CINARCHEA 1998
3. Internationales Archäologie-Film-Festival Kiel
22.-25. April 1998

Auszüge aus Grußworten zu CINARCHEA '98

Prof. Dr. Ruprecht Haensel


Rektor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Die Universität lebt von der intramuralen Zusammenarbeit der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen. Moderne Möglichkeiten extramuraler Kommunikation fördern das wissenschaftliche Zusammenarbeiten auch über große geographische Distanzen.

Die Universitäten müssen sich aber auch für die nicht-wissenschaftliche Welt (Kultur, Wirtschaft, Politik) öffnen, um die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit der interessierten Öffentlichkeit nahezubringen.

(...) Ein Weg der Vermittlung der Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit in die Öffentlichkeit geht über das Medium Film. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat mit ihrer "Arbeitsgruppe Film" eine kleine Institution geschaffen, die nicht nur Forschungsarbeiten, insbesondere der Archäologen und der Ur- und Frühgeschichtler, begleitet, sondern auch mit dem nun zum dritten Mal veranstalteten Internationalen Archäologie-Film-Festival CINARCHEA ein Forum etabliert hat, das Archäologen und Filmemacher, Historiker und Physiker, Museumsdirektoren, Redakteure und Studierende, aber auch Journalisten und interessierte Laien aus ganz Europa und Übersee zusammenführt.

(...) Das Begleitsymposium, das den Neuen Medien in der Archäologie gewidmet ist, gibt CINARCHEA im Reigen der anderen europäischen Archäologie-Film-Festivals das besondere Profil.

(...) Ich wünsche (...) dem Festival eine gute Zukunft.

Heide Simonis


Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein)

(...) Der Name CINARCHEA hat sich innerhalb der letzten Jahre als wissenschaftlich fundiertes und populäres Fachfestival etabliert. Eine gelungene Kombination aus wissenschaftlichem und filmischem Zusammenspiel haben zur Attraktivität des Festivals beim Publikum sowie zur internationalen Anerkennung beigetragen.

(...) Ich begrüße es außerordentlich, daß erneut ein besonderes Programm für Kinder und Jugendliche vorgesehen ist. Die CINARCHEA gibt so auch den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen die Möglichkeit, Interesse für das Leben vergangener Zeiten zu wecken. Über die Bedienung gerade auch der neuen Medien sowie des Films kann daher bei jungen Menschen eine Verbindung mit der Archäologie, zum Beispiel auf spielerische Art, hervorgerufen werden.

(...) Medienkompetenz ist für die jungen Leute Zukunftskompetenz (...)

Die Landesregierung ist über jede Initiative im Land dankbar, die zur Verbesserung der Medienkompetenz der jungen Menschen beiträgt.

Auch in diesem Jahr bietet diese Veranstaltung dem internationalen Fachpublikum eine gute Gelegenheit für Kontakte und Diskussionen und schafft gleichzeitig ein spannendes und lehrreiches Angebot für die interessierte Öffentlichkeit.

Ich wünsche allen Festival-Beteiligten viel Spaß und Erfolg.

Dr. Gernot Schumann


Direktor der Unabhängigen Landesanstalt für das Rundfunkwesen (ULR)

Die ULR freut sich, daß es diesjährig wieder die CINARCHEA in Kiel gibt. Sie ist im Bereich der Archäologie ein Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Lehre, Museum, Filmproduktion und Öffentlichkeit. Das Filmangebot macht ihren hohen Stellenwert deutlich. Die CINARCHEA ist das einzige Filmfestival, das dem archäologischen Dokumentarfilm ein Forum bietet.

(...) Der archäologische Film ist nicht nur Multiplikator für archäologische Forschungsergebnisse. Er veranschaulicht auch den mühevollen Weg der Erkenntnisgewinnung in dieser wissenschaftlichen Disziplin und zeigt, daß Altertumskunde auch ihre handwerkliche Seite hat.

CINARCHEA ist nicht nur ein Filmfestival. Ein Symposium behandelt den Einsatz der neuen Medien bei der archäologischen Arbeit.

(...) Die Förderung gemeinnütziger Initiativen mit kultureller oder pädagogischer Ausrichtung im audiovisuellen Bereich gehört zu den gesetzlichen Aufgaben der ULR als schleswig-holsteinische Landesmedienanstalt. Dabei ist ihr die Unterstützung von Veranstaltungen ein besonderes Anliegen, die den Rahmen des Gewöhnlichen sprengen und nachhaltig das Bild Schleswig-Holsteins im In- und Ausland als lebendige Kulturlandschaft positiv prägen.

(...) Mit der CINARCHEA beweisen die Veranstalter erneut, daß Bildung und Unterhaltung sich nicht notwendigerweise ausschließen, sondern sinnvoll ergänzen.

Dr. Erwin Keefer


Württembergisches Landesmuseum Stuttgart

(...) bereits zum dritten mal hatte ich nun die angenehme Pflicht und das lehrreiche Vergnügen, an Ihrer CINARCHEA in Kiel teilnehmen zu dürfen. Wiederum sehr harmonisch verlief dabei die Arbeit der Juroren. Die von Ihnen komponierte Mischung aus Medientätigen und Archäologen war auch dieses Mal sehr gelungen. Die Frage nach der Preiswürdigkeit der eingereichten Festivalbeiträge führte zu interessanten Diskussionen über das Wesen des "archäologischen Films". Offenkundig wurde dies letztendlich bei der Preisvergabe, ich möchte dies anhand zweier Beispiele erläutern: auf der einen Seite des Abgewägten und für gut Befundenen stand mit "The Book of Lenins" ein Werk, das vordergründig kaum mit der Forderung in Einklang gebracht werden konnte, Archäologie zu vermitteln. Bei genauerem Hinsehen zeigte dieses fiktive zeitgeschichtliche Dokument über das Verschwinden der Lenin-Köpfe aber dennoch erstaunlich originelle wie einleuchtende Parallelen zur Altertumswissenschaft auf! Es war uns denn auch unseren Spezialpreis wert!

Auf die andere (Beispiels-) Seite stellen möchte ich "Arbeit die verborgen bleibt" - ein wunderschönes kleines Meisterwerk über das Handwerk von Restauratoren im Zusammenspiel mit Archäologen. Der Name der dokumentation ist dabei Programm. Sie ist auch ein didaktisches Meisterwerk in ihrer archäologischen Präzision und filmischen Sorgfalt.

Sehr gefreut hat mich, daß diesmal die Christian-Albrechts-Universität nicht alleine durch ihre Filmgruppe vertreten war, sondern nun auch mit ihrem Institut für Vor- und Frühgeschichte aktiv an der Programmgestaltung beteiligt wurde. Gerade dies ist mir ja, (...) von Anbeginn ein zentrales Anliegen. Mit der Durchdringung von Symposium und Filmfestival in dieser "Kieler Archäologiewoche" scheint es wirklich gelungen, die beiden Sparten, die sich sonst eher wenig zu sagen haben, auf Diskussions- und gemeinsamen Zielkurs zu bringen.

Gewünscht hätte ich mir dieses Mal endlich auch eine deutlich stärkere Präsenz baltischer und skandinavischer Filme. Beim dritten Anlauf bestand hier nicht nur bei mir eine große Erwartungshaltung - wenn nicht in Kiel und seinem Festival, wo dann sonst im deutschsprachigen Raum?

Dies tut dem Faktor aber keinen Abbruch, daß die CINARCHEA in Kiel nunmehr nach der dritten Biennale zweifellos zu den notwendigen, erfolgreichen und mit Perspektive ausgestatteten internationalen europäischen Filmfestivals gehört.

Prof. Dr. Peter Allen


Rhode Island College, Providence, Rhode Island, USA

The following is a personal evaluation of CINARCHEA 1998:

(...) Overall (...) CINARCHEA is one of the premier festivals of archaeological film in the world.

From an intellectual standpoint, it is by far the superior festival. This is because it is the ONLY festival of this type that includes a symposium where scholarly papers are presented and discussed. It is the only festival that is sponsored by an institution of higher education. (...)

Moreover, it is one of the "purest" festivals in the sense that most of the other festivals (...) include non-archaeological films in the program. CINARCHEA has included some non-archaeological films on occasion, but they are usually shown in a separate venue, apart from the program of strictly archaeological films. This was the case with NOSFERATU Murnau, for example, in 1996 and ASPHALT in 1998. these showings, however, constitute an "archaeology of the cinema" as it were since they are films that were lost, either in whole or part, and then painstakingly restored in recent years. (...)

Another important aspect of the festival is the opportunity it provides for scholars, filmmakers, critics and the like to meet in a genial atmosphere to exchange ideas and see each other`s work.

This is an important function performed by the festival and often overlooked in formal evaluations since it is more of an informal function. But it is an important element of the festival and one that is greatly appreciated by the participants and audience. Contacts are made and colleagues meet other colleagues. (...)

There are a number of small details which make CINARCHEA stand out from the crowd of archaeological film festivals. They may seem a bit trivial, but they do make a difference. One is the animated "trailor" film that has been shown before each screening session. It is not only a well done piece, but it is extremely relevant to the archaeological material and a new bit has been added for each festival. A brilliant feature of the festival! In addition, the trophies that are awarded (...) are superior in concept, design and execution (...)

From a personal point of view, CINARCHEA stands out among the other festivals I have attended and participated in for several reasons. It is the only festival where I was provided with some assistance in translating dialogue from languages with which I am not familiar. (...)

The jury procedure at CINARCHEA was superior to that I encountered (...) elsewhere. (...)

Overall, the atmosphere at CINARCHEA is warm and hospitable, the staff friendly and helpful. (...)

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