Zur Geschichte der Universität Kiel und des Instituts für Anorganische Chemie

Teil I

Klaus Beneke




Inhaltsübersicht

1 Einleitung

2 Die Universität Kiel

2.1 Die Gründung

2.2 Umzug der Universität 1768

2.3 Karl Himly

2.4 Akademiker und Wissenschaftler im

19. Jahrhundert

2.5 Schleswig-Holstein wird preußische Provinz,

die Universität geht ins 20. Jahrhundert

2.6 Das Studium der Frauen an den

Universitäten

2.7 Das Neue Chemische Laboratorium und

Chemische Institut ab 1878

3 Die Universität zwischen den

beiden Weltkriegen

3.1 Das Chemische Institut

3.2 Die Universität unter dem

Nationalsozialismus

4 Die Universität nach dem 2. Weltkrieg 4.1 Das alte Chemische Institut

4.2 Das Anorganisch-Chemische-Institut

in der Olshausenstraße

4.3 Zitationen (citation index) der Professoren

und wissenschaftlichen Mitarbeiten des Instituts für

Anorganische Cheme der Universität Kiel

für den Zeitraum 1964 bis 1995

4.3.1 Zitationen der Direktoren und ehemaligen Direktoren

4.3.2 Zitationen von Professoren und Mitarbeitern

4.3.3 Zitationen von Mitarbeitern

4.3.4 Gesamtzahl der Zitationen der Mitarbeiter des Instituts für Anorganische Chemie der Universität Kiel, nach Jahren geordnet

4.4 Ausblick

5 Anhang 5.1 Anzahl der Studenten und Professoren in Kiel im Vergleich zu Bonn und Tübingen

5.1.1 Professoren und Studenten in Kiel 1830 - 1980

5.1.2 Professoren und Studenten in Bonn 1830 - 1980

5.1.3 Professoren und Studenten in Tübingen 1830 - 1980

5.1.4 Bevölkerung und Studenten in Deutschland und in der Bundesrepublik Deutschland 1830 - 1980 (nur Universitäten)

5.2 Ehemalige Hochschullehrer der Universität Kiel, die im Straßenverzeichnis der Stadt Kiel benannt werden

6 Literatur

7 Bilder
 
 

1 Einleitung

"Der wissenschaftlich arbeitende Forscher, der eine neue Entdeckung macht sollte aufpassen, daß diese Neuigkeit auch wirklich etwas Neues ist. Schon unsere Vorfahren im Altertum haben Kenntnisse gehabt von denen man oft nichts weiß oder ahnt. Deshalb ist historisch wissenschaftliche Forschung wichtig um zu entscheiden ob die Ergebnisse neu sind, oder nur ein Aufguß früherer Erkenntnisse".

Die Universität Kiel wurde 1665 als 39. Hochschule im deutschsprachischeím Raum gegründet. In diesem Beitrag wird ihre wechselvolle durch die politischen Ereignisse geprägte Geschichte beleuchtet.

Es wird berichtet über die Lehrer des Chemischen Instituts, das später aufgeteilt wurde in die Institute für Physikalische Chemie, Organische Chemie und Anorganische Chemie. Die wissenschaftlichen Leistungen dieser Hochschullehrer werden in diesem Bericht nicht dargestellt um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen.

Das Institut für Anorganische Chemie der Universität Kiel besitzt eine einmalige Sammlung von Briefen und Schriften aus einer Zeit als es in Deutschland und auf der Welt nicht allzu gut aussah. Von den früheren Vorständen des Instituts Prof. Wilhelm Klemm und Prof. Robert Juza gibt es eine seit 1947 bis in die 60er Jahre gesammelte Koresspondenz welche in nummerierten Ordnern nach Jahreszahl geordnet wie in einem Archiv aufbewahrt sind.

Dieses Archiv ist eine große Quelle für den historisch arbeitenden Naturwissenschaftler. In ihm befinden sich Briefe, Dokumente, Rechnungen und andere wichtige Schriftstücke, die die schwere Zeit nach dem 2. Weltkrieg beleuchten und uns näher bringen.

Unter den Empfängern der Briefe findet man bedeutende Fachgenossen seiner Zeit in welchen die Nachkriegszeit, Kriegszeit und Vorkriegszeit immer wieder zum Ausdruck kommt.

Man trifft auf Schicksale aller Art. So wird z. B. um die eine Bescheinigung gebeten, daß man im Institut in Danzig gearbeitet hat, da alle Unterlagen auf der Flucht verloren gingen.

Erschütternd ist ein Dokument von wahrscheinlich 1948. Es handelt sich um eine Todesanzeige aus Leipzig, in der der Tod eines jungen Mannes angezeigt wird, in der steht, daß er als Opfer der Nationalsozialisten gestorben ist. W. Klemm hat daran die Kopie eines Dokumentes von 1944 geheftet, in dem der junge Mann von der TH Danzig gewiesen wird, weil er Witze über Adolf Hitler gemacht hatte. Was noch schlimmer war, er wurde in einem Strafprozeß verurteilt und mußte für ein Jahr ins Gefängnis. An den Folgen des Gefängnisaufenthaltes ist er später gestorben.

Es befinden sich auch "Bettelbriefe" in den Unterlagen. Zum Beispiel bittet ein Spätheimkehrer um einen Studienplatz. Ebenso bittet ein Mann aus Schleswig-Holstein um einen Studienplatz für seinen Neffen. Bei diesem Neffen handelt es sich, wie ich festellte, um Dietrich Stoltzenberg (geb. 1926), dessen Vater eine chemische Fabrik besaß, in der auch Giftgase in den zwanziger Jahren produziert wurden. W. Klemm lehnt dieses Gesuche ab und D. Stoltzenberg ging zum Chemiestudium an die TH Karlsruhe und arbeitete später in der Industrie. Im Ruhestand hat dieser D. Stoltzenberg 1994 eine außergewöhnliche, ich meine die bid dahin beste Biographie über Fritz Haber (1868 - 1934) geschrieben [1].

Man kann dankbar sein, daß diese Dokumente von den Nachfolgern der beiden Ordinarien nicht vernichtet wurden. Wobei ich nicht glaube, daß diese je in diesen geblättert haben. Deshalb ist es wichtig, für diese Dokumente einen sicheren Platz zu finden und sie zu archivieren.

Ich danke Frau Marianne Assmussen für die Überlassung der Literatur [3,17] und allen die mir mit Auskünften geholfen haben. Bei Prof. Harry Hahn, einem Zeitzeugen aus Stuttgart bedanke ich mich herzlich für seinen freundlichen Briefe und Überlassung von Bildern.
 
 

Klaus Beneke Kiel, im Februar 1997

Ergänzt, im September1999
 
 

2 Die Universität Kiel

2.1 Die Gründung Schleswig-Holstein wurde in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) nicht verschont. Die ersten Pläne einer Universitätsgründung in den Herzogtümern tauchten nach dem Lübeker Frieden von 1629 auf. Als Sitz der neuen Hochschule wurde an die im königlichen Anteil liegende Stadt Flensburg gedacht, hatten doch einige Mitglieder der Ritterschaft schon größere Geldsummen für eine solche Akademie zugesichert. Einer ihrer Bürger nannte sich bereits "oeconomus uff der neu angefangen Universitett". Die Pläne zerschlugen sich aber vorerst.

Im Dezember 1641 legten die beiden Landesherren König Christian IV von Dänemark und Herzog Friedrich III, ihre "Proposition" den versammelten Ständen in Kiel vor. In dieser wurde vorgeschlagen "eine academiam undt Universität zu erigiren". Sie führten dabei aus, daß die "Länder aller örter sehr desolirt und verwüstet, also daß einige gelegene academia, wohin die Jugendt zur Verführung ihrer studiorum zu verschicken, in gantz Teutschland fast nicht zu finden" . Dieser Plan wurde von den Ständen nicht grundsätzlich abgelehnt, aber sie baten angesicht der Nöte durch den Krieg ein solches zwar "gedeihlich aber kostbahres Werk zu besserer Zeit und der Stende weiterer Deliberation zu dilatiren" [2].

Mit dieser Vertagung wurde der Plan einer gemeinschaftlichen Gründung der Herzogtümer aufgegeben, wobei bei dem Vorschlag von 1641 Herzog Friedrich III die treibende Kraft war. Er setzte seine Bemühungen zur Einrichtung einer Hochschule fort und hatte damit ein Jahrzehnt später Erfolg, indem ihm Kaiser Ferdinand III am 26. April 1652 in einem feierlichen, mit einer Goldbulle besiegelten Diplom das Recht verlieh, in seinem Herzogtum eine Universität oder Akademie einzurichten, die die Freiheiten der bisherigen Universitäten genießen sollte und das Recht hätte, Baccalaurei, Magistri, Licentiaten und Doctores mit den üblichen Sollennitäten zu ernennen.

Durch die politischen und kriegerischen Wirren in Nordeuropa in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre (die sogenannten Schweden- und Polackenkriege) konnte Herzog Friedrich III seinen Plan nicht durchführen. In seinem Testament verpflichtete er seinen Sohn Christian Albrecht, die Universität zu gründen, sobald die Zeiten dies gestatteten [2].

Als achtzehnjähriger folgte Christian Albrecht 1659 seinem Vater und war gewillt, den Wunsch seines Vaters durchzusetzen. Die Wahl des Gottorfer Fürstentums fiel auf Kiel. Die Stadt erklärte sich bereit, der Universität die notwendigen Gebäude zur Verfügung zu stellen und überließen ihr das ehemalige Franziskanerkloster in der Nähe des Marktes. Durch Umbauten, welche die Stadt bezahlte, entstanden vier Hörsäle, ein Sitzungsraum für das Konsistorium, ein Saal für die Bibliothek und Räume für den Konvikt. Später mußte die Stadt noch einen Karzer einbauen. Am 5. Oktober 1665 eröffnete Herzog Christian Albrecht mit einem Festakt in der Nikolaikirche die Universität, welche sich alsbald Albertina Christiana nach ihrem Stifter nannte.

Die Universität trug, wie es den Verhältnissen der Zeit entsprach, konfessionellen Charakter; sie war protestantisch. In dieser Frühzeit durfte kein Reformierter und kein Katholik eine Professur übernehmen. Bis weit ins 18. Jahrhundert lebte die Anschauung, daß sie gegründet sei "zur Ehre Gottes, zur Aufrechterhaltung der reinen evangelischen Wahrheit, zur Pflege der Wissenschaften und Künste, zum gemeinen Besten" [2].

Im ersten Semester des Gründungsjahres gab es 16 Professoren und 140 Studenten, die sich auf die Theologische, die Juristische, die Medizinische und die Philosophische Fakultät verteilten.

Bereits 1665 waren der o. Professor für Logik und Metaphysik Christoph Franck (1642 - 1704) und für Mathematik Samuel Reyher (1635 - 1714) ernannt [3].

Die "Kielische Akademie", wie man sie auch nannte, nahm einen guten Anfang. Es kamen angesehene Gelehrte nach Kiel. Die materielle Grundlage, die ihr der Gottorfer Staat auf Dauer geben konnte, war gering, vor allen Dingen nach dem unglücklichen Ausgang des Nordischen Krieges (1700 - 1721). Es begann ein allmählicher Niedergang der Universität, die Gebäude verfielen, und die Professuren konnten teilweise nicht mehr besetzt werden. Die Zahl der Studenten sank von Jahr zu Jahr bis auf etwa 60. Auf eine Jubiläumsfeier zum 100. Geburtstag der Universität im Jahre 1765 mußte abgesehen werden, da der äußere und innere Verfall dies nicht gerechtfertigt hätten.

Erst durch die Änderung der politischen Verhältnisse, der Herzog Karl Friedrich von Holstein-Gottorp heiratete Anna Petrowna, die Tochter des Zaren Peter I (dem Großen) (1672 – 1725; Zar von 1682/89-1725). Deren Sohn Karl Peter Ulrich (1728 - 1762), in Kiel geboren, heiratete 1745 die Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst (1729 - 1796) und bestieg 1762 als Peter III Feodorowitsch den Zarenthron. Er war geistig beschränkt und wurde von seiner Frau gestürzt und vom Fürsten Orlow 1762 ermordet. Daraufhin bestieg seine Frau als Katharina II (die Große, Zarin 1762 - 1796) den Thron. Das kleine Gottorfer Fürstentum wurde nun für ein Jahrzehnt mit Rußland in Personalunion verbunden. Katharina II übernahm die Regentschaft im Gottorfer Staat und förderte sehr die Hochschule in dem sie vor dem Schloß ein neues Universitätsgebäude bauen ließ [2].

Die zügellose Sinnlichkeit Katharina II führte in Rußland zu einer Günstlingswirtschaft deren einflußreichster Günstling Potemkin war. Ihre Reformen der Verwaltung, der Wohlfahrt, Bildungswesen, Handel und Landwirtschaft stand im krassen Gegensatz zu der Erweiterung der Leibeigenschaft der Bauern. Sie führte zwei Türkenkriege (1768 - 1774/1787 - 1792) wobei die Nordküste des Schwarzen Meeres mit der Krim erobert wurden. Auch war sie an der Teilung Polens beteiligt.

Im Jahre 1773 trat das russische Herscherhaus das Gottorfer Fürstentum im Austausch gegen andere Gebiete an Dänemark ab. Damit waren beide Herzogtümer unter einem Zepter vereinigt, und die Alma Mater Chiloniensis wurde die Landesuniversität für ganz Schleswig-Holstein.

Bereits im Jahre 1768 wurde verfügt, daß alle Landeskinder, die später in den Dienst der Herzogtümer treten wollten, zwei Jahre in Kiel studieren mußten. Das sogenannte Biennium ließ die Studentenzahl Ende des 18. Jahrhunderts auf etwa 200 steigen. Die humanitären Bestrebungen, an der Kieler Professoren starken Anteil hatten, brachten kurz vor der Wende ins 19. Jahrhundert die Errichtung eines eigenen Krankenhauses, das den Ausbau der medizinischen Fakultät stark förderte.

Als die Wirren und Rückschlage in der napoleanischen Zeit beendet waren, übernahm die Universität ab 1815 im Ringen um die nationale Eigenart und der Neuordnung der Herzogtümer die geistige Führung. Die in Kiel lehrenden Historiker Friedrich Christoph Dahlmann (1785 - 1860) - er gehörte 1837 zu den "Göttinger Sieben" -, Johann Gustav Droysen (1808 - 1884) und Georg Waitz (1813 - 1886) waren als Gelehrte und Politiker anzusehen. Sie waren 1848 Abgeordnete der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt am Main. Auch der Staatsrechtler Niels [Nicolaus] Falck (1784 - 1850), von 1841 bis 1846 viermaliger Präsident der schleswigen Ständeversammlung und 1848/49 Mitglied der schleswig-holsteinischen Landesversammlung sowie die Mediziner Franz Herrmann Hegewisch (1783 - 1865) und Christoph Heinrich Pfaff (1773 - 1852), der 1843 Konferenzrat und Ehrenbürger der Stadt Kiel wurde, sind aus der Schleswig-holsteinischen Bewegung nicht wegzudenken [2].
 
 

2.2 Umzug der Universität 1768 In den Jahren 1766 - 1768 wurde das neue Universitätsgebäude vor dem Schloß an der Kattenstraße von dem Baumeister Ernst Georg Sonnin errichtet, welcher auch die Hamburger Michaeliskirche erbaut hatte. Die Universität war mehr als ein Jahrhundert darin untergebracht. Das Gebäude diente danach als Museuum für vorgeschichtliche Altertümer.

Wie das Niveau an der Kieler Universität um 1791 war, zeigt folgende Beschreibung von Georg Friedrich Schumacher (1771 - 1852). Dieser hatte in Altona das Gymnasium besucht, studierte ab 1791 in Kiel Theologie, war später Lehrer, und schrieb 1840 in seinen Erinnerungen über die Verhältnisse der Kieler Universität und deren Studenten im Jahre 1791 [4]:

"... Von einem eigentlich wissenschaftlichen Leben konnte damals unter den Kieler Studenten wohl kaum die Rede sein. Diese bedeutet: eine selbstständige planmäßige Art zu studiren, mit eigenem Denken und Anwendung gelehrter Werke und Bücher. Dazu hatten wohl keine, oder sehr wenige, gehörige Vorkenntnisse und Literaturkunde. Wer kann Bücher benutzen, wenn er keine Bücher kennt? Wie kann ein junger Mensch eine academische Bibliothek benutzen, wenn er weder Titel noch Werth von den Werken kennt, und wie soll er dies lernen, wenn kein Erfahrner ihn anleitet? Für uns bemühte sich in dieser Hinsicht Niemand, und das Höchste, was der Bibliothekar Heinze zu thun pflegte, wenn einmal ein Studiosus nach einem Buch fragte, war, ihm im schnaubenden und abschreckenden Ton zu antworten: Es ist nicht da, oder; es ist nicht zu Hause. Beides konnte wahr sein, aber der Herr Professor wußte es gewiß sehr selten, denn eine ärgere Unordnung in einer Biliothek soll kaum denkbar sein, als die damals herrschende.

Am richtigsten könnte ich denn die Studenten der Zeit theilen in: die Fleißigen und die Faulen. Die Fleißigen waren die, welche treu in die Collegien stiegen, fingerfertig nachschrieben, dann bienenartig den Ertrag der einzelnen Stunden in ihre Zellen schleppten, nicht um (wie die Bienen) literarischen Honig und Wachs aus dem Stoff zu verarbeiten durch innere, gesunde Verdauung, sondern um es einigermaßen auswendig zu lernen. Diese nahm denn jeden Tag etwa ein paar Stunden hin, und, wer recht fleißig war, stellte wöchentlich oder monatlich eine Recapitulation an, und imprimirte sich Alles nochmal. Deren habe ich allerdings Einige gekannt; ich war aber nicht lange darunter. Eine andere Abtheilung beobachtete ein juste milieu. Diese hörten und schrieben die Collegien, legten sie aber dann hin, und rechneten auf einen academischen Nachsommer nach Beendigung des Curses, wo man die Repetition unmittelbar vor dem Examen zu machen dachte, doch Viele nicht, um das Ganze zu befestigen, sondern es aus den rostigen Fugen zu lösen, um es den Examinatoren wieder zu geben, und dann - nicht weiter daran zu denken.

Die dritte Classe nannte ich die Faulen. Ich denke dabei nicht an die wenigen genialen Köpfe, die sich nicht gerne wie Kinder oder Sklaven manuduciren lassen, die im freien Gedankenspiel das Wissen auffassen, und wenn auch regellos, doch nicht immer fruchtlos die Studia treiben. Diese giebt nicht selten die gediegensten Denker und Wisser nachher, wenn sie sich durchgearbeitet und selbstständige Ansichten gewonnen haben. Nein, ich meine die, denen das Prädicat der Faulen per exellentiam zukommt, die eigentlich gar Nichts thun, und dadurch ein Vertrauen auf die Vorsehung in Beziehung auf ihr Fortkommen beweisen, was ans Wundervolle gränzt. Diese hatten ihre Mappe, mit der sie von Zeit zu Zeit ins Collegium schlenderten, um nicht consilirt zu werden, aber mehr mußte man nicht von ihnen fordern. Dorfgarten, (Düsternbrok hatte noch keine Wirthschaft) war im Sommer, das Caffeehaus im Winter ihre Welt, die sie nur verließen, um vom Nichtsthun in ihren Betten auszuruhn. Was machten Sie da? - Allerlei, sie spielten Kegel, Karten und Billard, tranken Bier und Schnapps, oder saßen beieinander und rauchten Tabak. - Sie unterhielten sich, wäre ein unpassender Ausdruck: sie schwatzten, um die Zeit hinzubringen, von Mädchen, Hunden und Pfeifenköpfen,...

So mittelmäßig sah es aus, und die Besseren hatten eigentlich immer viel Zeit. Diese standen im Sommer sehr früh, um 5 spätestens, auf, repetirten oder präparirten, und wenn nicht noch irgend ein Collegium auf den Nachmittag fiel, so war dieser der Erholung gewidmet; die Reicheren ließen satteln und machten Touren, die Aermeren gingen spazieren, oder stiegen zu Dorf, um den Abend zu genießen. Auf dem Zimmer fand man wenige, wenigstens nicht um zu arbeiten. Kartenspiel auf der Stube aber war etwas Seltenes. Im Winter war man wohl nicht so früh auf, sonst wie oben.

Merkwürdig ist mir besonders ein Umstand gewesen. Man sollte glauben eine Zahl von Jünglingen, alle vorgebildet durch die Schule, hätten in ihren Unterhaltungen viel Stoff der besseren Art gehabt, wenn auch noch nicht reich an verarbeiteten Kenntnissen, so doch nicht arm an Ideen. Aber ich provocire auf meine Zeitgenossen, ob Einer mit Wahrheit mir widersprechen kann, wenn ich behaupte: Die fadeste, gehaltsloseste, unfruchtbarste Conversation ist die gewöhnliche Studentenconversation. So war es, ob noch? ich weiß nicht..."

Über einige Kieler Professoren, den Kameralwissenschaftler August Christian Heinrich Riemann (1761 - 1832), den Natur- und Kameralwissenschaftler Johann Christian Fabricius (1745 - 1808), den Mediziner Hieronymus Friedrich Philipp Hensler (1766 - 1793), den Mediziner Georg Heinrich Weber (1752 - 1828), den klassischen Philologen Berend Kordes (1762 - 1823), den Privatdozenten für Philosophie und Mathematik Johann Heinrich Meyer (1766 - 1839), den Professor der Beredsamkeit und der Griechischen Sprache Karl Friedrich Heinrich (1774 - 1838), den Professor der Philologie und Beredsamkeit (1784 - 1866), den Professor der Philologie und Beredsamkeit Gregor Wilhelm Nitzsch (1790 - 1861), den Historiker Dietrich Hermann Hegewisch (1740 - 1812) und den Professor für Kirchengeschichte, Exegese, Dogmatik, Homiletik, Latein, Stilübungen Samuel Gottfried Geyser (1739 - 1808) [3], schrieb Georg Friedrich Schumacher [4]:

"...Der tüchtige Stastistiker Niemann war sehr beliebt, aber den Studenten fremder Cameralwissenschaft als Fach zu studiren, war etwas noch unbekanntes, eben so wie eigentliche Philologie. Niemann war eigentlich nur Lehrer für einige Forst-Eleven.

Ein kurzes Wort verdient noch Fabricius der Naturhistoriker, und seine Frau, beide im höchsten Grade originell. Ich hatte einen Empfehlungsbrief an ihn, und hin diesen abzugeben. Ich klopfe an, ein lautes Herein! läßt mich näher treten, und ich finde die Frau Professorin mitten im Saal, im Puderhemde, unter den Händen des Friseurs. Nehmen Sie Platz, sprach sie mit der größten Unbefangenheit, ich bin bald fertig. Ich setzte mich. Lieben Sie auch Musik? fragte Sie. - Allerdings. - Schön, da will ich Ihnen gleich was vorspielen. Die Frisur war fertig, und im Puderhemde setzte sie sich ans Fortepiano um mir Eins vorzusingen und zu spielen. Nach einer Viertelstunde wage ich schüchtern an meinen Brief zu erinnern. Ach ja, sagt sie, ich will doch meinen Mann rufen. Sogleich tritt ein kleiner freundlicher Mann herein, cynisch im Aeußeren, höchst ungenirt in Sprache und Benehmen, und erzählte mir etwas von Paris, wohin er als Freund der Revolution wenigstens jedes Jahr einmal reiste. Sie ging dann mit, und zuweilen entschlossen sie sich um 12 Uhr, und um 2 Uhr fuhr der Wagen vor, die Zimmer wurden abgeschlossen, und nach einigen Monaten fanden sie die Teller vom Mittag her wieder vor, wie sie sie verlassen hatten. Sein Collegium las er auf dem Boden in einer Dachkammer, und sein Stil war wie der ganze Mann. (Z. E. Wenn Sie die Hunde ansehen, meine Herrn, so gehen sie alle schief). Beide lebten ganz in der Revolution. Die Nachricht von der Eroberung von Mainz 1794 durch Custine kam Abends 12 Uhr durch einen Reisenden nach Kiel. Die Frau Fabricius hörte das Evangelium für ihr Ohr, und stürmte hinaus, klopfte die Professorin Ehlers aus dem Schlaf. Mach auf, liebe Freundin, Custine hat Mainz genommen. Und bei einem nächtlichen Caffee feierten die beiden Damen das große Ereigniß. Solche Histörchen passirten damals jeden Tag.

Von den Medicinern meiner Zeit habe ich außer Hensler eigentlich nur den alten Weber gekannt, der immer lachte, auch wenn er weinte, und der Abgott seiner Schüler war. Die andern habe ich fast nicht gesehen. Es war damals noch nicht Ton, die medicinische Facultät so zu begünstigen wie jetzt. Auch stieg die Zahl der Studenten dieser Wissenschaft zu meiner Zeit nie über 8. Glückliche Zeiten! Da galt es noch: Dat Galenus opes; jetzt hat jedes Dorf seinen Doctor für sich. (In Leipzig practisiren jetzt 70). Als Anhang des corpus academicum, nenne ich noch Kordes, der als junger Magister einige Philologica las, aber nicht viel Glück machte. Er hatte schon damals etwas Unangenehmes. Ebenso Meyer, der nachherige erste Deputirte in der Rentekammer. Er las auch, aber mit allem seinen Witz und Sarcasmus gelang es ihm nicht, ein Auditorium zu füllen.

So viel Doctoren und Licenciaten wie jetzt, gab es damals nicht. Diese waren denn die Spender der Weisheit und Wissenschaft, an die wir gewiesen waren; gute und schlechte Ware durcheinander, wie noch jetzt allenthalben, und von Allen war nur höchstens 6 oder 8 in eigentlichem Ansehen; die Uebrigen liefen so mit, und verzehrten ihr Gehalt mit mehr oder minder Geschmack.

Von einer Schule der Philosophie war, wie ich schon oben erwähnt, gar nicht die Rede, und später erst war Heinrich der Erste, der als eigentlicher Philolog von Breslau berufen ward, und das Seminarium philologicum dirigirte, was nachher auf Wachsmuth und so auf Nitsch überging. Wer von uns zu dem Fledermausgeschlecht gehörte, und in der Kirche oder Schule eine Anstellung suchen wollte, konnte jährlich einige Publica hören über diesen oder jenen lateinischen Classiker, die Hegewisch oder Cramer der Jurist, zweimal wöchentlich interpretirten; so wie Geyser auch privatissima über lateinischen Stil gab, d. h. Exercitia schreiben ließ, wenn einer mal Rector Scholae werden wollte. Das hielt man damals für hinreichend. In keinem Fach liefert wohl die jetzige Zeit einen grelleren Abstich gegen die damalige, als in der Behandlung der Philologie auf der Academie. Wir hatten keine Idee davon bei uns, auch wusten in Kiel kaum, wer Wolf war. Auf ein bischen Linguistik lief Alles hinaus, und damit trat man dreist ins Schulamt ein. Allerdings weiß jetzt mancher Jüngling mehr, als damals der Mann; aber man sei auch billig im Urtheil. Es wird ihnen auch leichter gemacht schon von der Tertia an, als mir und meinen Zeitgenossen. Das Altonaer Gymnasium galt für die beste Schule im Lande; und was sie leistete, haben wir oben gesehn...".
 
 

2.3 Karl Himly Bis der erste Chemiker an die Kieler Universität berufen wurde dauerte es noch eine ganze Weile. Zuvor wirkte hier Karl Heinrich Thielle (1803 - 1881), der 1834 in Kiel promoviert hatte und ab 1835 bis 1845 als Privatdozent für Physik und Chemie arbeitete, aber mehr der Physik zugeneigt war. Ab 1845 erhielt er die Lizenz der Medizin und war danach Arzt in Neumünster, Barmstedt, Quickborn und Fuhlsbüttel bei Hamburg [3].

Als erster Chemiker wurde August Friedrich Karl Himly (1811 Göttingen – 1885 Wien) am 30. Juni 1842 als a. o. Professor nach Kiel berufen. Er hatte 1835 in Göttingen promoviert und wurde dort 1837 Privatdozent. In Kiel wurde er am 13. März 1846 zum o. Professor der Chemie ernannt und am 17. Oktober 1884 auf eigenes Ersuchen entpflichtet. Sein Labor war in einem angemieteten Haus untergebracht und in einem erbärmlichen Zustand [3].

Karl Himly war ein Schwager von Werner von Siemens (1816 - 1892). Beide taten sich gemeinsam 1848 in der Festung Friedrichsort bei der Verteidigung von Kiel gegen dänische Kriegsschiffe hervor. Diese Festung war vorher in dänischer Hand und wurde von der Schleswig-Holsteinischen Truppe erobert. Sie verlegten in der Förde Kabeì (ähnlich wie Seekabeì für Telegraphen), an dem Seemienen befestigt waren, die von der Festung aus gezündet werden konnten. Es wurden auch Kontakte verlegt um die Minen bei Berührung mit durchbrechenden Schiffen zu zünden. Durch Unachtsamkeit explodierte eine dieser Minen an Land, was den Dänen nicht unbemerkt blieb. Diese im Volksmund "Himlybombe" genannten Seemienen taten ihre Wirkung; kein dänisches Kriegsschiff versuchte, nach Kiel einzulaufen [5].

Theodor Bromeis‚ (1822 ­ 1865) promovierte 1849 in Marburg und wirkte danach als Assistent und, 1851 bis 1852, als Privatdozent der Chemie am Chemischen Laboratorium. Danach ging er als Lehrer nach Aachen und war von 1855 bis 1862 dort Leiter der Provenzial-Gewerbeschule und wechselte 1862 als Leiter der Provenziaì-Gewerbeschule nach Krefeld [3].

Oskar Jacobsen (1840-1889) war ab 1864 Assistent am Chemischen Laboratorium in Kiel, wo er 1868 promovierte und Privatdozent der Chemie wurde. Am 3. November 1873 wurde er o. Professor der Chemie in Rostock [3].

Es gibt wenig Unterlagen wie es in dem Laboratorien in Kiel kurz nach Karl Himlys Verteitigung der Stadt zuging. Eine Laboratoriumsordnung des hygienischen Laboratoriums für das Sommersemester 1855 der Universität Berlin gibt darüber mehr Auskunft [6]:

"Laboratoriums-Ordnung für das hygienische Laboratorium der  Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin.

1. Das Laboratorium ist an den Wochentagen von 9 bis 5 Uhr am Sonnabend 9 bis 2 Uhr geöffnet.

2. Die Benutzung des Laboratoriums geschieht in folgender Weise:

a) in Kursen, welche während eines Semesters wöchentlich dreimal zweistündlich abgehalten werden,

b) in Kursen, welche während eines Monats täglich vierstündlich abgehalten werden, und

c) durch Benutzung eines Arbeitsplatzes während eines ganzen Semesters in den unter 1 festgesetzten Arbeitsstunden.

3. das Honorar beträgt:

für die Kurse (a) resp. (b) 60 Mk.

für die Benützung eines Arbeitsplatzes (c) 100 Mk.

4. Für die Kurse (a) erhalten die Theilnehmer die erforderlichen Apparate und Utensilien einschließlich des Mikroskops, sowie die Reagentien, Nährsubstrate und Versuchsthiere vom Laboratorium geliefert. Ausgenommen hiervon sind folgende zum Mikroskopieren bezw. Präpariren erforderlichen Gegenstände: Objekträger, Deckgläser, Pinzetten, Scheeren, Messer, Nadeln, welche von den Theilnehmern selbst zu beschaffen sind. Für Beschädigung der ihnen seitens des Laboratoriums zur Benutzung übergebenen Gegenstände sind die Theilnehmer zum Ersatz verpflichtet.

5. Für die Theilnehmer an den Monatskursen und die selbständig arbeitenden Praktikanten (c) ist jeder Arbeitsplatz mit einer bestimmten Anzahì von Utensilien und Reagentien ausgestattet, über deren Empfang zu Beginn des Kurses resp. Semesters unter Erlegung einer Kaution von 10 Mk. bei dem Sekretär des hygienischen Institutes ein Revers auszustellen ist. Diese Utensilien sind am Schlusse des Kurses resp. Semesters gegen Rückgabe des Reverses wieder abzuliefern. Für fehlende oder beschädigte Utensilien ist Ersatz zu leisten. Daselbe gilt auch von denjenigen Utensilien, welche zur zeitweiligen Benutzung von Seiten des Laboratoriums geliefert worden sind. Alle vom Laboratorium nicht geliefeten Instrumente, Apparate, Utensilien und Reagentien, insbesondere die Mikroskope, Platinblech und Platindraht, ferner die erforderlichen Nährsubstrate, theure Reagentien, endlich die Versuchthiere müssen von den Kurs-Theilnehnern...selbst beschafft werden.

6. Die Benutzung des Laboratoriums seitens der Theilnehmer an den Kursen (a und b) außerhalb der für diese Kurse festgesetzten Zeit ist nicht gestattet.

7. Jeder Praktikant oder Theilnehmer an den Kursen erhält alle vom Laboratorium gelieferten Materialien und Hilfsmitteì für die Arbeiten ausschließlich von dem Assistenten, an welchen er sich auch in jedem einzelnen Falle zu wenden hat. Niemand darf selbst oder durch den Diener Utensilien oder Materialien zu seinem Gebrauche den Vorräthen des Laboratorium entnehmen.

8. Die Ordnung und Reinhaltung des überwiesenen Platzes, die Beseitigung und Reinigung aller gebrauchten Gegenstände liegt jedem Einzelnen ob. Sämmtliche Tische sind täglich nach Beendigung der Arbeit abzuräumen, um die erforderliche gründliche Reinigung des Laboratoriums zu ermöglichen. Im Uebrigen wird auf die für die einzelnen Abtheilungen des Laboratoriums erlassenen speciellen Vorschriften zur Erhaltung der Ordnung auf Reinlichkeit verwiesen.

9. Alle im Laboratorium auszuführenden Arbeiten bedürfen der Genehmigung des Direktors."
 
 

2.4 Akademiker und Wissenschaftler im 19. Jahrhundert Im 19. Jahrhundert hatten die Universitäten in Deutschland das Monopol, den Status des Akademikers zu verleihen. Man kannte z. B. Bergassesoren oder akademische Forst­ und Landwirte. Die bildeten aber nur eine kleine Gruppe der Bewerber welche sich um Anpassung bemühten. Die Ingenieure fielen zahlenmäßig mehr ins Gewicht, erkannten ihre gesellschaftliche Minderstellung und begannen, das Monopol der Universitäten zu bekämpfen.

An den Technischen Hochschulen gab es im 19. Jahrhundert nur Abteilungen, keine Fakultäten, kein Promotionsrecht und kein Staatsexamen, also keinen Ausweis der Angehörigkeit zur Akademikerschaft. So blieb den Technischen Hochschulen nur zwei Möglichkeiten übrig, entweder sich anpassen, "auch" wissenschaftlich zu sein und Universitäten werden, oder ein eigenes Konzept zu entwickeln.

In Berlin begann der Durchbruch. Kaiser Wilhelm II schenkte um die Jahrhundertwende der TH Berlin seine Gunst, sie erhielt das Promotionsrecht. Noch 1897 hatte derselbe Kaiser recht kleinlich geregelt, ob und wann TH-Semester für eine (Universitäts-) Promotion angerechnet werden dürfen [6].

Der Besuch des (humanistischen) Gymnasiums war ursprünglich Voraussetzung für die Zulassung zur Universität. Dazu gehörte die Kenntnis des Lateinischen und die Bereitschaft, sich philosophisch zu bilden, Akademiker sollten gebildete Leute sein. Eine gute allgemeine Bildung wurde als Grundlage für die jeweilige Fachausbildung angesehen. Für die spezielle Ausbildung war die Referendarzeit bestimmt. Die Einzelwissenschaften erstarkten, die Naturwissenschaften wandten sich von der (philosophischen) Spekulation ab und der empirisch gesicherten Erkenntnis zu. Mediziner und Juristen bemühten sich immer mehr um eine eigene Grundbildung. An Stelle einer allgemeinen Bildung trat z. B. die medizinische Grundbildung.

Die Akademiker genossen hohes Ansehen und gehörten mit dem Adel zur Oberschicht, obwohl viele von ihnen materiell nicht besonders gut gestellt waren und lange warten mußten, bis sie ein eigenes Haus führen konnten. Der Akademiker gehörte dem gehobenen Bürgertum an. Er war vielfach Reseveoffizier und konnte im Besitzbürgertum "gute Partien" machen, für deren Töchter es einen Aufstieg bedeutete, einen Akademiker zu heiraten. Übernahme in den Staatsdienst war meistens eine nicht sehr gute, aber sichere Aussicht. Dabei wurde die Gemeinsamkeit der Bildung durch die Gemeinsamkeit des Standes ersetzt.

Die Professoren waren Akademiker und bildeten Akademiker aus. Somit ergab sich ihre gesellschaftliche Position von selbst. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verbesserte sich diese in dem Maße, indem das Bildungsbürgertum in die Oberschicht hineinwuchs. Aber nicht nur die Zugehörigkeit zur Oberschicht bestimmte den Rang der Professoren in der Gesellschaft, auch die wissenschaftliche Leistung wurde anerkannt. Es gab viele durchschnittliche Professoren, andere errangen Berühmtheit durch politische oder literarische Betätigung. Ein großer Teil von ihnen bestimmte das Leistungsniveau deutscher Wissenschaft, die damals Weltgeltung besaß. Viele entscheidende Impulse zur Veränderung der Gesellschaft gingen von der Wissenschaft aus, wobei das 19. Jahrhundert das erste wissenschaftliche Jahrhundert war [6].

Die Professoren erbrachten ihre ureigensten Leistungen im kleinen Labor oder im Studierzimmer, ohne Hilfskräfte, wobei sie fast ausschließlich auf die eigene Lektüre und das eigene Suchen angewiesen waren. Hier traf die Formeì von "Einsamkeit und Freiheit" zu, die neben der anderen, daß Wissenschaft bildet, gerne als Kennzeichnung der Universität und ihrer Ideale benutzt wurde. Einige, wie die Brüder Jacob (1785 - 1863) und Wilhelm Grimm (1786 - 1859) arbeiteten handschriftlich am Schreibtisch, andere machten physikalische Erfindungen in primitiven Werkstätten oder führten chemische Versuche in der Küche ihrer Wohnung durch.

Dieses war nicht immer ganz ungefählich wie man von Christian Friedrich Schönbein (1799 - 1868) weiß, als er 1846 durch Unachtsamkeit eine Flasche mit einer Mischung aus Schwefelsäure und Salpetersäure in der Küche zerbrach, und die Flüssigkeit auf dem Boden verlief. Er nahm die Baumwollschürze seiner Frau und putzte damit den Boden auf, wusch die Schürze mit Wasser aus und hängte sie zum Trocknen vor dem Ofen auf. Dabei explodierte diese und verbrannte. Die Baumwolle hatte sich mit dem Gemisch aus der Flasche in Schießbaumwolle umgewandelt, chemisch gesehen wurde Cellulose zu Cellulosenitrat (Nitrocellolose) [7].

Die durch gezielte Experimente, Beobachtungen oder durch Zufälle erreichten Ergebnisse sind bis heute faszinierend. Ein großer Teiì der heutigen Wissenschaft beruht auf diesen Erkenntnissen und Leistungen, Wissenschaft ist weithin nachvollziehbar, auf die Quellen oder Erkenntniswege zurückführbar geworden. Am Anfang stand aber stets die individuelle Leistung. Diese machte den Forscher, und damit die Universität, berühmt. Der Student ging an eine bestimmte Universität, um bei einem bestimmten Professor die Vorlesung zu hören oder ein Praktikum zu machen. Nicht alle Studenten verhielten sich so, aber es waren sehr viele. Man kann gewiß sagen, damals sind die Professoren uneingeschränkte Herrscher in der Universität gewesen, und im Wettbewerb zwischen den übrigen Hochschulen entschied die Reputation.

Die Übermittlung des Wissens von Professoren zu Studenten war leichter als heute. Der Professor und die Studenten waren sich im Hörsaal und Laboratorium näher, der Wissenschaftler war noch weniger spezialisiert, alles war überschaubarer. Eine ganz wichtige Voraussetzung für die herausgehobene Stellung der Professoren war ihre geringe Zahl. Die "Masse" der Akademiker schlossen ihr Studium mit dem Staats­ oder Kirchenexamen ab. Eine relativ kleine Gruppe promovierte, eine noch vieì kleinere Gruppe habilitierte sich, als die Habilitation für die Berufung auf einen Lehrstuhl erforderlich wurde. Nur ganz wenige der Habilitierten erhielten ein Ordinariat [6].
 
 

2.5 Schleswig-Holstein wird preußische Provinz, die Universität geht ins 20. Jahrhundert Eine neue Epoche war die Errichtung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein im Jahre 1867, wobei die Christiana Albertina aus einer beschaulichen Landesuniversität rasch den altpreußischen Universitäten angeglichen wurde. Für die Immatrikulation wurde das Reifezeugnis des Gymnasiums verlangt, und die Professoren verloren ihre Steuerfreiheit.

Der preußische Staat hatte schon mit Göttingen und Marburg im Jahre 1866 noch zwei andere Universitäten übernommen. So tauchte im Finanzministerium der Plan auf, Marburg oder Kiel zu schließen, wobei man in erster Linie an Kiel als die kleinere der Hochschulen dachte. Dem widersetzte sich der Kultusminister von Mühler energisch und hatte Erfolg. Dabei betonte er, daß eine solche Maßnahme in der neuen Provinz eine starke Verbitterung schaffen würde [2].

Das ausgehende 19. Jahrhundert stand auch an der Universität im Zeichen der zunehmenden Aufgliederung der Fachdisziplinen. Große Gelehrte wie die Physiker Heinrich Hertz (1857 - 1894) und Max Planck (1858 - 1947), der auch in Kiel geboren wurde, lehrten hier kurze Zeit. Das Institut für Weltwirtschaft wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Bernhard Harms (1876 - 1939) gegründet. Der Physiker Philipp Lenard (1862 - 1947) erhielt 1905 als erster Kieler Professor den Nobelpreis der Physik. Von Irritationen geleitet, begründete er später die "Deutsche Physik", die vor und im Nationalsozialismus eine bedenkliche Rolle spielte.

Die Stadt Kiel wurde im 13. Jahrhundert gegründet und hatte im Jahre 1864 nur 20 000 Einwohner. Sie wurde 1865 preußischer Flottenstützpunkt, 1871 Reichskriegshafen und nahm einen schwunghaften Aufstieg, der 1895 durch den Bau des Kiel-Kanals (Kaiser-Wilhelm-Kanal) noch verstärkt wurde, weil sich mehrere Großschiffswerften an dem geschützten, eisfreien Naturhafen niederließen. Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 1880 44 000 und 1900 bereits 122 000 Einwohner.

Kiel wurde 1917 anstelle von Schleswig die Hauptstadt der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Die Einwohnerzahl stieg 1920 auf 206 000 und erreichte 1939 schon 273 000 Einwohner. Nach dem Krieg sank die Zahl auf 169 000 Einwohner (1945), erreichte aber 1973 wieder 275 000 Einwohner.
 
 

2.6 Das Studium der Frauen an den Universitäten. Frauen durften Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland noch nicht studieren. In anderen Ländern wie Schweiz, Frankreich und USA war dies schon früher möglich.

Erst durch den Erlaß vom 16. Juli 1896 durften Frauen an den preußischen Universitäten, nicht als ordentliche Studierende, sondern nur mit Zustimmung der Dozenten zugelassen werden. In diesem Erlaß an die Kuratoren der Universitäten heißt es [6]:

"Der gastweise Besuch von Universitätsvorlesungen durch Frauen in Abweichung von dem Erlasse meines Herrn Amtsvorgängers vom 9. August 1886 ­ U. I. 2403 ­ ist auf Antrag im Einzelfalle von hier aus gestattet worden, indem die zuständige akademische Behörde veranlaßt worden ist, bei der Frage wegen Zulassung der Antragstellerin zu bestimmten bezeichneten Vorlesungen vorbehaltlich der Prüfung aller sonstigen Erfordernisse, insbesondere auch der genügenden Vorbildung, und vorbehaltlich des Einverständnisses der betreffenden Lehrer aus der Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlechte ein Bedenken nicht herzuleiten.

Ew. Hochwohlgeboren ermächtige ich hierdurch, künftig in gleichem Sinne von dort aus Verfügung zu treffen, ohne daß es der Einholung meiner Genehmigung im Einzelfalle bedarf.

Ew. Hochwohlgeboren ersuche ich ergebenst, gefälligst hiernach das Erforderliche zu veranlassen. Wegen Einreichung eines Verzeichnisses der zugelassenen Hospitantinnen bewendet es bei meinem Erlasse vom 17. März d. Js. ­ U. I. 271. -."

Doch nicht jeder Dozent stimmte dem zu, war doch das Bild der Frau durch die KKK-Regel (Küche, Kinder, Kirche) geprägt. Selbst Max Planck machte 1905 noch solche Aussagen.

Diese KKK-Regel hat ein witziger Autor in der 9. Ausgabe (1990) von Römpps-Chemie-Lexikon untergebracht. Dort liest man [8]:

"KKK-Regel. Regel, nach der sich mit Chemie beschäftigte weiblich Personen eher um Küche Kinder u. Kirche kümmern sollten. Die früher sehr populäre KKK-Regel wird heute nur noch selten befolgt u. wird daher in der 10. Aufl. dieses Werkes ersatzlos gestrichen. S a. Substitution. — E. KKK rule".

Die fortschrittlichsten Universitäten im deutschsprachischem Raum in diesem Sinne waren Heidelberg und Zürich. Sofia Kowalewskaja (1850 - 1892), die erste Mathematikprofessorin 1883 in Stockholm, besuchte ab 1868 Vorlesungen in Heidelberg bei dem Mathematiker Leo Königsberger (1847 - 1913) und dem Physiker und Physiologen Hermann von Helmholtz (1821 - 1894) mit Genehmigungen der Dozenten. Als sie 1870 zu dem Mathematiker Karl Weierstraß (1815 - 1897) nach dem preußischen Berlin ging, konnte ihr dieser nur Privatunterricht in ihrer primitiven Kellerwohnung geben, durfte aber extern in Göttingen 1874 promovieren.

Bereits 1867 hatten eine Russin und eine Amerikanerin die Doktorwürde der Universität Zürich erhalten. Ebenfalls in Zürich promovierte 1891 eine der ersten deutschen Frauen, Ricarda Huch (1864 - 1947) zum Dr. phil. und dann 1897 Rosa Luxemburg (1870 - 1919) zum Dr. jur.

Erst 1908 war man auch in Preußen, also auch an der Universität in Kiel bereit, Frauen zum Studium zuzulassen, zu einer Zeit, als Clara Immerwahr (1870 - 1915), die spätere Frau von Fritz Haber (1868 - 1934), schon 1900 in Breslau bei Richard Abegg (1869 - 1910) als erste Frau promoviert hatte, was sicher auch nicht ganz einfach war.

Der zuständige Minister schrieb an die Kuratoren und teilte ihnen den Erlaß vom 18 08. 1908 in folgendem Wortlaut mit [6]:

"Mit allerhöchster Ermächtigung habe ich am heutigen Tage die anliegenden Bestimmungen, betreffend die Zulassung der Frauen zum Universitätsstudium, erlassen. Ew. pp. ersuche ich ergebenst, dieselben den akademischen Behörden mitzuteilen, sowie wegen ihrer Bekanntmachung unter Ziffer 4 bei der Immatrikulation die Frauen besonders hinzuweisen sind.

(Unterschrift) Erlaß, betreffend die Zulassung der Frauen zum Universitätsstudium.

1. Als Studierende der Landesuniversitäten werden vom Wintersemester 1908/09 ab auch Frauen zugelassen.

2. Die Vorschriften für die Studierenden der Landesuniversität pp. vom 1. Oktober 1879 / 6. Januar 1905 finden auf Frauen mit der Maßgabe Anwendung, daß Reichsinländerinnen im Falle des § 3 Abs. 1 und Ausländerinnen in allen Fällen zur Immatrikulation der Genehmigung des Ministers bedürfen.

3. Aus besonderen Gründen können mit Genehmigung des Ministers Frauen von der Teilnahme an einzelnen Vorlesungen ausgeschlossen werden.

4. Es versteht sich von selbst, daß durch die Immatrikulation die Frauen ebensowenig wie die Männer einen Anspruch auf Zulassung zu einer staatlichen oder kirchlichen Prüfung, zur Doktorpromotion oder Habilitation erwerben. Für diese Zulassung sind vielmehr die einschlägigen Prüfungs-, Promotions­ und Habilitationsordnungen allein maßgebend.

Berlin, den 18. August 1908".

Trotz dieser Studienbewilligung für Frauen kamen das Habilitationsrecht und die Zulassung zum akademischen Lehramt erst mit der Weimarer Republik, in welcher auch das allgemeine Wahlrecht eingeführt wurde. Bis zum Jahre 1930 hatten in Deutschland 10 590 Frauen promoviert, doch nur 54 dozierten, davon 24 mit Professorentitel. Die Mehrzahì arbeitete als Ärztin oder Lehrerinnen. Sie wurden zudem schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Bis 1932 stieg der Anteil der Frauen unter den Immatrikulierten auf 18.8% an [9].

Diese halbwegs errungene Gleichberechtigung der Frau fand mit der nationalsozialistischen Machtergreifung ein schnelles Ende. Dabei galt das "Doppelverdienertum" als subversiv und die kinderlose Frau als entartet. In der Frankfurter Zeitung konnte man 1933 dazu lesen [9]:

"...Ein Minimum an Intellekt und ein Höchstmaß an physischer Eignung macht die Frau erst zu dem, was sie werden soll: Fruchtschoß des Dritten Reiches...".

So wurde 1933 ein Numerus clausus für Frauen an den Hochschulen in Deutschland eingeführt. Es durften nur noch 10% der gesamten Studentenschaft weiblichen Geschlechts sein. In der Zeit des Dritten Reiches ging der Anteiì der Studentinnen um 60% zurück, während sich die Gesamtzahl der Studenten auf die Hälfte verringerte.

Frauen, welche allen Diffamierungen zum Trotz studieren wollten, mußten anhand eines Pflichtenheftes den Nachweis führen, daß sie an den Eintopfsonntagen für das Winterhilfswerk gesammelt oder bei der Volkswohlfahrt Büroarbeit abgeleistet hatten. Bevor sie sich immatrukulieren konnten, mußten sie ein halbes Jahr Arbeitsdienstlager absolvieren, ab 1937 kam eine Haushaltsprüfung dazu [9]. Die KKK-Regel war wieder aufgetaucht!

Bei der Feier des 450jährigen Jubiläums der Universität München am 13.01.1943 erklärte der Gauleiter Gieseler in einer sarkastischen Rede, daß der natürlichste Platz der Frau nicht in der Universität, sondern in der Familie an der Seite des Mannes sei. Statt zu studieren, sollten sie sich lieber ihrer Aufgaben und Pflichten als Mutter erinnern und dem Führer jährlich ein Kind schenken. Denjenigen Studentinnen, die nicht hübsch genug seien, einen Mann abzubekommen, würde er gerne einige seiner Adjudanten zuweisen und könne ihnen dann ein freudiges Erlebnis versprechen. Dies löste bei der Münchner Studentenschaft, die durch die Flugblattaktionen der Weißen Rose schon wach geworden waren, eine offene Aufruhr aus, wie man sie bis dahin an Universitäten noch nicht miterlebt hatte [9].
 
 

1960 führte eine Umfrage innerhalb des Lehrkörpers an vier Hochschulen in der BRD zum Ergebnis, daß sich 64% gegen ein Frauenstudium überhaupt und 79% gegen weibliche Dozenten aussprachen. Im selben Jahre waren 2% der Lehrstuhlinhaber Frauen und der Antei der Studentinnen lag bei 25%.

Dieses Bild hat sich in der heutigen Zeit drastisch zu Gunsten der Frau geändert, obwohl hin und wieder versteckte Hinweise auf die KKK-Regel zu hören sind.
 
 

2.7 Das Neue Chemische Laboratorium und Chemische Institut ab 1878

Nach Karl Himly kam Albert Ladenburg (1842 Mannheim - 1911 Breslau) als Chemiker nach Kiel. Er hatte 1863 in Heidelberg promoviert und wurde dort am 8. Januar 1868 Privatdozent. Am 30. März 1870 wurde er zum a. o. Professor in Heidelberg ernannt. Die Berufung nach Kiel zum o. Professor der Chemie und Direktor des neuen Chemischen Laboratoriums erfolgte am 25. Oktober 1872. Am 1. Oktober 1889 ging er an die Universität Breslau, wo er am 1. Oktober 1909 seine Lehrtätigkeit wegen Krankheit niederlegte [3].

A. Ladenburg konnte erstmals das neue Chemische Laboratorium und Institut nutzen. Ihm folgte Theodor Curtius (1857 Duisburg - 1928 Heidelberg). Dieser hatte 1882 in Leipzig promoviert und war 1884 - 1886 Assistent am Chemischen Laboratorium der königlichen Bayerischen Akademie in München. Am 12. März 1886 habilitierte sich T. Curtius in Erlangen und war dort Assistent und Leiter der Analytischen Abteilung des Chemischen Laboratoriums bis 1889. Am 23. Dezember 1889 wurde er o. Professor der Chemie an der Universität Kiel und am 5. Januar 1895 zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Am 1. April 1897 ging er nach Bonn und am 1. Apriì 1898 wechselte er mit dem Titel eines Geheimen Rates II. Klasse und o. Professor der Chemie nach Heidelberg [3].

Eduard Buchner (1860 München - 1917 Foscani) promovierte 1888 in München, wo er sich am 18. Mai 1891 für Chemie habilitierte und am 31.Januaar 1894 nach Kiel umhabilitierte. Am 6. November 1895 wurde ihm der Professorentitel verliehen. E. Buchner verließ Kiel am 21. April 1896 und ging als a. o. Professor der Analytischen-Pharmazeutischen Chemie nach Tübingen. Er wurde am 22. August 1898 als etatmäßiger Professor für allgemeine Chemie an die Landwirtschaftliche Hochschule Berlin berufen. Am 1. Oktober 1909 wurde er o. Professor und zum 22. Januar 1910 geheimer Regierungsrat in Breslau und am 1. April 1911 nach Würzburg berufen. E. Buchner zog freiwillig als Hauptmann in den Krieg und starb am 13. August 1917 in einem Feldlazarettt in Foscani (Rumänien). Er erhielt 1907 den Nobelpreis der Chemie für die Entdeckung und Untersuchung der zellfreien Gärung [3,10].

Der Nachfolger von T. Curtius in Kiel wurde Ludwig Claisen (1851 Köln - 1930 Bad Godesberg). Dieser hatte 1875 in Bonn bei Friedrich August Kekulé (1829 Darmstadt - 1896 Bonn) promoviert und sich dort 1878 habilitiert. Von 1882 bis 1885 arbeitete L. Claisen bei Sir Henry Eufield Roscoe (1833 London - 1915 West Horsley/Leatherhead) und Carl Johannes Schorlemmer (1834 Darmstadt - 1892 Manchester) am Owens Institut in Manchester. Er ging 1886 als von Baeyers Mitarbeiter (Johann Friedrich Wilhelm Adolf von Baeyer 1835 Berlin - 1917 Starnberg; Nobelpreis der Chemie 1905 für seine Forschungen über organische Farbstoffe und hydroaromatische Verbindungen) nach München, wo er sich am 28. März 1887 zum Privatdozenten habilitierte. Ab 1. Oktober 1890 wirkte er als Professor an der TH Aachen. Danach wechselte L. Claisen am 1. Oktober 1897 als o. Professor der Chemie in Kiel, wo er am 8. Dezember 1898 zum Geheimen Regierungsrat ernannt wurde. Am 24. Juni 1904 wurde er von seinen Amte in Kiel entpflichtet und wechselte am 1. Februar 1905 als o. Honorarprofessor und Mitarbeiter Emil Fischers (1852 Euskirchen – 1919 Berlin; Nobelpreis der Chemie 1902 für seine Arbeiten auf dem Gebiete der Zucker- und Purinsynrthesen) an die Universität Berlin. Wegen Krankheit wurde er 1907 emeritiert und zog sich nach Bad Godesberg zurück, wo er sich ein Privatlabor einrichtete [3].

Leopold Rügheimer (1850 Walldorf bei Meiningen - 1917 Kiel) hatte 1873 in Tübingen promoviert. Danach war er von 1875 Assistent am Universitätslaboratorium in Leiden, ab 1877 in dergleichen Stellung am Chemischen Laboratorium in Kiel wo er sich am 20. Juni 1888 habilitierte. Am 9. Oktober 1889 wurde L. Rügheimer a. o. Professor der Chemie in Kiel und am 30. Dezember 1907 zum Geheimen Regierungsrat ernannt [3].

Heinrich Biltz (1865 Berlin - 1943 Breslau) hatte 1888 in Göttingen promoviert und am 8. Juli 1891 an der Universität Greifswald habilitiert. Am 8. Oktober 1897 wurde H. Biltz Abteilungsvorsteher am Chemischen Laboratorium der Universität Kiel, wo er am 23. September 1899 a. o. Professor der Chemie und Leiter der anorganischen Abteilung wurde. Am 7. August 1911 wurde er als o. Professor und Direktor des Chemischen Instituts an die Universität Breslau berufen [3].

Ludwig Behrend (1847 - 1918) war von 1865 bis1870 Landwirt. 1875 promovierte er in Heidelberg. In Kiel habilitierte er sich am 28. Juli 1885. Ihm wurde am 19. Februar 1894 der Titularprofessor verliehen. Am 19. Dezember 1903 wurde er a. o. Professor der Chemie in Kiel [3].

Auf L. Claisen als Leiter des Chemischen Laboratoriums folgte Carl Dietrich Harries (1866 Luckenwalde - 1923 Berlin) in Kiel. Harries promovierte 1890 in Berlin, wo er sich am 2. Februar 1897 habilitierte. Am 1. April 1900 wurde ihm in Berlin ­ er wirkte als Abteilungsvorstand im Institut von Emiì Fischer ­ der Titel Professor verliehen. Am 23. März 1904 wurde er zum a. o. Professor ernannt. Von 1903/04 war C. Harries Generalsekretär der Deutschen Chemischen Abteilung auf der Weltausstellung in St. Louis. Am 31. Juli  1904 wurde C. Harries als o. Professor der Chemie nach Kiel berufen, und am 4. September 1910 zum Geheimen Regierungsrat ernannt. Auf eigenen Wunsch schied er am 1. April 1916 von der Universität und wurde Aufsichtsratsmitglied der Firma Siemens & Halske, er hatte 1899 die Tochter von Werner von Siemens geheiratet. Bei Siemens baute er ein wissenschaftliches Labor auf und war seit 9. Januar 1919 o. Honorarprofessor an der TH Berlin [3].

Nachfolger von C. Harries wurde Otto Diels (1876 Hamburg - 1954 Kiel), der 1899 in Berlin promoviert hatte. Am 1. Oktober 1899 wurde er Assistent am Chemischen Institut der Universität Kiel. Er habilitierte sich am 12. März 1904 und erhielt 1906 den Professorentitel. Am 1. April 1914 wurde O. Diels Abteilungsvorsteher am Chemischen Institut, am 23. Dezember 1915 a. o. Professor, am 13. März 1916 o. Professor der Chemie und Direktor des Chemischen Instituts. 1925/26 war er Rektor der Kieler Universität. O. Diels wurde 1945 von seinen Ämtern entpflichtet. Er erhielt 1950 mit seinem Schüler Kurt Alder (1902 Königshütte - 1958 Köln) den Nobelpreis de Chemie für die Entdeckung und Entwicklung der Diensynthese (Diels-Alder-Synthese), einer präparativ vielseitig anwendbaren Cyloaddition [3,12].

Carl Stöhr (1855 - 1932) habilitierte sich am Chemischen Institut der Universität Kiel. Er wurde am 1. Apriì 1883 Assistent, promovierte aber 1884 in München. Am 19. Dezember 1888 habilitierte er sich für Chemie an der Universität Kiel und erhielt am 9. Juni 1894 den Titularprofessor. Am 1. Januar 1897 wurde C. Stöhr zum Vorstand des Kaiserlichen Torpedolaboratoriums und am 24. September 1897 zum Kaiserlichen Admiralitätsrat ernannt. Am 31. August 1921 wurde er zum a. o. Professor ernannt. Otto Stark (1877 - ?) promovierte1902 in Straßburg und war danach Assistent am Chemischen Institut in Kiel. Dort habilitierte er sich am 1. Februar 1911 für Chemie. Vom 1. Januar 1914 bis 1. April 1919 war O. Stark krankheithalber beurlaubt, weswegen er 1923 aus den Lehrkörper ausschied. Karl Freudenberg (1886 Weinheim - 1983 Heidelberg) hatte 1910 in Berlin promoviert und wirkte dort als Assistent von Emil Fischer. Ab 1. April 1914 war er Assistent an der Organischen Abteilung des Chemischen Instituts in Kiel, wo er sich am 16. Juli 1914 für Chemie habilitierte und am 4. August 1919 Titularprofessor wurde. Am 2. November 1920 habilitierteer sich in München um. Er wurde am 1. Oktober 1921 a. o. Professor der OrganischenChemie an der Universität Freiburg. Bereits am 1. Oktober 1922 wurde er o. Professor und Direktor des Chemischen Laboratoriumm an der TH Karlsruhe. In gleicher Position wechselte er am 1. April 1926 an die Universität Heidelberg. Daneben leitete er ab 1936 das Forschungsinstitut für die Chemie des Holzes und der Polysaccharide der Universität Heidelberg [3].
 
 

3 Die Universität zwischen den beiden Weltkriegen

3.1 Das Chemische Institut Die Philosophische Fakultät war unterteilt in die:

1. Historisch-philosophische Abteilung und

2. Mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung

In einer Beschreibung von 1921 wird das von A. Ladenburg eingeweihte Institut vorgestellt welches zwischenzeitlich erweitert worden war. Man liest [11]:

"Vor dem physikalischen Institut liegt der Riesenbau des chemischen Instituts. Bereits im Jahre 1878 gegründet, wurde es mehrfach umgebaut und bedeutend erweitert, zuletzt im Jahre 1907. Der praktische Unterricht findet in 5 großen, mit guten Ventilationseinrichtungen versehenen Arbeitssälen statt, die in der anorganisch-analytischen Abteilung etwa 120, in der organischen gegen 40 Praktikanten aufnehmen können. Außer der rein chemischen ist dem Institut noch eine physikalisch-chemische und elektrochemische, sowie die toxikologisch-pharmazeutische Abteilung angegliedert. Für die Vorlesungen stehen 3 Hörsäle zur Verfügung, von denen der größte 200-250 Plätze hat und mit elektrischer Verdunkelung, Anschluß für Starkstrom und einem für alle Bedürfnisse chemisch-experimenteller Forschung ausgestatten Hörsaaltisch versehen ist. Als eine besonders wertvolle Einrichtung des Instituts darf der Besitz eines Ozonapparats und eine Anlage zur Herstellung flüssiger Luft bezeichnet werden, da diese Hilfsmittel moderner Forschung nur in wenigen anderen Instituten vorhanden sind. Die Institutsbibliothek ist vorzüglich eingerichtet. Eine im Zentrum des Instituts gelegene Materialienausgabe, die den Studierenden alles, was sie für ihre Arbeiten an Chemikalien, Glasflaschen, Apparaten usw. brauchen, zu möglichst billigen Preisen liefert, erleichtert das Studium ganz wesentlich, da die Beschaffung von außerhalb für den einzelnen mit großen Schwierigkeiten und Opfern an Zeit und Geld verbunden ist".

Franz Feist (1864 - 1941) hatte 1886 in Straßburg promoviert und 1890 an der TH Zürich habilitiert. 1894 habilitierte er sich an der Universität Zürich und war ab 1896 nebenamtlich Lehrer der Chemie an der Tierarzneischule in Zürich. Am 15. Januar 1901 habilitierte F. Feist in Kiel, wo ihm am 10. Mai 1902 der Titel Professor verliehen wurde. Am 12. Juli 1913 wurde er Abteilungsvorsteher am Chemischen Institut, Ende des Jahres a. o. Professor und am 20. August 1921 o. Professor für Chemie, wo er bis zum 1. Oktober 1929 wirkte und von seinen Verpflichtungen entbunden wurde. Danach siedelte er nach Bonn über [3].

Otto Mumm (1877 - ?) promovierte 1902 in Kiel und war ab 1903 Assistent am Chemischen Institut, wo er sich am 13. März 1907 habilitierte. Die Ernennung zum Abteilungsvorsteher am Chemischen Institut erfolgte am 25. November 1911. Im April 1913 wurde ihm die Titularprofessur verliehen, am 23. Dezember 1914 wurde er a. o. Professor. Am 20. August 1921 wurde er mit F. Feist o. Professor für Chemie am Chemischen Institut, bis er am 31. August 1945 von seinen Amtspflichten entbunden wurde. Ab 1946 wirkte er als Gastprofessor für allgemeine und organische Chemie in Halle. 1953 übersiedelte er nach Frankfurt am Main [3].

Aladar Skita (1876 Wien - 1953 Baden-Baden) hatte 1900 in Heidelberg promoviert und war 1903 bis 1905 Chemiker bei den Farbenwerken in Höchst/Main. Am 1. Oktober 1905 Assistent am Chemische-Techischen Institut der TH Karlsruhe, habilitierte er sich am 20. Juli 1906 und wurde am 22. Dezember 1911 a. o. Titularprofessor. In gleicher Stellung war er vom 1. April 1914 an der Universität Freiburg tätig. Seit 5. Februar 1921 in Kiel, ab 1. Oktober 1923 als nichtbeamteter a. o. Professor und Leiter der Organischen Abteilung des Chemischen Instituts mit Lehrauftrag für Organische Chemie. Am 1. Oktober 1924 wechselte A. Skita als o. Professor und Direktor des Instituts für Organische Chemie an die TH Hannover [3].

Kurt Alder (1902 Königshütte - 1958 Köln) hatte 1926 in Kiel promoviert und wurde hier am 14. Januar 1930 habilitiert. Am 15. September 1934 wurde er apl. Professor für Chemie in Kiel. 1936 wechselte er zur IG Farben und war Forschungsleiter im Werk Leverkusen. Im Dezember 1940 wurde er o. Professor und Direktor des Chemischen Instituts der Universität Köln [3].

Otto Diels und sein Schüler Kurt Alder erhielten 1950 gemeinsam den Nobelpreis der Chemie für die Entdeckung (1928) und Entwicklung der Diensynthese (Diels-Alder-Synthese) [12].

Hans Kleinfeller (1897 - 1973) hatte 1921 in Kiel promoviert. Am 1. April 1922 wurde er dort Assistent am Chemischen Institut und habilitierte sicham 14. Januar 1930. Die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor für Organische Chemie erfolgte am 1. Oktober 1936 [3].

Alfons Schloemer (geb. 1904) hatte sich 1936 an der TH Aachen habilitiert und habilitierte sich am 15. Januar 1937 für Organische Chemie nach Kiel um. Bereits am 17. August 1937 erfolgte die Umhabilitation nach Berlin [3].

Die mehr Physikalisch-chemische Richtung im Chemischen Institut vertraten [3]:

Gerhard Preuner (1873 - 1928) promovierte 1898 in Heidelberg und habilitierte sich am 30. Juli 1903 in Kiel für Chemie. Am 20. Oktober 1910 wurde ihm die Titularprofessur verliehen. Mitte 1917 wurde er Leiter der Physikalisch-Chemischen Abteilung des Chemischen Instituts und am 31. August 1921 zum a. o. Professor ernannt.

Karl Lothar Wolf (1901 Kirchheimbolanden - 1969 Mainz) promovierte 1926 im München und war von 1925 bis 1927 Assistent am Einsteinturm in Potsdam. Vom 1. April 1927 bis 1. April 1929 war er Assistent am Chemischen Institut der Universität Königsberg, wo er sich am 10. Januar 1928 habilitierte. Im Wintersemester 1928/29 übernahm er eine Vertretung in Kiel. Von 1929 bis 1930 war er Privatdozent und Abteilungsvorsteher am Physikalisch-Chemischen Institut der TH Karlsruhe. Ab 1. Oktober 1930 wirkte K. Wolf als o. .Professor für Physikalische Chemie an der Universität Kiel und war deren Rektor von 1933 bis 1935. Von hier ging er 1936 als o. Professor nach Würzburg und 1937 nach Halle wo er bis 1945 wirkte. Von 1947 bis 1954 war K. Wolf im Schuldienst. Ab 1954 wurde er Direktor des Instituts für Physik und Chemie der Grenzflächen in Marienthal/Pfalz.

Kurt Wohl (1896 - ?) nahm im Sommersemester 1930 einen Lehrauftrag für Physikalische Chemie am Chemischen Institut wahr. Er war vom 11. August 1922 Assistent am Physikalisch-Chemischen Institut in Berlin, wo er 1923 und am 6. März 1929 habilitierte.

Werner Kuhn (1899 Maur bei Zürich - 1963 Basel) promovierte 1926 in Zürich und habilitierte sich 1927. Noch im gleichen Jahr habilitierte er sich nach Heidelberg um, wurde 1930 Dozent und 1931 a. o. Professor an der TH Karlsruhe. Am 21. September 1936 übernahm er eine Vertretungsprofessur in Kiel, wo er am 30. April 1937 o. Professor für Physikalische Chemie wurde. 1939 wechselte W. Kuhn als o. Professor an die Universität Basel.

Max Pestemer (1908 - 1975) promovierte 1930 in Graz, wo er von 1933 bis 1940 Assistent war. Dort habilitierte er sich am 24. Juli 1935 und wurde vom 1. Mai 1940 bis 1. April 1942 mit der Vertretung des Ordinarius beauftragt, während er zwischenzeitlich zum außerplanmäßigen .Professor ernannt wurde. Am 23. Februar 1942 wurde M. Pestemer planmäßiger a. o. .Professor für Physikalische Chemie in Kiel. Im Januar 1946 schied er aus dem Lehrkörper der Universität Kiel aus und zog nach Köln.

Carl Zerbe (1894 - 1985) hatte 1921 in Bonn promoviert. Von 1921 bis 1928 war er in der Industrie tätig, von 1928 bis 1929 arbeitete er beim Reichspatentamt. Am 6. Juni 1930 habilitierte er sich in Kiel und wurde hier am 12. Januar 1940 außerplanmäßiger Professor für Chemische Technologie, wobei er später gleichzeitig Lehrbeauftragter in Hamburg war.

Heinrich Thiele (1902 Berlin - 1990 Kiel) promovierte 1925 in Berlin am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie mit einem Thema Über photochemische Reaktionen von Silicium-Verbindungen und blieb zwei Jahre am Institut tätig. Er war von 1927 bis 1928 Assistent in Danzig und Heidelberg. Ab 1929 war H. Thiele Assistent am Hygienischen Institut in Kiel, wo er sich am 1. Juni 1937 habilitierte und 1939 zum Dozenten ernannt wurde. Am 27. Oktober 1950 wurde er zum außerplanmäßigen Professor für Angewandte Kolloidchemie in Kiel ernannt. 1960 erfolgte die Ernennung zum Wissenschaftlichen Rat und 1962 zum Professor. Nach seiner Emeritierung 1967 war er noch bis 1971 im Institut für Physikalische Chemie aktiv tätig. H. Thiele führte bis zu seinem Tode die Forschungsarbeiten mit eingeworbenen Sachmitteln in der "Außenstelle Kolloidchemie der Christian-Albrechts-Universität" in Niederkleveez und später in Grebin (Kreis Plön) fort. Nach seiner Emeritierung wurde die letzte Professur für Kolloidchemie in der BRD in eine Professur für Technische Chemie umgewandelt.

Hans Vogt (geb. 1913) war vom 1. November 1937 Assistent am Chemischen Institut in Kiel und promovierte dort 1939. Seine Habilitation erfolgte am 6. März 1947 in Kiel. Seit 23. Dezember 1954 wirkte er als außerplanmäßiger Professor für Pharmazeutische Chemie einschließlich pharmazeutische Technologie im Pharmazeutischen Institut der Universität Kiel.

Die Anorganische Chemie vertraten [3]:

Erich Einecke (1904-1945) wurde 1928 in Tübingen promoviert und kam 1930 als Assistent ans Chemische Institut in Kiel. Hier habilitierte er sich am 29. August 1938 und wurde am 6. März 1945 apl. Professor für Allgemeine und anorganische Chemie. Ob er davon noch erfahren hat, war nicht zu klären, denn er wurde im Kriege vermißt.

Hans Bode (geb. 1905) promovierte in seiner Heimatstadt Kiel 1928 und wurde 1929 Assistent am Chemischen Institut, wo er sich am 4. Januar 1938 habilitierte. Am 23. Januar 1947 wurde er apl. Professor für Anorganische Chemie. Im November 1949 ging er als apl. Professor an die Universität Hamburg.
 
 

3.2 Die Universität unter dem Nationalsozialismus Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 bedeutete für die Universität Kiel einen schweren Rückschlag.

In den ersten Monaten war die Euphorie für die nationalsozialistische Bewegung an der Kieler Universität kaum zu bremsen. Anläßlich der Reichstagswahlen erschien im Völkischen Beobachter am 3. März 1933 ein Wahlaufruf für die NSDAP "Die deutsche Geisteswelt für Liste I. Erklärung von 300 deutschen Universitäts­ und Hochschullehrern" . In dieser Erklärung findet man auch 40 Kieler Hochschullehrer, die Hälfte davon aus der Medizinischen Fakultät. Im Jahre 1939 begrüßten ähnlich viele Hochschullehrer in einer Zeitungsanzeige den Beginn des Zweiten Weltkrieges. Erst als es immer deutlicher wurde, daß der Krieg nicht zu gewinnen war, wichen die Sympathien für die Nationalsozialisten.

Viele Hochschullehrer verdankten Ihre Karriere ausschließlich den Nationalsozialisten. Aus rassischen oder politischen Gründen wurden an der Kieler Hochschule über 30 Gelehrte, einige mit internationalen Ruf, entlassen und durch politisch genehme Professoren ersetzt. Die Nationalsozialisten mußten wenig Zwang ausüben, denn wie anderswo klappte auch in Kiel das Zusammenspieì von Selbst-Gleichschaltung aus der Hochschule heraus und Gleichschaltung von oben recht gut [13].

Der Rektor der Universität Kiel war Anfang 1933 der Wirtschaftswissenschaftler August Skalweit (1879 - 1960), als Prorektor fungierte der Mediziner Rudolf Höber (1873 - 1953). Beide hatten sich kritisch über den Nationalsozialismus geäußert und waren dadurch den Nationalsozialisten nicht genehm, zudem war R. Höber Jude. Am 5. März 1933 wurden beide ihrer Ämter enthoben. Zum Sommersemester wurde A. Skalweit ohne Berufungsverfahren und gegen seinen Willen an die Universität Frankfurt zwangsversetzt, während R. Höber im Sommersemester regelrecht von der SS terrorisiert wurde. Er wurde Ende des Semesters "in den Ruhestand versetzt".

Der Reichserziehungsminister Bernhard Rust (1883 - 1945) ernannte am 5. März 1933 den Historiker Otto Scheel (1876 - 1954) zum Rektor. Dieser hatte in Schriften und Reden durchaus Symphatien mit den Nationalsozialisten bekundet, trat aber Ende April 1933 zu den Rektoratswahlen nicht mehr an. Man "wählte" den Physikochemiker Karl Ludwig Wolf als Rektor und den Zoologen Wolfgang Freiherr von Buddenbrok-Hettersdorf (1884 - 1964) zum Prorektor, die das Wohlwollen der Nationalsozialisten genossen [13].

Bei dieser "Wahl" kann man von keiner regulären Wahl sprechen, da nur noch die Führer des NS-Dozentenbundes und des NS-Studentenbundes Vorschläge machen konnten, die vom Reichserziehungsminesterium der Universität zur "Wahl" unterbreitet wurden. Die Ernennungen erfolgten später ohne Wahl, direkt durch das Ministerium [13].

Freiherr v.Buddenbrok-Hettersdorf wurde 1935 Opfer von Anschuldigungen eines seiner Mitarbeiter, der gute Beziehungen zu Gauleiter Hinrich Lohse (1896 - 1964) hatte. Die zwangweise "Versetzung" von Buddenbrok-Hettersdorf nach Halle war für ihn eine eindeutige Verschlechterung. Er schrieb dazu 1937 niedergeschlagen [14]:

"Die Wegversetzung von Kiel bedeutet für mich die vollständige Vernichtung meiner Lebenspläne. Ich bin nun einmal vergleichender Physiologe und habe einen ganzen Teiì meiner Arbeitskraft dazu benutzt, mir in Kiel ein anständiges Laboratorium einzurichten. Das ist nun alles vorbei....Wenn ich nicht 5 Kinder hätte, wäre ich längst irgendwo ins Ausland....Jedenfalls können Sie mich getrost als lebenden `Leichnahm´ betrachten. Ich werde hier meine Kinder erziehen und Schmetterlinge sammeln. Man muß ja schließlich zufrieden sein, wenn einem wenigstens die Möglichkeit belassen wird zu leben".

Gauleiter Hinrich Lohse, der bis dahin wohl kaum eine Universität betreten hatte, wurde im Oktober 1933 Ehrenvorsitzender der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft. Diese hatte sich 1918 begründet, um die Universität im Lande Schleswig-Holstein zu vertreten. Es wurden in Städten und Landgemeinden Sektionen der Universitäts-Gesellschaft gegründet. Diese konnten Dozenten und Professoren der Universität Kiel, die sich der Universitäts-Gesellschaft zur Verfügung gestellt hatten, zu einem Vortrag in die Sektion z. B. Bad Segeberg einladen. War die Universitäts-Gesellschaft bis dahin relativ frei von Parteien, so setzte sich mit H. Lohse die NSDAP langsam fest in den Sattel. Auch die Nationalsozialistische Kulturgemeinde war begierig, sich die Universitätsgesellschaft einzuverleiben. Nach einigem Gerangel wurde am 9. Dezember 1935 Gauleiter Hinrich Lohse vom Ausschuß der Universitäts-Gesellschaft einstimmig zum Vorsitzenden gewählt, ein Amt welches er bis 1945 beibehielt. Damit hatte die NSDAP und ihre Organisationen das Sagen in der Universitäts-Gesellschaft.[22].

Der Rektor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Jurist Paul Ritterbusch (1900 - 1945) schrieb in der Festschrift zum 275jährigen Bestehen 1940 u. a. folgende Sätze [14]:

"Mit dem Jahre 1933 begann daher auch für unsere Universität eine neue (die vierte) Epoche ihrer Geschichte. Erst sie führte aus der Sackgasse, in die sie die Wissenschaft und die Politik verrannt hatten. Die Wiederherstellung der Einheit und Ganzheit unseres Volkes durch den Nationalsozialismus gab auch der Wissenschaft die Idee der Erneuerung, die Besinnung auf wahrhafte Allgemeingültigkeit, auf ihre Einheit und Ganzheit in der 'Universitas`....Äußererlich sichtbar wurde der Wandel, der das Jahr 1933 heraufführte, für unsere Kieler Universität darin, daß alle rassefremden und politisch untragbaren Elemente beseitigt und neue junge Kräfte hierher berufen wurden. Die Universität hat sich in ihrem personellen Bestande in den erstenJahren nach 1933 nahezu vollständig erneuert, so daß nur wenige Lehrstühle in der Besetzung gleichgeblieben sind".

Inzwischen wird auch an der Universität Kiel das jahrzehntelange Tabu gebrochen und die Geschichte der Universität und ihrer Fakultäten im Dritten Reich sorgfältig aufgearbeitet, wobei die Personalakten merklich ausgedünnt sind. Die Geschichte der philïsophischen Fakultät mit ihrer Mathematisch-naturwissenschaftlichen Abteilung, also auch der des Chemischen Instituts, ist noch nicht aufgearbeitet.

Der zweite Weltkrieg traf die Stadt durch die Bombenangriffe schwer, wobei die Universität das Hauptgebäude, einige Institute sowie die Kliniken durch Totalverlust verlor. Die Universitätsbibliothek erlitt unersetzbare Verluste, obwohl unter großen Schwierigkeiten ein Teil der Bücher und Sammlungen während des Krieges ausgelagert worden waren [2].
 
 

4 Die Universität nach dem 2. Weltkrieg

Kiel war nach dem 2. Weltkrieg zu 75% zerbombt worden. Dies betraf auch die Gebäude der Universität und das Chemische Institut in der Brunswikerstraße, das A. Ladenburg erstmals 1878 bezogen hatte. Der Lehrkörper der Universität, der durch den Krieg große Verluste hinnehmen mußte, war durch den Luftkrieg vertrieben oder interniert und in alle Winde zerstreut. Es tauchte der Plan auf, die Hochschule in das vom Kriege verschonte Schleswig zu verlegen. Man entschloß sich aber doch, die Universität wieder in Kiel aufzubauen.

Trotz aller Schwierigkeiten öffnete die Universität Kiel am 27. November 1945 wieder ihre Pforten. Das größte Problem, die räumliche Unterbringung der Universität wurde dadurch gelöst, daß ihr ein Teiì der während des Krieges errichteten Gebäude der Electro-Acustic am Westrand der Stadt überlassen wurde. Im Herbst 1945 begann der Umbau der Werkhallen in Hörsäle und Institutsräume. Mehrere Schiffe, die man vorübergehend chartern konnte, boten in den nächsten Monaten den Studenten und Professoren eine erste Unterkunft. Im Wintersemester 1945/46 wurden auf diesen Schiffen auch Vorlesungen abgehalten.

Die britische Militärregierung beschränkte die Zahì der Studenten durch Einführung eines Numerus clausus zunächst auf 2500, der bis zur Währungsreform auf 3250 Studenten erhöht wurde. Zu den vier Fakultäten:

1. Theologische Fakultät

2. Rechts­ und Staatswissenschaftliche Fakultät

3. Medizinische Fakultät

4. Philosophische Fakultät

kam 1946 noch eine fünfte, die Landwirtschaftliche Fakultät hinzu, was für das Agrarland Schleswig-Holstein von großer Wichtigkeit war [2].
 
 

4.1 Das alte Chemische Institut Die zerstörten Gebäude des Chemischen Instituts in der Brunswikerstraße wurden, wie andere Gebäude der ehemaligen Universität, so gut es ging behelfsmäßig aufgebaut, so daß dort auch bald wieder Chemie studiert werden konnte.

Otto Diels war 1945 von seinen Ämtern entbunden worden. Als Direktor des Chemischen Instituts in Kiel wurde bis 1947 immer ein in organischer Chemie ausgebildeter Chemiker berufen. Dies änderte sich dann, indem man einen Anorganiker, einen Organiker und einen Physikochemiker berief.

Am 23. Mai 1947 wurde Wilhelm Karl Klemm (1896 Gurau/bei Breslau - 1985 Danzig) als erster o. Professor für Anorganische Chemie berufen. Er hatte 1923 unter Heinrich Biltz (1865 Berlin – 1943 Breslau) an der Universität Breslau mit dem Thema, in etwa Aus der Chemie der Harnsäure promoviert. Danach war er von 1923 bis 1929 Assistent bei dessen Bruder Wilhelm Eugen Biltz (1877 Berlin - 1943 Heidelberg) an der TH Hannover, wo er sich im März 1927 habilitierte. Von 1929 bis 1933 wirkte er als außerplanmäßiger Professor an den Universitäten Düsseldorf und Göttingen. W. Klemm wurde am 1. April 1933 o. Professor an der TH Danzig, von wo er nach dem Einmarsch der Russen floh.

Hans Martin (1908 - 1979) hatte 1933 in Heidelberg promoviert und war von 1933 bis 1936 Assistent an der TH Karlsruhe. Am 7. Februar 1941 habilitierte er sich an der Universität Kiel. Zum außererplanmäßigen Professor wurde er am 20. September 1947·berufen und am 1. Juli 1949 zum planmäßigen a. o. .Professor für Physikalische Chemie und Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Kiel ernannt. H. Martin wurde 1957zum o. Professor ernannt und 1974 emeritiert [3].

Rudolf Grewe (1910 Münster - 1968 Kiel) wurde am 1. Oktober 1948 als o. Professor für Organische Chemie an diese Universität berufen. Er hatte 1935 in Göttingen promoviert und sich dort am 22. Januar 1940 habilitiert. Am 1. Juni 1942 wurde er planmäßiger a. o. Professor an der Universität Straßburg. Er starb 1968 bei einem Autounfall [3].

Trotz der Trennung der Institutsleitungen wurden die anorganische und organische Chemie weiterhin im gemeinsamen Haus in der Brunswikerstraße untergebracht. Die Studentenzahlen waren ­ wie die Einrichtung ­ sehr bescheiden. In anorganischer Chemie konnten aus Kosten­ und Platzgründen maximal 16 Studenten aufgenommen werden, wobei noch eine größere Anzahì von Nebenfächlern hinzukam.
 
 

4.2 Das Anorganisch-Chemische-Institut in der Olshausenstraße W. Klemm wollte gerne einen eigenen Institutsbau haben, was aber in der damaligen Zeit nicht möglich war. Schließlich wurde für die Chemie am Westrand der Stadt ein Gebäude gefunden, in dem im Kriege ein Rüstungsbetrieb Panzer produziert hatte [8]. Das Gebäude wurde auf die Bedürfnisse der Universitätsinstitute, welche einziehen sollten, so gut es ging umgebaut. Etwa Mitte 1950 konnten die Institute in das Gebäude einziehen, in dem noch heute das Institut für Anorganische Chemie untergebracht ist [15].

In dieser Zeit kam Harry Hahn (geb. 1915) nach Kiel. Er hatte im Herbst 1937 seine Dipl.-Ing. Prüfung in Danzig abgelegt und seine Dissertation von 1937 bis 1939 Über die Nitride der ersten Nebengruppen des Periodischen Systems der Elemente bei R. Juza in Heidelberg durchgeführt. Die mündliche Prüfung erfolgte am 8. 12. 1939 an der TH Danzig. Er wurde 1941 Assistent später Oberassistent am Chemischen Institut in Kiel, zwischenzeitlich aber zur Wehrmacht eingezogen. Nach seiner Entlassung 1944 legte er Einzelpublikationen an der Universität Heidelberg für seine Habilitation unter dem Thema Über das System Vanadin-Stickstoff und die Nitrierung von Eisenlegierungen vor und der Dr.-Ing. habil. wurde ihm am 25. März 1945 verliehen. 1946 wurde er Dozent an der Universität Heidelberg und habilitierte sich 1950 nach Kiel um. Am 23. September 1952 wurde H. Hahn außerplanmäßiger Professor für Anorganische Chemie und 1957 zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt. Am 1. November 1959 wurde er a. o. Professor für Anorganische Chemie an der Universität in Würzburg und 1963 o. Professor für Chemie an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Stuttgart-Hohenheim [2,16].

Das Gebäude in der heutigen Olshausenstraße enthielt im Erdgeschoß Hörsäle und einige Räume der Geologie, Paläontologie und Mineralogie, welche auch noch im 1. Stock die Räume belegten. Im 2. Stock war die Organische Chemie, im 3. Stock die Anorganische Chemie untergebracht [10].

Bereits 1951 folgte W. Klemm einem Ruf an die Universität Münster, wo er 1964 emeritiert wurde. Daraufhin wurde am 1. April 1952 Robert Juza (1904 - 1996 Kiel) als o. Professor für Anorganische Chemie nach Kiel berufen. Dieser hatte 1928 an der TH Prag bei Gustav Franz Hüttig (1890 Prag - 1957 Graz) mit der Arbeit Dampfdruckerniedrigung vom Argon durch aktive Stoffe promoviert und war von 1928 bis 1942 Assistent an der TH Hannover und TH Danzig, wo er sich im Juni 1935 unter dem Thema Untersuchungen über Ammonothermalsynthesen von Metallamiden habilitierte. Am 29. Mai 1937 habilitierte er sich an die Universität Heideìberg um, war dort Assistent und wurde am 1. August 1942 planmäßiger a. o. .Professor [2,16].

Der Chemiker Karl Geyersberger (geb. 1917), der sich 1945 an der TH Danzig promoviert hatte, kam 1947 als Assistent ans Chemische Institut nach Kiel und habilitierte sich am 3. Dezember 1952 für Anorganische Chemie [2].

Albert Mondon (1911 - 1991) hatte 1940 in Göttingen unter R. Grewe mit dem Thema Synthesen in der Phenanthrenreihe promoviert und war von 1944 bis 1945 Assistent in Straßburg. Ab 1946 war er wieder an der Universität Göttingen. Am 19. Januar 1949 wurde er Assistent in Kiel, wo er sich am 6. März 1953 für Organische Chemie habilitierte. Nach R. Grewes Tod (1968) wurde ihm die kommisarische Leitung des Instituts für Organische Chemie übertragen. 1974 erfolgte die Berufung auf den Lehrstuhl II für Organische Chemie. Bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers 1985, hat er den Lehrstuhl vertreten, wobei er danach noch bis Januar 1991 regelmäßig im Labor experimentierte [2].

Später wurde mit dem Bau des Instituts für Organische Chemie in der Nähe des bisherigen Gebäudes in der Olshausenstraße begonnen. Das Institut für Organische Chemie wurde Anfang 1964 bezogen.

Auch die anderen im Hause untergebrachten Disziplinen erhielten neue Unterkünfte. Es begann der Umzug in die jeweiligen Gebäude; nur das Institut für Anorganische Chemie blieb im alten Bau, konnte diesen aber ganz für sich in Anspruch nehmen. Doch mußte der Bau renoviert werden. Es hatten sich Baumängel eingestellt, z. B. hatte sich der Boden an einigen Stellen unter dem Gewicht der schweren Versteinerungen der Urtiere der Paläontologen abgesenkt [15].

In diesem Bau, in dem das Institut für Anorganische Chemie noch heute ist, begann eine schaffensreiche Zeit, obwohl die Geldmittel immer noch knapp waren. Aber man war - auch in der Forschung ­ mit dem zufrieden, was man hatte, und versuchte das Wenige sinnvoll und sparsam einzusetzen. Wer kann sich heute wo ein Diplomand in einem Arbeitskreis es für selbstverständlich hält, Meßapparaturen, Geräte und Chemikalien vorzufinden, vorstellen, daß damals ein Quarzglasrohr oder ein Platintiegel auch Chemikalien, beinnahe unerschwinglich waren. Die Forschung wurde durch diese Umstände sicher einfacher und anders betrieben. Man führte diese Untersuchungen mit Chemikalien durch, die im Institut vorhanden waren und nicht gekauft werden mußten. Die Forschung war deswegen nicht schlechter, nur bedeutend mühseliger, mußte man sich viele Meßgeräte doch selbst herstellen. Basteln gehörte zur Forschung. Wer bastelte, mußte sich viele Gedanken machen und kosten durfte es ja auch nicht viel.

In einem Hochschulführer der Universität Kiel aus dem Jahre 1965, zum 300jährigen Jubiläum der Christian-Albrechts-Universität, erfährt man, daß es 22 Studentische Politische Verbindungen und 26 Studentenverbindungen gibt. Zum Vergleich dazu gibt es an der ältesten Universität Deutschlands in Heidelberg, gegründet 1386, über 100 Studentenverbindungen.

In diesem Hochschulführer wird das Studium im Institut für Anorganische Chemie, welches die Handschrift von R. Juza trägt, folgendermaßen beschrieben [17]:

"Während der ersten Semester haben die Studierenden der Chemie einen ganztägigen Arbeitsplatz im Institut für anorganische Chemie. In den ersten Wochen wird an den Nachmittagen ein "Einführungskurs" abgehalten. Neben dem Kennenlernen der wichtigsten Stoffe und Reaktionen ist insbesondere von Bedeutung, daß der Student in diesem Kurs in die Technik des Experimentierens eingeführt wird.

Während des zweiten Semesterhälfte und in dem zweiten Semester arbeiten die Studierenden qualitativ-analytisch. Das Schwergewicht bei diesen Arbeiten liegt in der Aneignung von Kenntnissen über die Eigenschaften der Stoffe und deren Reaktionen und in der Schulung der für den Naturwissenschaftler sehr wichtigen Beobachtungsgabe. Diese kann durch analytische Arbeiten am besten angeeignet und zu gleicher Zeit kontrolliert werden, weiì nur bei richtiger Beobachtung die Analysen richtig werden. Im dritten und vierten Semester arbeiten die Studierenden vorwiegend quantitativ-analytisch. Hier wird insbesondere die Exaktheit des Experimentierens geschult, aber auch die quantitativ-analytischen Methoden selbst sind für die Mehrzahì der Chemiker später von Wichtigkeit. Neben den klassischen Methoden werden auch die in letzter Zeit neuentwickelten Methoden gepflegt. Spezielle analytische Methoden, z. B. Mikroanalyse oder Gasanalyse, werden in Kursen gebracht. Neben den analytischen Arbeiten werden auch einfache Präparate hergestellt. Im zweiten Ausbildungsgang kommt der Chemiestudent noch einmal auf ein halbes Semester zu fortgeschrittenen präparativen Arbeiten in das Institut. Es sollten nun die etwas anspruchvolleren präparativen Methoden, z. B. bei tiefen oder hohen Temperaturen, im Hochvakuum oder bei Überdruck, kennengelernt werden. Auch eine gewisse Kenntnis der für ein modernes anorganisch-chemisches Laboratorium wichtigen Untersuchungsmethoden wird vermittelt.

Die wissenschaftlichen Arbeiten des Instituts betreffen insbesondere "Festkörperchemie". Es werden meist noch nicht bekannte Verbindungen von Metallen mit Nichtmetallen synthetisiert. Die präparativen Methoden muß man in der anorganischen Chemie stark apparativ variieren, weiì die Vielzahì der zu bearbeitenden chemischen Elemente eine starke Variation der Eigenschaften der zu bearbeitenden Stoffe mit sich bringt. Anschließend werden die Eigenschaften der hergestellten Verbindungen, z. B. röntgenographisch, magnetisch, elektrisch oder optisch untersucht, mit dem Ziel, genauere Aussagen über den Aufbau dieser Stoffe zu erhaìten.

Die Vorlesungen der Dozenten des Instituts betreffen: Anorganische Experimentalchemie, ergänzend dazu Chemie der Metalle, qualitative Analyse, quantitative Analyse. Ferner werden Spezialvorlesungen gehalten, die z. B. folgende Gebiete behandeln: Chemie der Nichtmetalle, Komplexchemie, binäre Verbindungen der Metalle, neue Methoden der analytischen Chemie.

In dem Institut für anorganische Chemie erhalten auch die Studierenden des höheren Lehramts ihre Ausbildung. Diese Studenten bekommen halbtägige Arbeitsplätze und haben ein kleineres Pensum als die Fachchemiker zu absolvieren. Ferner werden in Kursen auch "Nebenfachstudenten", z. B. Physiker, Biologen, Mediziner und Landwirte ausgebildet".

Inzwischen gab es 1965 an der Universität in Kiel folgende Fakultäten [17]º

1. Theologische Fakultät

2. Rechts­ und Staatswissenschaftliche Fakultät

3. Medizinische Fakultät

4. Philosophische Fakultät

5. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakutät

6. Landwirtschaftliche Fakultät

Es besserten sich langsam die Verhältnisse, und die Forschungsmittel erhöhten sich. In der Zeit bis zur Emeritierung von R. Juza (1971) habilitierten sich bei ihm vier Mitarbeiter, die alle an Hochschulen einen Ruf bekamen. Diese ist eine beachtliche Anzahì von Schülern, auf Lehrstühlen. Wie sie mir der Juzaschüler Claus Hadenfeldt (geb. 1938) mitteilte ging als erstes Heinrich Puff an die Universität Bonn. Es folgten beinahe gleichzeitig Hans-Uwe Schuster (Universität Köln) und Hinrich Seidel‚ (TH Hannover). Als letzter ging 1973 Herbert Jacobs‚ (geb. 1936) als C3 Professor an die TU Aachen und wechselte 1983 an die Universität Dortmund. Dieser hatte 1966 mit dem Thema Über Amide, Imide und Nitride der Alkali­ und Erdalkalimetalle promoviert und sich1971 mit vorgelegten Arbeiten über Hochdrucksynthesen in Ammoniak habilitiert [18].

In der Zwischenzeit hatte 1969 der Festkörperchemiker Hanskarl Müller-Buschbaum (geb. 1931), der bei Hans Witzmann (geb. 1904) in Greifswald 1960 mit der Arbeit Zum Emissionsverhalten samariumaktivierter Phosphore promoviert hatte, einen Ruf an das Institut für Anorganische Chemie in Kiel erhalten und angenommen. Seine vorhergehenden Tätigkeiten waren nach dem Wechsel in die BRD eine Tätigkeit (1961/62) im Forschungslaboratorium der Siemens Halske AG München über harte Supraleiter, es folgte ein Postdokterat von 1962 bis 1965 bei W. Klemm in Münster. Hier ergaben sich enge Kontakte zu Rudolf Hoppe (geb. 1922), A. Simon und Hans Georg von Schnering (geb. 1931). 1965 folgte er R. Hoppe nach Gießen, wo er sich 1966 mit dem Thema Über ein Verfahren zur Erzeugung sehr hoher Temperaturen im Laboratorium und seine Anwendung auf dem Gebiet der Festkörperchemie, mit Ergebnissen zur Darstellung und Strukturuntersuchung ternärer Oxoverbindungen vom Typ M2+M23+ O4 sowie seltener Erdmetallsesquioxide habilitierte. Er wirkte dort als Privatdozent und Oberassistent am Institut für Anorganische Chemie, dessen Institutschef Rudolf Hoppe war. Hk. Müller-Buschbaum folgten seine Schüler Christoph Teske und Hans-Lothar Keller. Hk. Müller-Buschbaum wurde im September 1996 emeritiert [23].

Der direkte Nachfolger von R. Juza und dessen Lehrstuhlinhaber wurde 1971 der Komplexchemiker Wilhelm Preetz (geb. 1934) der 1963 bei Ewald Blasius (1921 - 1987) in Berlin mit dem Thema Trennung, Isolierung und Untersuchung von Gemischtligandenkomplexen der Platinelemente unter Zuhilfenahme hochspannungsionophoretischer Methoden promoviert hatte. Seine Habilitation erfolgte 1969 mit dem Thema Neue Ionophoretische Trennverfahren zur Untersuchung kinetisch inerter Komplexsystem an der Universität in Saarbrücken, wo er bis zu seiner Berufung als Direktor des Instituts für Anorganische Chemie nach Kiel als Privatdozent wirkte. Mit ihm kam sein Schüler Heinrich Homborg (geb. 1941).

Ebenfalls 1971 erhielt der Chemiker Bernt Krebs (geb. 1938), der 1965 bei Gerhard Gattow (geb. 1926) in Göttingen mit der Arbeit Kristallstruktur und chemische Reaktionen der Trithionkohlensäure promoviert hatte, einen Ruf auf die H3 Professur an das Institut für Anorganische Chemie in Kiel, den er annahm. Nach der Promotion hatte B. Krebs 1965/66 ein 18monatiges Postdokterat bei W. Hamilton am Brookhaven Nationaì Laboratory in Upton, N. Y. USA. Dort beschäftigte er sich mit modernen Methoden der Röntgen­ und Neutronen-Strukturanalyse. Danach ging er wieder nach Göttingen zu Otto Glemser (geb. 1911), wo er sich 1969 mit der Arbeit Ein Beitrag zur Kristallchemie des Rheniuns und Technetium habilitierte. Von 1974 bis 1977 wirkte er als C4 .Professor an der Universität Bielefeld und seit 1977 an der Universität Münster.

Somit begann die Suche nach einem Ersatz für B. Krebs. Dieser wurde im Oktober 1974 in dem Kolloidwissenschaftler Gerhard Lagaly (geb. 1938) gefunden, der 1967 bei Armin Weiß (geb. 1927) in Heidelberg mit dem Thema Untersuchung von Quellvorgängen in n­Alkylammonium-Schichtsilicaten promoviert hatte. Eine weitere Station war die Universität München, wo er sich 1971 mit vorgelegten Arbeiten n-Alkylammonium-Tonminerale als Modellsubstanzen sowie ihre Bedeutung in der Bodenkunde habilitierte.

Als Nachfolger von Hk. Müller-Buschbaum wurde der Festkörperchemiker Wolfgang Bensch (geb. 1953) 1997 an das Institut für Anorganische Chemie in Kiel berufen. Bereits im Wintersemester 1996 hatte er die Vorlesung vertretungsweise in Kiel übernommen W. Bensch begann das Studium der Chemie 1973 an der Universität München. Er promovierte 1983 bei Eberhard Amberger (1928 - 1986) mit der Arbeit Darstellung und Untersuchung binärer, ternärer und quasi-ternärer Vanadium-Chalkogenide. Von 1984 bis 1986 war er Postdoktorand bei H. R. Oswald an der Universität Zürich. Danach wechselt er er 1986 zu der Firma Siemens in das Mikroelektronik-Technologie-Zentrum nach München, wo er in der Abteilung Analytik an der Entwicklung des 1 MB und 4 MB DRAM-Speicherchips beteiligt war. Im Januar 1990 wurde W. Bensch wissenschaftlicher Angestellter bei R. Schlögl am Institut für Anorganische Chemie der Universität Frankfurt/Main. Dort habilitierte er sich 1993 mit dem Thema Zusammenhänge zwischen Struktur und chemischer Bindung in ausgewählten Übergangschalkogeniden und war danach bis zu seiner Berufung nach Kiel als Privatdozent tätig [21].

W. Preetz, W. Bensch (Hk. Müller-Buschbaum) und G. Lagaly waren Direktoren des Instituts, wobei jeweils ein Kollege die Geschäftsführung übernahm. Dieser wurde durch eine Wahl unter den drei Direktoren festgelegt. Die Zeitspanne als geschäftsführender Direktor dauerte zunächst 3 Jahre, später 2 Jahre.

Die Kompetenzen im Institut für Anorganische Chemie waren (mit wechselseitiger Vertretbarkeit) folgendermaßen verteilt:

Prof. W. Preetz für die Hauptfachstudenten der Chemie

Prof. W. Bensch für die Hauptfachstudenten der Chemie

Prof. G. Lagaly für die Nebenfachstudenten der Chemie

Prof. C. Hadenfeldt für die Lehramtsaubilung der Realschulen und Gymnasien

Zum Wintersemester 1999 wurde Wilhelm Preetz emeretiert. Als Nachfolger wurde Felix Tuczek aus Mainz berufen.

Karsten Bluhm (geb. 1961) promovierte 1990 unter Hk. Müller-Buschbaum mit dem Thema Zur Kristallchemie von gemischten Nickeloxidboraten mit isolierten Trigonal Planaren BO3-Baueinheite und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut.

Claus Hadenfeldt, der seine Diplomarbeit Untersuchungen am System LiNH 2-Al(NH2)3 1965 geschrieben hatte, promovierte 1969 bei R. Juza Über Untersuchungen am System LiNH2-Al(NH 2)3 und an Amiden der Seltenen Erdmetalle Europium, Ytterbium und Lanthan. Er habilitierte sich1977 im Institut für Anorganische Chemie mit dem Thema Darstellung und Eigenschaften von Phosphid­ und Arsenidhalogeniden der schweren Erdalkalimetalle und war bis 1991 Privatdozent. Zwischenzeitlich wurde ihm der Professorentitel verliehen. Seit 1991 ist C. Hadenfeldt Hochschuldozent.

Heinrich Homborg hatte 1973 in Saarbrücken bei W. Preetz mit dem Thema Stereospezifische Darstellung und Spektrophotometrische Charakterisierung neuer gemischter Halogeno-Komplexe von Osmium (IV) promoviert. Er habilitierte 1984 mit der Arbeit Darstellung und Charakterisierung neuer Phtalocyanine von Al, Co, Fe, Li, Mg Zn in Kiel. 1992 wurde er zum Akademischen Direktor und Professor ernannt.

Hans-Lothar Keller (geb. 1943), der 1973 in Gießen mit dem Thema Kristallstrukturuntersuchungen von binären und ternären Oxoverbindungen des Silbers, dargestellt in Schmelzen unter hohem Sauerstoffdruck promoviert hatte, habilitierte sich 1983 mit Ein neuer Beitrag zur Kenntnis der Chlor­ und Bromverbindungen des Bleis und war bis 1989 als Privatdozent am Institut für Anorganische Chemie tätig. Hier wurde er 1989 außerplanmäßiger Professor und wechselte 1991 an den Fachbereich Chemie, Anorganische Chemie der Universität Dortmund.

Herbert Pausch (geb. 1944), der 1976 bei Hk. Müller-Buschbaum mit dem Thema CO2-Laser als Energiequelle für Hochtemperatursynthesen bei verschiedenen Drücken mit Präparationsbeispielen aus der Chemie der Oxoverbindungen promoviert hatte, arbeitet im Institut als wissenschaftlicher Angestellter. Dabei ist er auch für die Ausbildung der Chemielaborantenlehrlinge zuständig und ist im Prüfungsausschuß der Industrie­ und Handelskammer Kiel. Er übernahm zahlreiche administrative Aufgaben wie die Entsorgung der Chemikalien und die Planung und Aufsicht (von der Institutsseite her) beim Bau des neuen Institutanbaus.

Gerhard Peters (geb. 1946) promovierte 1982 bei W. Preetz mit dem Thema Präparative Methoden zur Darstellung von Übergangsmetallkomplexen mit Metall-Metall-Mehrfachbindungen und deren Spektroskopische Charakterisierung und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter. Er ist Zuständig für das CP-MAS-NMR (Cross-Polarization Magic Angle Spin-Kernresonanzspektroskop) der Firma Bruker im Institut.

Christoph Teske (geb. 1942) promovierte 1970 in Gießen mit der Arbeit Zur Kenntnis von Erdalkalimetalloxocupraten. Er ist akademischer Oberrat und Strahlenschutzbeauftragter am Institut. Außerdem betreut er das Quantitative Praktikum, die Differential-Thermoanalyse und er leitet die Studienberatung.

Ralf Zimehl (geb. 1956) promovierte 1986 bei G. Lagaly mit der Arbeit Emulsionspolymerisation ­ Darstellung, Eigenschaften und Stabilität kolloidaler Polymerer. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und war zwischenzeitlich zwei Jahre als Forschungsstipediant der Humboldt-Stiftung bei Prof. Imre Dékány am Institut für Kolloidchemie der Attila-Joszsef-Universität in Szeged, Ungarn. Im Juni 1998 hat er sich habili tiert.

H. Homborg, H. Pausch und G. Peters betreuen gemeinsam das Fortgeschrittenenpraktikum der Chemiestudenten im Hause.

Im Jahre 1985 wurde im Institut für Anorganische Chemie eine Sicherheitsgasleitung eingebaut, was viel Unruhe und Schmutz ins Haus brachte. Etwa zur gleichen Zeit wurden starke Baumängel am Haus festgestellt. Da keine Baupläne vorhanden waren, wurde der Beton im Boden mit Preßlufthämmern geöffnet, um die Stahlarmierungen zu überprüfen und zu vermessen. So wurden die Decken in einigen Räumen mit provosorischen Stahlstützen gestützt. Das Gutachten war vernichtend, da die Bausubstanz sehr schlecht war. Feuerpolizeilich wurden große Bedenken geäußert.

Unter den Hinweisen auf die großen Sicherheitmängeì und die Enge im Institut drängte die Institutsleitung auf eine Verbesserung der Zustände. Der Erfolg stellte sich ein. Es wurde beschlossen, einen Erweiterungsbau des Instituts für Anorganische Chemie auf das freie Grundstück zwischen altem Institut und dem Instutut für Biochemie zu bauen. Die Planung begann im Dezember 1990, der erste Spatenstich erfolgte Anfang 1995. Bereits am 15. November 1995 konnte das Richtfest gefeiert werden. Am 3. September 1998 wurde in den Erweiterungsbau eingezogen.

Die Fakultäten an der Universität hatten sich seit 1965 nochmals vermehrt. Zwischenzeitlich kam die Wirtschafts­ und Sozialwissenschaftliche Fakultät dazu. Zu Beginn der neunziger Jahre wurde die Technische Fakultät gegründet. Kurz danach wurde die Pädagogische Hochschule Kiel in die Universität Kiel integriert und nannte sich Erziehungswissenschaftliche Fakultät. Somit bestehen heute folgende Fakultäten an der Universität Kiel:

1. Theologische Fakultät

2. Rechts­ und Staatswissenschaftliche Fakultät

3. Wirtschafts­ und Sozialwissenschaftliche Fakultät

4. Medizinische Fakultät

5. Philosophische Fakultät

6. Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakutät

7. Landwirtschaftliche Fakultät

8. Technische Fakultät

9. Erziehungswissenschaftliche Fakultät
 
 

4.3 Zitationen (citation index) der Direktoren, Professoren und Mitarbeiter des Instututs für Anorganische Chemie der Universität Kiel für dem Zeitiraum 1964 bis 1995. Der Citation-Index [19] verzeichnet die Zitationen eines Autors in fremden Arbeiten, bei dem dieser weder Autor noch Coautor ist. Wegberufene ehemalige Mitarbeiter und Neuberufene Mitarbeiter wurden nicht berücksichtigt.
 
  4.3.1 Zitationen der Direktoren und ehemaligen Direktoren
Jahr
Prof. Dr. R. Juza  Prof. Dr. Hk. Müller-Buschbaum  Prof. Dr. W. Preetz Prof. Dr. Dr. hc. G. Lagaly
1995 30 84 55 102
1994 46 86 53 78
1993 76 84 56 89
1992 23 104 39 74
1991 24 88 63 56
1990 50 111 49 52
1989 21 100 63 65
1988 26 31 54 79
1987 33 12 41 69
1986 36 12 58 48
1985 26 19 28 72
1984 26 18 44 31
1983 24 11 68 42
1982 25 17 68 34
1981 39 21 52 53
1980 42 26 40 41
1979 40 13 24 7
1978 47 15 51 39
1977 23 13 49 32
1976 36 16 58 68
1975 47 12 47 29
1974 45 6 30 39
1973 48 5 17 13
1972 41 6 9 12
1971 61 3 27 26
1970 67 10 24 7
1969 49 9 14 1
1968 80 17 15 --
1967 49 20 14 1
1966 36 10 1 --
1965 36 6 6 --
1964 20 1 -- --
Insgesamt         
  1272 986 1186 1259

  4.3.2 Zitationen von Professoren und Mitarbeitern
Jahr
Prof. Dr. C. Hadenfeldt Prof. Dr. H. Homburg Dr. C. Teske PD Dr. R. Zimehl
1995 6 37 35 1
1994 4 32 45 5
1993 4 31 42 4
1992 2 20 65 2
1991 6 26 54 1
1990 4 22 85 2
1989 -- 21 49 3
1988 8 23 47 --
1987 10 27 8 1
1986 17 31 5 --
1985 12 22 9 --
1984 3 30 2 --
1983 -- 23 1 --
1982 14 26 7 --
1981 8 8 12 --
1980 -- 21 14 --
1979 1 10 9 --
1978 12 12 19 --
1977 5 4 11 --
1976 5 2 13 --
1975 3 -- 10 --
1974 11 1 3 --
1973 4 -- 3 --
1972 2 -- 4 --
1971 2 -- 6 --
1970 1 -- 3 --
1969 1 -- -- --
1968 -- -- -- --
1967 -- -- -- --
1966 -- -- -- --
1965 -- -- -- --
1964 -- -- -- --
Insgesamt        
  145 429 561 19

  4.3.3 Zitationen von Mitarbeitern
Jahr
Dr. H. Pausch Dr. G. Peters Dr. K. Bluhm K. Beneke
1995 9 15 33 31
1994 3 5 18 10
1993 2 7 -- 18
1992 4 10 -- 25
1991 4 -- 1 18
1990 2 -- 29 12
1989 7 -- 4 12
1988 3 9 1 17
1987 1 2 -- 17
1986 2 3 -- 7
1985 1 -- -- 7
1984 -- 2 -- 5
1983 -- 5 -- 8
1982 2 1 -- 3
1981 8 1 -- 3
1980 3 -- -- --
1979 9 -- -- 1
1978 6 -- -- 1
1977 9 -- -- --
1976 3 -- -- 3
1975 4 -- -- --
1974 1 -- -- --
1973 -- -- -- --
1972 -- -- -- --
1971 -- -- -- --
1970 -- -- -- --
1969 -- -- -- --
1968 -- -- -- --
1967 -- -- -- --
1966 -- -- -- --
1965 -- -- -- --
1964 -- -- -- --
Insgesamt        
  83 61 86 198

  4.3.4 Gesamtzahì der Zitationen der Mitarbeiter des Instituts für Anorganische Chemie der Universität Kiel nach Jahren geordnet
Jahr
Anzahl der Zitationen    
1995 438    
1994 385    
1993 413    
1992 368    
1991 341    
1990 418    
1989 345    
1988 298    
1987 221    
1986 219    
1985 196    
1984 161    
1983 157    
1982 197    
1981 205    
1980 188    
1979 114    
1978 202    
1977 146    
1976 204    
1975 146    
1974 136    
1973 90    
1972 74    
1971 125    
1970 112    
1969 74    
1968 112    
1967 84    
1966 47    
1965 48    
1964 21    
Insgesamt      
  6385 Zitationen    

  4.4 Ausblick Die Universität Kiel geht sehr schweren Zeiten entgegen. Einige Institute werden oder wurden zusammengelegt. Nichtwiederbesetzen von Stellen ausgeschiedener Mitarbeiter ist an der Tagesordnung. Die einzelnen Fakultäten müssen sich selbst verwalten, d. h. die Universität bekommt das Geld von der Landesregierung und diese teilt es auf die Fäkultäten auf, die es wiederum an die Institute weitergibt. Damit ist die Landesregierung fein aus dem Schneider und die Universitätsverwaltung kann schauen wie sie mit den gekürzten Etat auskommt. Dies ist für die einzige Universität in Schleswig-Holstein eine beschämende Angelegenheit. .

Durch Einsparungen jeder Art wird an es an den Instituten immer schwerer, moderne Forschung zu betreiben. Durch Drittmitteì konnte man sich im Institut für Anorganische Chemie bisher einigermaßen über Wasser halten. Aber auch diese Mittel sind eingeschränkt.

Um den fertig ausgebildeten Chemiker überhaupt eine Chance zu geben, Arbeit zu finden, ist dies nur mit gut und breit ausgebildeten Chemikern möglich. Diese Ausbildung muß den Entwicklungen in der Forschung, aber auch den Bedürfnissen der Industrie angepaßt werden. Und das kostet Geld, wird sich aber auszahlen. Im Moment ist es fraglich, ob auf Grund der finanziellen Lage eine gute Ausbildung weiterhin möglich ist. Die Universität muß bemüht sein, namhafte, engagierte und gute Professoren zu bekommen. Dies ist nicht immer unbedingt möglich, wenn Zusagen bei Berufungsverhandlungen, wie zur Zeit deutlich erkennbar, zunehmend eingeschränkt werden!

Das Institut für Anorganische Chemie hat das große Glück, daß der Erweiterungsbau noch realisiert werden konnte. Dies ist sicher für lange Zeit der letzte Erweiterungsbau für ein Institut an der Universität Kiel. Abzuwarten ist, ob alle Versprechungen und Zusagen für den Erweiterungbau eingehalten werden.

Ich selbst schaue mit Zuversicht in die Zukunft und hoffe, daß die düsteren Prognosen für die nächste Zeit sich in dieser Form nicht durchsetzen werden.
 
 

5. Anhang

5.1 Anzahl der Studenten und Professoren in Kiel im Vergleich zu Bonn und Tübingen Die Universität Kiel hatte im Gegensatz zu anderen Universitäten lange ein gutes Studenten/Professoren-Verhältnis, weil die Studentenzahlen in Kiel unter denen anderer Universitäten lag. Im Vergleich dazu werden die Universitäten Bonn und Tübingen wiedergegeben. Dazu wird noch die Gesamtzahì der Studenten in Deutschland und der Bundesrepublik Deutschland 1830 - 1980 aufgeführt [6].
 
  5.1.1 Professoren und Studenten in Kiel 1830 - 1980
Jahr Professoren Studenten Studenten je Professor 
1830/31 27 311 11.5
1835736 27 232 8.5
1840/41 33 212 6.4
1845/46 35 205 5.8
1850/51 42 126 3.0
1855/56 32 134 4.2
1860/61 32 169 5.3
1865/66 38 229 6.0
       
1875/76 44 202 4.6
1880/81 48 284 5.9
1885/86 55 447 8.1
1890/91 54 493 9.1
1895/96 52 547 10.5
1900/01 51 1 056 20.7
1905/06 51 762 14.9
1910/11 53 1 456 27.5
       
1920/21 82 2 033 24.8
1925/26 84 1 538 18.3
1930/31 126 2 746 21.8
1935/36 76 1 435 18.9
       
1950/51 82 2 901 35.4
1955/51 87 2 136 24.6
1960/61 84 5 176 61.5
1965/66 128 7 473 58.4
1970/71 138 8 355 60.4
1975/76 164 11 750 71.6
1980/81 -- 14 039 --

  5.1.2 Professoren und Studenten in Bonn 1830 - 1980
Jahr Professoren Studenten Studenten je Professor
1830/31 53 865 16.3
1835/36 56 693 12.4
1840/41 57 606 10.6
1845/46 57 684 12.0
1850/51 59 914 15.5
1855/56 62 755 12.2
1860/61 70 835 11.9
1865/66 68 841 12.4
       
1875/76 78 707 9.1
1880/81 74 887 12.0
1885/86 85 1 081 12.7
1890/91 87 1 217 14.0
1895/96 101 1 577 15.6
1900/01 87 2 162 24.8
1905/06 92 2 789 30.3
1910/11 94 3 421 36.4
       
1920/21 103 4 767 46.3
1925/26 115 2 637 22.9
1930/31 176 5 167 35.0
1935/36 131 2 985 22.8
       
1950/51 95 7 102 74.8
1955/56 117 7 122 60.9
1960/61 132 10 021 75.9
1965/66 198 13 954 73.8
1970/71 219 16 236 74.1
1975/76 256 24 061 94.0
1980/81 294 43 399 117.0

  5.1.3 Professoren und Studenten in Tübingen 1830 - 1980
Jahr  Professoren Studenten Studenten je Professor
1830/31 37 823 22.2
1835/36 36 609 16.9
1840/41 41 721 17.6
1845/46 46 870 18.9
1850/51 48 795 16.5
1855/56 57 692 12.1
1860/61 51 734 14.4
1865/66 54 802 14.8
       
1875/76 59 812 13.8
1880/81 59 1 057 17.9
1885/86 66 1 229 18.6
1890/91 64 1 235 19.3
1895/96 80 1 114 14.0
1900/01 52 1 350 26.0
1905/06 55 1 536 27.9
1910/11 56 1 883 33.6
       
1920/21 79 2 782 35.2
1925/26 72 2 145 29.8
1930/31 118 2 983 25.3
1935/36 87 2 276 26.2
       
1950/51 83 4 475 52.7
1955/56 104 5 177 49.7
1960/61 117 8 430 72.1
1965/66 160 10 353 64.7
1970/71 155 12 738 82.2
1975/76 217 17 041 78.5
1980/81 212 19 904 93.9

  5.1.4 Bevölkerung und Studenten in Deutschland und in der Bundesrepublik Deutschland 1830 - 1980 (nur Universitäten)
Jahr Bevölkerung

(in 1 000)

Studenten Studenten pro 

10 000 Einwohner

1830/31 29 518 15 838 5.4
1835/36 31 129 11 903 3.8
1840/41 32 987 11 530 3.5
1845/46 34 290 11 988 3.5
1850/51 35 312 12 377 3.5
1855/56 36 138 12 018 3.3
1860/61 37 611 12 398 3.3
1865/66 39 548 13 849 3.5
       
1875/76 42 518 16 611 3.9
1880/81 45 095 21 414 4.7
1885/86 46 707 26 911 5.8
1890/91 49 241 28 337 5.7
1895/96 52 001 28 527 5.5
1900/01 56 046 33 986 6.1
1905/06 60 314 41 235 6.8
1910/11 64 568 50 760 7.9
       
1920/21 61 794 87 476 14.2
1925/26 63 166 60 892 9.6
1930/31 65 084 102 865 15.8
1935/40 66 871 61 810 9.2
       
1950/51 51 032 79 770 15.6
1955/56 53 199 85 914 16.1
1960/61 55 435 161 792 29.2
1965/66 59 012 206 275 35.0
1970/71 60 651 273 228 45.0
1975/76 61 829 439 354 71.0
1980/81 61 566 586 452 95.3
       

  5.2 Ehemalige Hochschullehrer der Universität Kiel die im Straßenverzeichnis der Stadt Kiel benannt werden Geht oder fährt man durch eine Universitätsstadt, trifft man auf Straßennamen, welche mit der jeweiligen Universität in Verbindung zu bringen sind. Dies ist in Kiel nicht anders.

In der Stadt Kiel gibt es 1323 Straßen, Plätze und Wege, welche eine Namensbezeichnung haben [3,20]. Davon sind 82 Straßen, Plätze und Wege nach Hochschullehrern benannt die an der Universität gelehrt haben.

Dieses ergibt eine Benennung von 6.20 % Hochschullehrern an der Gesamtzahl der Straßenbennenungen der Stadt Kiel. Von diesen 82 Hochschulehrern waren wiederum 14 zusätzlich politisch aktiv, z. B. im Parlament usw. Zieht man diese in der Politik aktiven Hochschullehrer von der Gesamtzahì 82 ab, bleiben 68 Hochschulehrer übrig, was 5.14 % entspricht.

Auf dem Universitätsgelände sind 6 Straßen oder Plätze nach diesen 68·Hochschullehrern benannt. Bleiben auf den Straßen der Stadt Kiel also 62 = 4.69 % Straßen, Plätze und Wege, welche nach Hochschullehrern benannt sind.

Vergleiche zu anderen Universitätsstädten sind mir nicht bekannt.

Es kann vorkommen, daß manchmal nicht klar ist, nach welchem der Namensträger die Straße benannt wurde; in diesem Fall wurden alle Namensträger aufgeführt.
 
Straßenname, bzw. Platz oder Weg Name, Geburtsjahr, Todesjahr Kurzbeschreibung der Universitätstätigkeit
     
Andresenstr. Ludwig Andresen 

(10.06.1880-16.12.1940)

1938 Dozent für Grenz- und Volkstumsfragen Nordschleswigs
  Carl Andresen

(28.07.1909)

1947 Pfarrer der Univ. -Kliniken. 1953 habil. für Geschichte der alten Kirche, christl. Archäologie
Prof. Anschütz Straße Willy Anschütz

(24.09.1870-15.08.1954)

1907 Prof. Chirugie und Dir. der chirugischen Klinik, Ehrenbürger der Stadt Kiel
Arndtplatz Herbert Arndt

(04.03.1906)

1948 Landgerichtsdirektor Kiel, 1952 Lehrbeauftragter f. Praxis des Rechts, 1953 Richter am Bundesverfassungsgericht Karlsruhe
Bartelsallee Karl Heinrich Christian Bartels 

(25.09.1822-20.06.1878)

1852 Arzt und Privatdozent Kiel, 1859 Prof Pathologie u. Dir. d. medizinischen Klinik
Baumweg Ernst Baum

(30.03.1876-16.101934)

1901 Chirug. Klinik, 1910 Prof. chirug. Klinik, 1921 Dir. Diakonissenklinik Flensburg
Baumgartenstr. Michael Baumgarten

(25.03.1812-21.07.1889)

1842 Alttestamentliche Theologie, 1858 wider sei-nen Willen mit Pension ent-lassen
  Otto Baumgarten

(19.01.1858-21.03.1934)

1884 Praktische theologie, ab 1894 in Halle
Beckweg Alfred Beck

(30.10.1889-?)

1924 habil. f. Chirugie u. Röntgenologie, 1931 Ober-arzt, 1933 nach Hannover
  Alexander Beck

(02.08.1900)

1942 Prof. f. Antikes Recht, Internat. Recht, 1944 Intern. Kommision Rotes Kreuz Genf
  Heinz Beck

(27.06.1910)

1947 Oberarzt Zahnklinik, 1952 habil. Zahn-, Mund-, u. Kieferkunde
Bendixenstr.  Jakob Friedrich Bendixen

(18.01.1805-27.11.1879)

1833 Privatdoz. Philosophie, 1838 Rektor in Husum
Beselerallee Georg Beseler Jurist Univ. Kiel
  (1809-1888)  
August-Bier-Weg August Bier

(24.11.1861-12.03.1949)

1889 habilitiert f. Chirugie, 1896 Prof. Chirugie, 1907 Berlin
Braunstr. Ernst Braun

(09.01.1893-?)

1929 habilit., 1934 Prof. Psychatrie, Neurologie, 1937 Rostock 
  Fritz Braun

((17.06.1892-?)

1949 Lehrbeauftragter f. Friesisch
Christianistr. Wilhelm Ernst Christiani

(23.04.1731-01.09.1793)

1761 Prof. Naturrecht u. Politik, 1763 Bibliothekar, 1770 Prof. Beredsamkeit, Poesie u. Geschichte
  Johann Wilhelm Christiani

(24.03.1771-10.12.1839)

Privatdoz. Philosophie u. Mathematik, 1797 Deput. Rentekammer Kopenhagen
Dahlmannstr. Friedrich Christoph Dahlmann

(13.05.1785-05.12.1860)

1813 Prof. Geschichte, 1848 Abgeordneter Dtsch. Natio-nalversammlung Frankfurt
Dielsweg Otto Diels

(23.01.1876-07.04.1954)

1906 Prof. Chemie, 1916 Dir. Chemische Institut, 1925/26 Rektor, 1950 Nobelpreis Chemie
Droysenstr.  Johann Gustav Droysen

(06.07.1808-19.06.1884)

1840 Prof. Geschichte, 1848 Abgeord. Dtsch. National-versammlung Frankfurt, 1851 Prof. Jena, 1859 Berlin
Esmarchstr.  Johann Friedrich von Esmarch

(09.01.1823-23.02.1908)

1848 Militärarzt, 1849 Pri-vatdoz., 1857 Prof. Chirugie u. Augenheilkunde, 1870 Generalarzt
Falckstr. Niels Nicolaus Falck

(25.11.1784-11.05.1850)

1814 Prof. d. Rechte, 1849/50 Mitglied d. schlesw-holst. Landesversammlung
  August Falck

(28.05.1848-01.08.1926)

1878 Prof. Arzneimittellehre u. Dir. Pharmakolog. Institut
Feuerbachstr.  Paul Johann von Feuerbach

(14.11.1775-29.05.1833)

1802 Prof. Kriminalrecht, 1818 Präs. d. Appellations-gericht Ansbach
Fockstr. Otto Fock

(29.04.1819-24.10.1872)

1843 Privatdoz. Theologie, 1848 Mitglied d. schlesw.-holst. Landesversammlung
Franckestr. Georg Samuel Francke 

(07.09.1763-28.03.1840)

1810 Prof. Systematische Theologie, Vater von J. V. u. A. W. S. Francke
  Johann Valentin Francke

(31.01.1792-06.10.1830)

1815 Privatdoz. Klass. Phi-lologie, 1821 Prof. Dorpat
  August Wilhelm Samuel Francke

(26.01.1805-18.05.1864)

1830 Privatdoz. Prozeß, 1855 Oberappellationsge-richt Kiel
Frerichsstr. Friedrich Theodor von Frerichs

(24.03.1819-14.03.1885)

1850 Prof. Pathologie u. Therapie, Dir. Poliklinik, 1851 Prof. Breslau, 1859 Charite Berlin
Geigerstr. Hans Geiger

830.09.1882-24.09.1945)

1925 Prof. Expeintalphysik, 1929 Prof. Tübingen, Erfin-der des Geigerzählers
Gerhardstr. Melitta Gerhard

(22.11.1891-?)

1927 habilit. Neuere Litera-turgeschichte, 1933 Lehr-befugnis entzogen, 1943 Univ. Missouri/USA
Grieseingerstr.  Wilhelm Griesinger

(29.07.1817-26.10.1868)

1849 Prof. Pathologie u. Therapie, 1850 Dir. Med. Schule Kairo, Leibarzt v. Vizekönig Abbas Pascha, 1864 Berlin
Hänelstr. Albert Hänel

(10.06.1833-12.05.1918)

1863 Prof. Deutsches Privat-recht, deutsche Staats u. Rechtsgeschichte, 1867-1893 Abgeordn. Dtsch. Reichstag, 1895 Ehrenbüger Kiel
Harmsstr. Claus Harms

(25.05.1778-01.02.1855)

erst Müllergeselle, 1835 Hauptpastor, Propst u. Pivatdoz.
  Friedrich Harms

(24.10.1816-05.04.1880)

1842 Privatdoz., 1848 Prof. Philosophie, 1867 Prof. Berlin
Bernhard-Harms-Weg Bernhard Harms

(30.03.1876-21.09.1939)

1906 Prof. Nationalökonomie, (1914-1933) Dir. Institut f. Welt-wirtschaft, 1934 Prof. Berlin
Harriesstr. Carl Dietrich Harries

(05.08.1866-03.111923)

1904 Prof. Chemie, 1916 Aufsichtsrat Fa. Siemens, Berlin
Hegewischstr. Dietrich Hermann Hegewisch

(15.12.1740-04.04.1812)

1780 Prof. Geschichte, 1805 dän. Staatsrat, Vater v. F. H. Hegewisch
  Franz Hermann Hegewisch 

(13.11.1783-27.05.1865)

1809 Prof. Medizin, bis 1833 Arzt am Friedrichshospital, 1840 Etatsrat
Heintzestr. Valentin August Heintze

(18.02.1758-07.11.1801)

1782 Prof. Philosophie, 1787 Prof. Statistik u. Staatenkun-de, 1792 zugleich Kustos Bibliothek
  Friedrich Adolf von Heintze

(28.05.1768-19.05.1832)

1791 Privatdoz. Geburtshil-fe, 1800 Besitzer Gut Schwartenbek, Bruder v. V. A. Heintze
Arnold-Heller-Str. Arnold Heller 

(01.05.1840-31.01.1913)

1872 Prof. Pathologie u. Patholog. Anatomie
Hertzstr. Heinrich Hertz

(22.02.1857-01.01.1894)

1883 Privatdoz. Mathemati-sche Physik, 1885 Prof. TH Karlsruhe
Rudolf-Höber-Str.  Rudolf Höber 

(27.12.1873-06.09.1953) 

1910 Prof. Physiologie, 1933 in den Ruhestand versetzt, 1934 Prof. Univ. Pennsyl-vania
Jacobystr. Felix Jacoby 

(19.03.1876-?)

1906 Prof. Klassische Philologie, 1940 Prof. Oxford, Ehrensenator Univ. Kiel
Jaegerallee Werner Jaeger 

(30.07.1888-?)

1915 Prof. Klassische Phi-lologie, 1921 Berlin, 1934 Prof. Berkeley
Jensendamm Friedrich Christoph Jensen 

(17.07.1754-25.03.1827)

1785 Prof. d. Rechte (Römisches Recht, Deut-sches Recht. Reichsprozeß, Kriminalrecht) 1802 Depu-tierter d. Dtsch. Kanzlei in Kopenhagen
Johannsenweg  Karl Theodor Johannsen 

(08.11.1804-01.07.1840)

1831 Privatdoz. Orientali-sche Sprachen (Sankrist), 1813 Prof. Kopenhagen 
  Heinrich Johannsen 

(29.06.1864-08.02.1947)

1909 Königl. Musikdir., 1913 Lehrer f. Stimmbildung u. Sprachtechnik
  Ulrich Johannsen 

(22.10.1906-?)

1948 Bibliotheksrat 
Klaus-Groth-Str. Klaus Groth 

(24.04.1819-01.06.1899)

1847 Herausg. "Quickborn", 1858 Privatdoz. Deutsche Sprache u. Literatur, 1866 Prof., 1899 Ehrenbürger Stadt Kiel
Koesteralle Johann Friedrich Burchard Köster

(30.07.1791-16.12.1878)

1822 Prof. Praktische Theologie, 1840 General-superintendent in Stade
Langenbeckstr. Bernhard Rudolf von Langenbeck 

(08.11.1810-29.09.1887)

1841 Prof. Chirugie u. Augenheilkunde, Dir. Friedrichhospital, 1848 Generalarzt, 1848 Prof. u. Dir. Chirugie Berlin
Liliencronstr. Rochus Freiherr von Liliencron 

(08.12.1817-18.05.18912)

1850 Prof. Nordische Spra-chen u. Literatur, 1852 von der dän. Regierung nicht an-erkannt, 1852 Prof. in Jena
Lorentzendamm Karl Lorentzen

(26.03.1817-18.05.1888)

1848 Abgeordn. schlesw. -holst. Landesvers., 1851 Privatdoz. Klassische Philo-logie, 1860 Redakteur "Preuß. Ztg." Berlin
Lüdemannstr.  Karl Peter Matthias Lüdemann 

(06.07.1805-17.02.1889)

1835 Privatdoz., 1836 Prof. Theologie, Dir. Homilet. Seminar, 1854 Kirchenrat
  Hermann Karl Lüdemann

(15.09.1842-12.10.1933)

1872 Privatdoz., 1878 Prof. Neutestamentliche Exegene-se, Sohn v. K. P. M. Lüde-mann
Lütjohannstr. Christian Lüthjohann

(04.08.1846-08.04.1884)

1884 Prof. Klassische Philo-ogie, starb vor Antritt des Amtes
Lutherstr. Karl Friedrich Luther

(18.02.1663-10.12.1744)

1702 Prof. 1705 Leibarzt König Stanislaus von Polen, 1726 Prof. Medizin u. Natur-pilosophie, 1728 herzogl. Leibarzt
Mangoldtstr. Hermann von Mangoldt 

(18.12.1895-24.02.1953)

1943 Prof. Verfassungs-, Verwaltungs-, Völkerrecht u. Staatsphilosophie, Mitgl. Schlesw. -Holst. Landtags
Johanna-Mestorf-Str. Johanna Mestorf

(1829-1910)

Dir. D. Museums f. Vater-ländische Altertümer, erste Professorin der Univ. Kiel, erste Museumsdirektorin Dschl., nicht in Lit. [3] auf-geführt
Johann-Meyer-Str. Johann Hermann mEyer

(06.10.1737-26.10.1795)

1771 Diakonus in Kiel, 1774 Prof. Theologie, 1778 Archi-diakonus (soll als Prof. nur einmal gelesen haben)
  Johann Heinrich Meyer

(07.01.1766-23.04.1839)

1791 Privatdoz. Philosophie u. Mathematik, 1796 Ad-junkt Philosoph. Fakul., 1997 Dept. Rentekammer Kopenhagen
Meyerhofstr. Otto Meyerhof

(12.04.1884-06.10.1951)

1913 habilit. Physiologie, 1918 Prof., 1922 Nobelpreis Medizin, 1924 Berlin, 1929 KWI med. Forschung Hei-delberg,1934 emigriert, 1949 Prof. Univ. Pennsylvania
Ludewig-Meyn-Str. Ludwig Meyn

(01.10.1820-04.11.1878)

1846 Privatdoz. Mineralogie u. Geologie, 1854 Fabrik-besitzer in Ütersen, 1861 Abgeordn. Holst. Stände-versammlung
Michaelisstr. Heinrich Michaelis 

(03.1627-13.01.1678)

1666 Prof. Codex u. Institu-tion, 1668 Syndikus Lübeck
  Gustav Adolf Michaelis 

(09.07.1798-08.08.1848)

1824 Privatdoz. u. Assi-stenzarzt a. d. Entbindungs-anstalt, 1836 Physikus f, Kiel, Bordesholm, Krons-hagen, 1839 Prof., Vorsteher d. Entbindungsanstalt 
  Adolf Michaelis 

(22.06.1835-12.08.1910) 

1861 Privatdoz. Archäologie u. Klass. Philologie, 1862 Prof. Greifswald, Sohn v. G. A. Michaelis
  Karl Michaelis 

(21.12.1900-?)

1934 Prof. Bürgerliches Recht u. Prozeßrecht, 1938 Prof. Leipzig
Karl-Müllenhoff-Weg Karl Viktor Müllenhoff 

(08.09.1818-19.02.1884)

1843 Privatdoz., 1846 Prof. Deutsche Sprache, Literatur u. Altertumskunde, 1858 Berlin
Muhliusstr.  Heinrich (Muhle) Muhlius

(07.03.1666-07.12.1733)

1691 Prof. Griechisch, Orient. Sprachen, Dichtkunst u. d. geistlichen Beredsam-keit, 1708 Prof. Theologie, 1713 Prokanzler
Musäusplatz Peter Musäus

(07.02.1620-20.12.1674)

1665 Prof. Dogmatik, Pole-mik, erster Prorektor u. erster Dekan
  Simon Heinrich Musäus

(19.07.1655-11.09.1711)

1682 Prof. Natur- u. Völker-recht, 1692 Prof. d. Institu-tion, Sohn v. Peter Musäus
  Johann Daniel Heinrich Musäus (01.09.1749- 06.08.1821)  1776 Prof. Sraatsrecht, Reichsprozeß, Völkerrecht, Kirchenrecht, Wechselrecht, 1782 Prof. Gießen
Nissenstr. Nicolaus Andreas Nissen 

(?-08.08.1787)

1754 Rittmeister, 1764 Universitätsfechtmeister
  Detlev Andreas Friedrich Nissen (26.07.1811-01.06.1844) 1835 Privatdoz. Klass. Philologie, 1835 interim. Rektor Schleswig, 1837 Subrektor Rendsburg
  Theodor Nissen

(01.07.1873-19.03.1946)

1912-1919/20 Lektor Latei-nische Sprache, 1936/38 Lektor Griechische Sprache
Olshausenstr. Justus Olshausen 

(09.05.1800-28.12.1882)

1830 Prof. Orient. Sprachen, 1848 Kurator d. Universität, 1852 entlassen, 1858 Regie-rungsrat im Kultusministe-rium Berlin
Ottostr.  Paul Otto 

(10.08.1873-03.03.1937)

1904 Bibliothekar, 1915 Oberbibliothekar, 1915 Vorst. Bibliothek d. Reichs-patentamtes Berlin
  Johann Otto

(28.09.1892-?)

1951 habilit. Innere Medizin, 1955 n. Addis Abbeba beur-laubt
Carl-Peters-Str.  Karl Friedrich Wilhelm Peters (16.04.1844-02.12.1894) 1876 Privatdoz., 1882 Prof. Astronomie, dazu Vorsteher d. Chronometer-Observatori-um d. Kaiserl. Marine, 1888 Prof. Königsberg
Prof. Peters-Platz Christian August Friedrich Peters (07.09.1806-08.05.1880) 1873 Prof. Astronomie, Vater von K. F. W. Peters
Max-Planck-Str. Max Ludwig Planck 

(23.04.1858 Kiel-04.10.1947)

1885Prof. Theoretische Physik, 1889 Prof. Berlin, 1918 Nobelpreis de. Physik
Quinckestr.  Heinrich Quincke 

(26.08.1842-19.05.1922)

1878 Prof. innere Medizin u. Dir. Mediz. Klinik, 1908 entpflichtet
Rehbenitzwinkel Markus Georg Theodor Rehbenitz (02.09.1791-19.02.1861) 1842 Universitätszeichen-lehrer
Richterstr. Georg Gottlob Richter 

(04.02.1694-28.08.1773)

1722 assesor Med. Fakultät, 1728 Leibarzt, Hof- und Justizrat d. Fürstbischof Lübeck
  Karl Richter 

(09.12.1897-08.04.1937)

1929 habilit., 1835 Prof. Allg. Bakteriologie
Hermann-Rodewald-Str. Hermann Rodewald 

(02.08.1856-11.10.1938)

1883 habilit., 1891 Prof. Landwirtschaftslehre
Samwerstr. Karl Friedrich Samwer 

(18.03.1819-08.12.1882)

1849 Prof. Schlesw.-Holst. Recht, 1852 entlassen, 1864-1866 Kabinett Herzog Fried-rich III, 1874 Staatsrat, 1881 Geheimrat
Schittenhelmstr. Alfred Schittenhelm 

(16.10.1874-27.12.1954)

1915 Prof. Innere Medizin, 1918 Generaloberarzt, 1934 Prof. München
Schückingstr. Walter Schücking 

(06.01.1875-26.08.1935) 

1918-1928 Mitgl. National-vers. u. d. Dtsch. Reichstags, 1926 Prof. Völkerrecht u. Intern. Privatrecht, 1931 Richter im Haag
Schünemannredder Konrad Schünemann 

(02.11.1900-10.06.1940)

1937 Prof. Mittelalterliche u. Neuere Geschichte, 1940 in Frankreich gefallen
Geheimrat-Schultz-Weg Johann Matthias-Schultz 

(25.03.1771-10.12.1849)

1802 Adjunkt Philosoph. Fakultät, 1802 Prof. Philo-sophie
  Arthur Schultz 

(26.08.1890-20.08.1950)

1923 habilit. Allg. Patholo-gie u. Patholog. Anatomie, 1928 Prof., 1934 Wiesbaden
  Werner Schultz 

(20.02.1894-?)

1931 habilit., 1946 Prof, 1950 Prof. Religionswis-senschaft, Theologie, Pro-pädeutik, Geschichte d. Philosophie
Wilhelm-Seelig-Platz Wilhelm Seelig 

(0206.1821-30.07.1906)

1854 Prof. Nationalökono-mie, Finanzwissenschaft u. Statistik, 1970-73 Reichs-tagsabgeordneter, 1873 Abgeordn. Schlesw. -Holst. Landtag
Sörensenstr.  Georg August Theodor Sörensen (15.05.1814-08.1857) 1853 Privatdoz. Philosophische Fakultät
Steinstr. Lorenz Jakob Edler von Stein (15.11.1815-23.09.1890) 1843 Privatdoz., 1846 Prof. Staatswissenschaften, 1848-50 Mitgl. Schlesw. -Holst. Landesvers., 1852 entlassen, 1855 Wien
  Fritz Stein 

(17.12.1879-?)

1918 Organist Nicolaikirche, 1919 Kapellmeister Stadt-theater, 1928 Prof. Musik-wissenschaft, 1933 Dir. Akad. Hochsch. Berlin
Sternstr. Felix Stern 

(05.04.1884-?)

1913 habilit. Psychatrie u. Neurologie, 1920 Göttingen
Stoschstr.  Johannes Stosch 

(11.01.1857-30.12.1910)

1895 habilit. Germanistik, 1903 Greifswald
Stromeyerallee,

Stromeyerstr.

Georg Friedrich Louis Stromeyer (06.03.1804-15.06.1876) 1848 Prof. Chirugie, dazu Generalstabsarzt d. schlesw. -holst. Armee, 1854 General-stabsarzt d. hannoverschen Armee
Thaulowstr. Gustav Ferdinand Thaulow 

(06.07.1817-11.03.1883)

1843 Privatdoz., 1846 Prof. Philosophie u. Pädagogik, auch Lehrer a. d. Marineaka-demie
Tönniesstr.  Johann Hinrich Tönnies 

(17.08.1725-29.06.1784)

1759 Prof. Naturphilosophie, Logik u. Moral, 1771 Pastor in Demen (Mecklenburg)
  Ferdinand Tönnies

(26.07.1856-09.04.1936)

1924 Prof. Wirtschaftliche Staatswissenschaften, 1926 Prof. Univ. Berlin
Waitzstr. Georg Waitz 

(09.10.1813-24.05.1886)

1842 Prof. Geschichte, 1848 Abgeordn. Dtsch. National-vers. Frankfurt/M. 1848 Göttingen
Weberstr.  Andreas Weber 

(27.03.1718-26.05.1781)

1769 Prof. Philosophie u. Theologie
  Georg Heinrich Weber 

(27.07.1752-07.07.1828)

1777 Prof. Medizin, 1780 Prof. Medizin u. Botanik, 1802 Gründung d. Botani-schen Gartens, Sohn v. A. Weber, Vater von Friedr., Großvater v. Ferd. Weber
  Friedrich Weber 

(03.08.1781-21.03.1823)

1805 Prof. Philosophie, 1810 Aufseher d. Botanischen Gartens, 1811 Prof. Medizin, Sohn v. G. H. Weber, Vater v. Ferd. Weber 
  Ferdinand Weber 

(28.02.1812-15.12.1860) 

1842 Privatdoz., 1851 Prof. Medizin, Urenkel v. A., En-kel v. G. H., Sohn v. Friedr. Weber 
Hermann-Weigmann-Str. Hermann Weigmann sen. (17.01.1856-19.02.#) 1889-1922 Vorsteher Bakte-riologie Abt. Lehranst. Mol-kereiwesen, 1899 Prof., 1922 Doz. Landwirtschaft, spez. Milchwirtschaft
Woltersweg. Friedrich Wolters 

(02.09.1876-14.04.1939)

1923 Prof. Mittlere u. Neue Geschichte u. Dir. D. Histo-rischen Seminars

 

6. Literatur

[1] Stoltenberg, D. (1994) Fritz Haber, Chemiker, Nobelpreisträger, Deutscher, Jude. VCH Weinheim, 669 Seiten

[2] Jordan, K. (1965) Christian-Albrechts-Universität Kiel 1665-1965. Karl Wachholtz Verlag Neumünster

[3] Volbehr, F. Weyl. R (1956) Professoren und Dozenten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1665-1954. 4. Auflage, Verlag Hirt, Kiel

[4] Schumacher, G. F. (1841) Genrebilder aus dem Leben eines Siebzigjährigen Schulmannes ­ ernsten und humoristischen Inhalts, Schleswig: In Ellwein, Th. Die deutsche Universität vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Verlag Anton Hain GmbH, Frankfurt/Main, 2., verbesserte und ergänzte Ausgabe (1992) 99-101, 155-107

[5] von Siemens, W. (1985) Lebenserinnerungen. Exklusiv-Ausgabe für die Edition Deutsche Bibliothek, München, Hilliard Collection : 65-91�

[6] Ellwein, Th. (1992) Die deutsche Universität vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Verlag Anton Hain GmbH, Frankfurt/Main, 2., verbesserte und ergänzte Auflage: 128-133, 335-337

[7] Beneke, K. (1996) Beiträge zur Geschichte der Kolloidwissenschaften. V. Über 70 Jahre Kolloid-Gesellschaft, Gründung, Geschichte, Tagungen (mit ausgesuchten Beispielen der Kolloid-Wissenschaften. Mitteilungen der Kolloid-Gesellschaft: 17

[8] (1990) Römpp Chemie Lexikon. Hrsg: J. Falbe und M. Regitz, 9. erweiterte und neu bearbeitete Auflage: 2247

[9] Hrsg.: Klant, M. (1984) Universität in der Karikatur, Fackelträger-Verlag GmbH, Hannover: 115-117

[10] Buchner, E. (1897) Ber Dtsch Chem Ges 30:117, 1110, 2668

[11] Mecking, L., Jacob, G (1921) Kiel als Universitätsstadt. Verlag Walter G. Mühlau, Kiel 28-30

[12] Diels O. Alder K. (1928) Ann Chem 46: 98

[13] Prahl, H.-W. (1995) Die Hochschulen und der Nationalsozialismus: In Hrsg.º H.-W. Prahl, UNI-FORMIERUNG DES GEISTES: Universität Kiel im Nationalsozialismus Band 1, Malik-Regionaì-Verlag, Kiel: 7-51

[14] Schmalzler, U. C. Wieben, M. (1991): In Hrsg. R. Uhlig, Vertriebene Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) nach 1933. Peter Lang, Frankfurt/Main: 7, 85-86. (Kieler Werkstücke, Reihe A, Beiträge zur schleswig-holsteinschen und skandinavischen Geschichte, Hrsg.: E. Hoffmann, Band 2)

[15] Lohse, G. Persönliche Mitteilung vom 08.01.1997

[16] Hahn, H. Brief vom 27.01.1997

[17] Hrsg.: Allgemeiner Studentenausschuß der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Hochschulführer (1965): 332

[18] Hadenfeldt, C. Persönliche Mitteilung vom 08.01.1997

[19] Science Citation Index 1964-1995, Institute for Scientific Information, Philadelphia, PA, USA

[20] Falk-Plan (1996), Stadt Kiel. 36. Auflage mit Postleitzahlen. Falk-Verlag, Hamburg

[21] Bensch, W. (1997) Neu an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät Dr. rer. nat. Wolfgang Bensch. Christiana Albertina 45 (NF): 482

[22] Jessen-Klingenberg, M. Jürgensen, K. (1995) Universität und Land. Geschichte der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft 1918-1993. Wachholtz Verlag, Neumünster: 61-85

[23] Fritz, G. Hanke, W. Hoppe R. (1991) Professor Hanskarl Müller-Buschbaum zum 60. Geburtstag am 24.Mai 1991. Z anorg allg Chem 597: 7-8
 

7. Bilder:
 
 

Kiel nach dem 2. Weltkrieg
 
 
 

Kiel in den 50er Jahren
 
 
 

Universität Kiel Hauptgebäude vor dem 2. Weltkrieg
 
 
 

Universität Kiel Hauptgebäude nach dem 2. Weltkrieg
 
 
 

Universität Kiel 1945/46 (Schiffe für Vorlesungen und Wohnheime für Studenten)
 
 
 

Neue Universität Kiel (1963)
 
 
 

Neue Universität 1963
 
 

Neue Universitätsbibliothek am Westring (1966)
 
 
 

Neue Universität (1958)
 
 
 

Universität Kiel (1938)