Die zentrale Steuerung und Überwachung von Therapien in der Kinderkrebsheilkunde wurde vor ungefähr 30 Jahren eingeführt. Damals schlossen sich mehrere Kliniken zusammen, um die Therapie kindlicher Krebserkrankungen zu vereinheitlichen und durch die zentrale Verwaltung der Patientendaten genauere Erkenntnisse über Risikofaktoren und den Verlauf der Erkrankung zu gewinnen. Dieses Prinzip der Therapieoptimierung wurde zuerst auf die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) angewendet und ist inzwischen für fast alle Krebserkrankungen im Kindesalter üblich. So konnte die Therapie deutlich verbessert werden, inzwischen überleben 80 von 100 Kindern eine akute lymphoblastische Leukämie, während vor 30 Jahren noch annähernd 80 von 100 erkrankten Kindern verstarben.

Die Studienzentrale, die die zentrale Koordination im Bereich der ALL-BFM-Studie übernimmt, setzt sich aus dem Studienleiter Prof. Dr. med. Martin Schrappe, den StudienkoordinatorInnen Dr. Anja Möricke, Dr. Katja Meyer - Schell und Dr. Simon Modlich, dem Statistiker Dr. Martin Zimmermann, den Medizinisch-Technischen AssistentInnen Edelgard Odenwald, Antje Sörensen, Marga Lorentzen, Dietlinde Hille, Christina Becker, Frauke Kahlert,Christian Bretscher und Birthe Fedders sowie Melanie Gerzmehle, Katja Schwermer und Susanne Timm in der Dokumentation zusammen.

Die Studienzentrale hat folgende Aufgaben:

  • Erfassung aller Kinder mit ALL, die in ALL-BFM-Studienkliniken behandelt werden
  • Begutachtung der eingesandten Blut- und Knochenmarkproben sowie Hilfestellung bei der Diagnosefindung
  • Beratung der behandelnden Kliniken in schwierigen Situationen im Rahmen der Therapie
  • Datensammlung zu Vorerkrankungen der Kinder, Therapiedurchführung in den behandelnden Kliniken, Abweichungen vom Therapieprotokoll, Therapiegiftigkeit, Todesfällen
  • Erarbeiten neuer Therapierichtlinien
  • Verbesserung der Therapiesicherheit
  • Vergleich der Behandlungsergebnisse mit denen anderer Studiengruppen aus dem europäischen und nicht-europäischen Ausland
  • Kooperation mit internationalen Therapiegruppen