifischer Fachbereiche studentische und wissenschaftliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen. Diese fungieren als kompetente Ratgeberinnen und Ratgeber vor der verbindlichen Studienfachentscheidung.
Schülerinnen und Schüler ohne Studienfachidee erhalten die Möglichkeit, sich durch Schulungen und Seminare mit ihren Stärken und Schwächen auseinanderzusetzen und werden gezielt zu einer Beschäftigung mit dem Thema Studienfachwahl angeleitet. Sie erhalten eine durch Fachpersonal begleitete Möglichkeit zur persönlichen Reflexion ihrer Fähigkeiten und Wünsche sowie Ideen zur individuellen Weitererarbeitung. Ziel der Angebote ist es, die Studienfachideeentwicklung von Schülerinnen und Schülern professionell und umfassend zu unterstützen und diese so bei der Studienorientierung zu begleiten.

4. Begleitung von Schul- und Berufspraktika
In allen Bachelorstudiengängen der CAU sind Praktika integraler Bestandteil des Studiums. Damit die Studierenden die dort gemachten Erfahrungen noch besser in ihr Studium und ihre Berufswahl umsetzen können, sollen die Praktika intensiver begleitet werden. Zu diesem Zweck wird ein webbasiertes Portal eingerichtet, das die wissenschaftliche, kontinuierliche sowie zeit- und ortsunabhängige Begleitung von Studierenden von Seiten der Universität ermöglicht. Das Angebot bezieht sich dabei in erster Linie auf die Durchführung und Nachbereitung der Praktika von Studierenden mit dem Profil Lehramt oder Fachergänzung. Online-Seminare und -Sprechstunden sollen Lehramtsstudierenden helfen, ihre Praktika bildungswissenschaftlich und fachdidaktisch zu reflektieren. Das Praxismodul im Bereich Fachergänzung wird umstrukturiert und um Praktikantentreffs, Online-Sprechstunden und Workshops ergänzt, in denen sich Studierende mit den eigenen Kompetenzen auseinandersetzen und verschiedene Berufsfelder kennen lernen können. Eine jährliche Bildungsmesse in Kooperation mit Trägern aus dem Bildungswesen soll Praktika in Schulen, Universitäten, Museen und anderen Institutionen vermitteln.

5. Qualifikation des Lehrpersonals
In diesem Teilprojekt rücken die Lehrenden in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Für sie sollen maßgeschneiderte Angebote entwickelt werden, die sie in ihrer Lehrtätigkeit optimal unterstützen. Besondere Schwerpunkte liegen dabei auf der Entwicklung eines umfassenden Qualifizierungsangebots für studentische Tutorinnen und Tutoren, einer Einstiegserleichterung für neuberufene Professorinnen und Professoren und der Etablierung kollegialer Beratungsrunden für die gesamte Gruppe der Lehrenden.
Insgesamt sollen sowohl fachspezifische als auch interdisziplinäre Angebote konzipiert, implementiert und in der Christian-Albrechts-Universität verankert werden. Die Angebote richten sich nach dem von den Lehrenden geäußerten Bedarf, der in der ersten Phase des Projekts systematisch abgefragt wird.
Im Teilprojekt wird eng mit anderen der Universität angehörigen Partnerinnen und Partnern zusammengearbeitet, wie zum Beispiel mit dem Graduiertenzentrum oder der Wissenschaftliche Weiterbildung.

6. E-Learning
Begleitend zu allen Teilprojekten von „PerLe“ werden aus dem zentralen E-Learning-Service der CAU heraus neue und innovative Angebote für E-Learning und Blended Learning entwickelt und umgesetzt.

Weitere Informationen unter: www.perle.uni-kiel.de

Das Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen – PerLe wird von 2012 bis 2016 aus Mitteln des Qualitätspakt Lehre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01PL12068 gefördert und verfolgt das Ziel, die Qualität der Lehre und die Betreuung von Studierenden an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zu verbessern. Dazu werden Maßnahmen in den Bereichen Studienberatung, Orientierung in der Studieneingangsphase, Begleitung von Schul- und Berufspraktika, Qualifikation des Lehrpersonals und Qualitätsentwicklung in der Lehre entwickelt und umgesetzt.

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Bildunterschrift: Innovative Lehr- und Lernformen und eine bessere Betreuung vor und während des Studiums: Das Projekt Erfolgreiches Lehren und Lernen („PerLe“) an der Kieler Universität hat Fahrt aufgenommen.
Copyright: CAU, Foto: Markus Hauser

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Bildunterschrift: Die „PerLe“ für eine höhere Studienzufriedenheit: Praxisnäher und beratungsintensiver wird das Studium an der CAU durch das Projekt zur Verbesserung von Studium und Lehre.
Copyright: CAU, Grafik: SHX

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Kontakt:
Isabel Palmtag
Projektleiterin "PerLe"
Tel.: 0431/880 2112
E-Mail: ipalmtag@uv.uni-kiel.de



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