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CINARCHEA 2002
5. Internationales Archäologie-Film-Festival Kiel
24.-27. April 2002

E I N F Ü H R U N G Z U M P R O G R A M M

Wie in den vorausgegangenen Jahren erwartet die Besucher auch zum 5. Filmfestival CINARCHEA dank der zahlreichen Einsendungen ein anspruchsvolles Programm. Insgesamt nehmen 39 Filme aus zehn Ländern teil.

In der Sparte Preisträger läuft Last Days of Zeugma, dessen Autor Thierry Ragobert schon zweimal bei CINARCHEA mit anderen Filmen ausgezeichnet wurde. Sein neuester Film La Memoire Perdue de L'Ile de Pâques wird in Kiel seine Festival-Premiere feiern. Auch diesmal gibt es wieder einen filmhistorischen Beitrag. Vergleichbar mit der Arbeit der Archäologen, die aus Meerestiefen oder Ausgrabungsstätten Funde aus früheren Zeitaltern zutage fördern, hat Gerald Koll für seinen Film Ein Sonderling im Orient aus zahlreichen Archiven längst aus dem Gedächtnis verschwundenes Filmmaterial des deutschen Regisseurs und Filmpioniers Franz Osten "ausgegraben".

Im Wettbewerb um die sechs Preise laufen alle Beiträge in ihrer Originalsprache (z.T. mit Untertiteln) oder einer autorisierten englischen Fassung (Bitte beachten Sie die genaueren Informationen zu den einzelnen Vorführungen). Am Freitagabend ist der erste Programmteil französisch-sprachigen Filmen vorbehalten, zu denen es ausführliche Inhaltsangaben geben wird: Bacchus et Ariane (eine anschauliche Darstellung, wie ein römisches Mosaik in Aix-en-Provence abgetragen und im Museum installiert wird), Le Géant de la Valleé (über eine Expedition auf der Suche nach einem Riesentier in Pakistan) und Thierry Ragoberts neue Produktion La Memoire Perdue de L'Ile de Pâques zur Geschichte der Osterinsel. Neben diesen Beiträgen wird an dem Abend auch der deutsche Film Umarmung gezeigt, der die altperuanische Knotenschnüre (Quipu) behandelt und mit der Entwicklung einer Familiengeschichte verwebt.

Weitere Beispiele für französisch-sprachige Filme im Wettbewerb sind Au Dela D'Angkor, der in Kambodscha gedreht wurde, und der kanadische Beitrag Archéomatique: une archéologie virtuelle, der zahlreiche internationale Fundstellen vorstellt.

In faszinierenden Bildern zeigt Fata Morgana - Naturwunder und Zauberspuk die Bedeutung und Geschichte dieses Schauspiels der Natur.

Neu ist die Integration des Symposiums mit dem Titel "Funde, Filme, falsche Freunde - der Archäologiefilm im Dienst von Profit und Propaganda" in das Programm. Vorträge über die "Varusschlacht im Film", "Indiana Jones" oder zur Bedeutung der Geschichtsforschung in "Planet der Affen" versprechen genügend Material für anschließende Diskussionen. Die enge Verflechtung von Archäologie, Politik und Kultur beleuchten unsere Referenten, die sich mit dem "Thema des Fremden im archäologischen Film" und "Rom und Romanitas im Rumänien der Ära Ceausescu" beschäftigen.

Die Verbindung von Filmen aus dem Wettbewerb und dem Symposiumsthema verdeutlicht der englische Film Hitler's Search for the Holy Grail bereits am Eröffnungstag. Er behandelt die Bestrebungen der Nationalsozialisten, Mithilfe der Archäologie und namhafter Archäologen den Wahn Ihrer Rassenideologie wissenschaftlich zu bestätigen. Wie die Archäologie meinungsmachend auch im Kino eingesetzt wurde, zeigt Un Secolo Di Cinema E Archeologica - Da Howard Carter A Indiana Jones.

Die vernichtende Wirkung des Krieges zu allen Zeiten behandeln Das römische Heer und der Film-Essay Blicke in die Hölle: Eine reise durch die Architektur des Krieges, in denen die Auswirkungen kriegerischer Auseinandersetzungen auf Menschen, Bauwerke und Kultur sichtbar werden.

Die vielfältigen Arbeitsmethoden der modernen Archäologie zeigen Expeditionen in die Vergangenheit: Archäologen forschen zu Wasser, zu Lande und in der Luft und die englischen Beiträge der BBC aus den Reihen "Meet the Ancestors" (The Chosen One; Winds of Change) sowie "Blood of the Vikings" (The Sea Road). Die Sendung mit der Maus ist mit Sachgeschichten vertreten: Das Steinzeithaus und Steinzeitgeschichten laufen im Vormittagsprogramm. Ein weiterer Beitrag für Schüler kommt aus Hamburg: Wo beginnt das Mittelalter? Auf der Suche nach der Geschichte. Anhand einer Fundstätte in der Hansestadt erfahren wir, wie Ausgrabungen Erkenntnisse über unsere Geschichte liefern. Demgegenüber verdeutlicht Vijayanagara: The "City of Victory", dass man sich durch moderne Vermessungstechnik auch ohne einen einzigen Spatenstich auf erfolgreiche Suche nach der Vergangenheit begeben kann.

Die beiden Reihen C-14 (z.B. Das Wrack in der Weser - ZDF) und Archäologie in Rheinland-Pfalz (z.B. Eine Römische Opferstätte in Mainz - SWR) stellen in kurzen Beiträgen verschiedene archäologische Fundorte und Untersuchungen in Deutschland vor. Ausführlicher mit besonders interessanten Funden beschäftigen sich Schätze des Landes: Der Keltenfürst von Hochdorf und Landesschau unterwegs: Das Geheimnis des Löwenmenschen - Eiszeitkunst von der Schwäbischen Alb. Dieser Film zeigt, wie auch der slovenische Beitrag Pišcaika (dt. Die Flöte), dass die Menschen der Eiszeit so weit entwickelt waren, dass sie nicht nur Dinge herstellten, die für das tägliche Überleben notwendig waren.

Einen Blick auf eine ganz andere Region bieten die Beiträge Die Maya und Lost King of the Maya - welche die dortige Kultur aus deutscher und amerikanischer Sichtweise betrachten. Die Auswahl von Filmen aus verschiedenen Ländern über ein gleiches Thema ermöglicht es dem Zuschauer, Vergleiche zwischen den verschiedenen Herangehensweisen an ein Thema durch Filmteams aus unterschiedlichen Ländern zu ziehen. Daher eröffnet und schließt jeweils ein Film über die Zeugma-Fundstätte in der Türkei das Festival.

Neue Erkenntnisse und Funde des spanischen Grabungsprojektes, das mittlerweile von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, gaben Anlass, einen neuen Film über Atapuerca: A World heritage Site zu drehen.

In Le Temple De La Forêt D'Halatte werden die Göttervorstellungen und Heiligtümer der Gallier thematisiert. Ancient City: Lost and Found, L'Uomo di Concise und Domus Versus parking dokumentieren den oftmals aussichtslosen Kampf der Archäologen gegen Bauprojekte, denen auch bedeutende Fundstellen aufgrund ökonomischer Faktoren zum Opfer fallen.

Große, sensationelle Funde täuschen oftmals darüber hinweg, dass die tägliche Arbeit der Archäologen eine Sysiphus-Tätigkeit ist. Diese Erfahrung machen amerikanische Studenten in The Sherds of the Koukounaries - und trotzdem verlieren sie nicht ihren Humor und ihr Interesse an der Archäologie.

Grauballe-manden heißt die älteste dänische Leiche, die jemals gefunden wurde und der Archäologie zahlreiche Rätsel aufgibt. Rätselhaft ist auch der Eingang zu einem Grab, den ein belgisches Team in Ägypten gefunden hat: Ist das Grab dahinter noch unberührt? Der Film The Lost Mummy nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise, die diese Frage beantwortet.

Was bedeutete es, im Altertum zu lieben oder zu sterben? In Amore Morte geben u.a. Stücke aus dem erotischen Kabinett des Archäologischen Museums in Neapel eine Antwort auf diese Frage.

Die Vorstellungen beginnen um 10:00 Uhr, um 15:00 Uhr und um 19:30 Uhr. Schüler und Studierende haben zu den Vormittagsveranstaltungen freien Eintritt.

Das Festival wird am Mittwochabend (24. April 2002) um 19:30 Uhr eröffnet. Die Preisverleihung mit Vorführung eines Preisträgerfilms findet im Rahmen der letzten Abendvorstellung am Samstag statt.

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