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CINARCHEA 1998
3. Internationales Archäologie-Film-Festival Kiel
22.-25. April 1998

P R E S S E

DEN HÖHLENMENSCHEN IM CYBERSPACE AUF DER SPUR



Das Festival "CINARCHEA" in Kiel zeigt Vergangenheit und Zukunft des Genres Archäologie-Film

von Volker Behrens

Staub wird aufgewirbelt, jahrzehnte-, jahrhunderte- und auch jahrtausendealter Staub - mediengerecht aufgearbeitet. Seit gestern läuft in Kiel die CINARCHEA, das internationale Archäologie-Film-Festival, die einzige Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Vier Tage lang treffen sich Archäologen, Historiker, Filmfachleute und interessiertes Publikum in der Kieler Kunsthalle, um die unterschiedlichsten Formen filmischer Annäherung an die Erforschung der Vergangenheit zu betrachten.

39 Film-Produktionen aus elf Ländern füllen das Programm des CINARCHEA-Festivals. Der älteste und mit nur sechs erhaltenen Sekunden auch kürzeste Beitrag widmet sich dem Medium selbst. Er stammt vom Briten Birt Acres, der 1895, ein halbes Jahr vor den ersten öffentlichen Filmvorführungen der Gebrüder Skladanowsky in Berlin und der Gebrüder Lumière in Paris, bei der Eröffnung des Nord-Ostsee-Kanals Bilder gedreht hat. Überhaupt widmet sich die CINARCHEA in ihrer dritten Auflage intensiver dem Film als Forschungsgegenstand. So wird Martin Koerber erläutern, welche Probleme sich bei der Rekonstruktion des 1929 fertiggestellten deutschen Stummfilms "Asphalt" (Regie: John May) ergeben haben. Indianische Kopfjäger zeigt der kanadische Film "In the Land of the Headhunters", der 1916 beim Kwakiutl-Stamm gedreht wurde.

Das Gros der Filme bei der CINARCHEA ist aber während der vergangenen vier Jahre entstanden. "Diesmal sind fast ausschließlich Fernsehproduktionen vertreten, denn große Projekte können nur mit dem finanziellen Rückhalt der Sender entstehen", erläutert CINARCHEA-Leiter Kurt Denzer. Um die vier Preise des Wettbewerbs (Großer Preis, Spezialpreise für Didaktik, Grabung und Methoden sowie für besondere Leistungen, Publikumspreis) bewerben sich unter anderem der der französische Beitrag "Des peintres", in dem die verblüffende Technik der Höhlenmaler vor 16000 Jahren erläutert wird. "Les jardins" zeigt anhand eines experimentellen Gartens die Ernährungsgewohnheiten unserer Vorfahren. Es gibt Neuigkeiten über unsere westafrikanische Urahnin "Lucy" und die einheimische Frühgeschichte im Spiegel -TV-Beitrag "Der Neandertaler".

Begleitet wird das Festival von einem Symposium zum Thema "Archäologie und Neue Medien". Denzer dazu: "In der Archäologie hat es nach langer Zurückhaltung eine Wende hin zu den neuen Medien gegeben. Teilweise sind reine Cyber-Filme entstanden."

FILMBRIEF, Nr. 45, Juli 1998
Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein e.V.

Archäologiefilme und Filmarchäologie:
Die Mischung macht`s.



Bereits zum dritten Mal fand in Kiel das Festival CINARCHEA statt.

Der Wettbewerb mit 37 Filmen aus elf Ländern, produziert während der letzten vier Jahre, beschäftigte sich mit Archäologie im klassischen Sinne. Aber eröffnet und beschlossen wurde die dritte Ausgabe des Archäologie-Film-Festivals CINARCHEA in Kiel mit mehr oder weniger restaurierten Fundstücken der Filmarchäologie. Eines der Glanzlichter der Veranstaltung war dabei ohne Frage die Aufführung des deutschen Stummfilms Asphalt von 1929 mit dem begleitenden Vortrag von Restaurator Martin Koerber zu Problemen der Filmphilologie. Eine doppelt glückliche filmwahl, weil Asphalt (...) nicht nur auf der Ebene der Technik der Filmrekonstruktion interessant ist, sondern auch einen Blick in die Vorzeit der Hauptstadt Berlin und eines kleinbürgerlichen deutschen Heims bietet, die ihrerseits schon fast archäologisch anmuten.

Traditionell geht ein Symposium dem eigentlichen Filmfest voran, diesmal mit dem Untersuchungsgegenstand Archäologie und Neue Medien. Zu den Vortragenden gehörten Frédéric André, Belgien, über den einsatz in der Museumspädagogik, Lothar Spree von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe über die CD-ROM-Dokumentation einer Großgrabung in der Türkei, die die HfG zusammen mit mit der Universität Cambridge erstellte, und Jury-Mitglied Peter allen vom Rhode Island College, USA, mit einem Überblick über die Bandbreite und kostengünstige Reproduzierbarkeit medialer Mittel wie Computergrafiken und Internet, mit denen auch Archäologie präsentiert werden kann.

Als Mitausrichter der Veranstaltung neben der Arbeitsgruppe film der Christian-Albrechts-Universität Kiel trat diesmal nicht der Förderverein Freunde der Antike auf, sondern der Kieler Film-Club und das Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität.

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