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Leukämien sind die häufigsten
bösartigen Erkrankungen im Kindesalter. Bei einer Leukämie (griechisch:
weißes Blut) kommt es zu einer übermäßigen Produktion
von krankhaften weißen Blutkörperchen und deren Vorstufen im
Knochenmark, welche das gesunde blutbildende Mark zunehmend verdrängen.
Die häufigste Form der Leukämie im Kindesalter, die akute
lymphoblastische Leukämie (ALL), wird im Bundesgebiet jedes Jahr
bei ca. 550 Kindern neu diagnostiziert. Unbehandelt führt die Erkrankung
zum Tod.
Zur rationalen Therapie auf
dem Boden streng kontrollierter klinischer Daten, besteht seit den 70er
Jahren ein ständig wachsender Verbund von Studienkliniken,
in denen die erkrankten Kinder nach einem einheitlichen Studienprotokoll
(aktuell: ALL-BFM 2000), behandelt werden.
Die Verbesserung des Therapieergebnisses bei der Behandlung der akuten
lymphoblastischen Leukämie im Kindesalter ist eine der großen
Erfolgsgeschichten innerhalb der klinischen Onkologie der vergangenen
Jahrzehnte. Die Heilungsrate der akuten lymphoblastischen Leukämie
im Kindesalter ist seit der gleichzeitigen Verabreichung von mehreren
Chemotherapeutika (Polychemotherapie) auf fast 80% angestiegen.
Die Studienzentrale
der größten europäischen Therapiestudie zur Behandlung
der ALL im Kindesalter, der Berlin-Frankfurt-Münster Studie, ist
unter der Leitung von Prof. Dr. med.
M. Schrappe an der Klinik für Allgemeine Pädiatrie in Kiel angesiedelt. Sie ist verantwortlich
für die Koordination und Auswertung der Studie. In der Regel wird
ca. alle 5 Jahre die laufende Studie ausgewertet und ein neues, nach den
Ergebnissen der vorangegangenen Studie modifiziertes Therapiestudienprotokoll
verfasst.
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