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CINARCHEA
Symposium 2000

Thema: "mare memoria"

CINARCHEA verbindet vielfältige Aspekte der Archäologie, des Films und der Kunst, die sich im Programm widerspiegeln, in komprimierter Weise aber im Symposium in Form von Vorträgen, Präsentationen und Ausstellungen vorgestellt werden.

Es begann 1994 mit einer intensiven Diskussion über die verschiedenen Darstellungsarten von Archäologie in Film und Fernsehen anhand der im Festival-Programm gezeigten Beispiele, 1996 gab es den Blick auf die Situation in den USA sowie die Hommage an den 100. Geburtstag des Kinos mit der Ausstellung Camera obscura – Laterna Magica – Kino im Stadtmuseum und der Präsentation von "Filmarchäologie" am Beispiel der Rekonstruktion von Nosferatu. 1998 war dem Einsatz der Neuen Medien in der Archäologie gewidmet – und der Rekonstruktion des Stummfilms Asphalt.

Diesmal hat sich CINARCHEA ein übergreifendes Thema vorgenommen: mare - memoria.

Zur Einführung geht Hubertus v. Amelunxen den mythischen Vorstellungen und Assoziationen von Wasser nach und gibt Überlegungen Raum, die der Materie Wasser selbst Eigenschaften der Erinnerung und des Bewahrens zusprechen.. - Wasser als das feuchte Element, das Fundstücke der Vergangenheit besonders gut bewahrt, ist Thema des Referats zur Ausstellung Die Ostsee - unser kulturelles Erbe unter Wasser von Friedrich Lüth und Thomas Förster, die im Foyer der Stadtgalerie parallel zum Filmprogramm gezeigt wird. Sie gibt eine Einführung in die Unterwasserarchäologie und speziell in die Schiffsarchäologie: ihre Pioniere, Objekte und Methoden. Umfassend wird auf methodische Aspekte eingegangen, auf das Suchen und/oder Finden von submarinen Objekten, die Verfahrensweise bei den entsprechenden Untersuchungen oder Grabungen und deren Kriterien. Beispiele sind Schiffsreste aus dem Gefecht des Nordischen Siebenjährigen Krieges, ein Wrackfund, der zur Neubestimmung des Begriffs Kogge beitragen wird, und frühmittelalterliche Siedlungen, die heute unter Wasser liegen. Neben diesen aus Mecklenburg-Vorpommern stammenden Fund- und Grabungsstätten gibt es noch 3 Tafeln zur Geschichte der Unterwasserarchäologie in Schleswig-Holstein von 1900 bis heute. – Harald Lübke stellt seine Arbeiten zu steinzeitlichen Fundplätzen im Gebiet der westlichen Ostsee vor, und Pieter Grootes vom Leibniz-Labor für Isotopenforschung und Altersbestimmung der CAU Kiel referiert die neuesten Ergebnisse zur Datierung dieser und älterer Funde, die einige Vorstellungen und bisher für sicher geglaubte zeitliche Einordnungen revidieren (vgl. seine Ausführungen in diesem Katalog). Als weiteren Programmpunkt zum Thema Unterwasserarchäologie gibt es nach der Vorstellung des Films Aufgetaucht – Die Odyssee des Brandtauchers eine Excursion ins Kieler Schifffahrtsmuseum, wo dieses historische Objekt zur Zeit ausgestellt ist (vgl. auch den Katalogbeitrag zu diesem Thema).

Im Spannungsfeld Archäologie - Film - Kunst ist der Beitrag von David Gatten, USA, angesiedelt, der die Vorgehensweise bei der Herstellung seiner experimentellen Filme What the Water Said erläutert.

CINARCHEA ist immer auch informative Plattform zur Präsentation neuer Möglichkeiten der audiovisuellen Vermittlung von wissenschaftlichen Ergebnissen. In diesem Rahmen präsentiert der Archäologische Park Xanten sein neues Informationssystem zur Archäologie der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana, das unter Leitung von Claus Dießenbacher in Gemeinschaftsarbeit zwischen der Hochschule Anhalt, dem Regionalmuseum Xanten des Landschaftsverbandes Rheinland, vertreten durch Frau Anita Rieche, und mit Unterstützung der Landesregierung NRW realisiert wurde. Das Programm ist auch während des Festivals den Besuchern in den Veranstaltungs-Pausen zugänglich.

Wie bei den vorigen Festivals wird auch diesmal ein eigener Programmpunkt den Filmen vorbehalten sein, die sich in früheren Jahren bereits mit Archäologie beschäftigt haben. Diesmal stellt Charlotte Trümpler vom Ruhrland-Museum Essen den Film vor, den sie aus den Aufnahmen von Agatha Christie bei deren Dreharbeiten in Tell Brak in Syrien 1937 montiert und mit Ausschnitten aus deren Buch Erinnerungen an glückliche Tage unterlegt hat. Tom Stern und Thomas Tode kommentieren anschließend weitere, in jenem Werk nicht verendete Aufnahmen von Agatha Chistie, die diese mit einer 16mm-Kamera bei den Grabungen ihres Mannes hergestellt hat.

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