Forschung | Medizin

NAKO-Gesundheitsstudie geht in die zweite Runde

Am Studienzentrum Kiel haben rund 9.500 Menschen an der Basisuntersuchung der größten Gesundheitsstudie deutschlandweit teilgenommen. Nun beginnt die erste Nachuntersuchung der Studienteilnehmenden.

Warum wird der eine krank, die andere aber bleibt gesund? Welche Faktoren spielen bei Krankheitsentstehung und Gesunderhaltung eine Rolle? Ist es die Umwelt, das soziale Umfeld, die Situation am Arbeitsplatz oder sind es die Gene? Die Entstehung von Zivilisations- und Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Herzinfarkt und Demenz besser zu verstehen, ist das Ziel der größten Gesundheitsstudie deutschlandweit, der NAKO-Gesundheitsstudie (NAKO). Dr. Wolfgang Lieb, Professor an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Direktor des Instituts für Epidemiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, leitet das Projekt am Standort Kiel.

Aus Kiel und der Umgebung haben insgesamt 9.500 Menschen an der Erstuntersuchung der NAKO teilgenommen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Nun startet die NAKO in die zweite Runde. „Die Studienergebnisse sollen helfen, die Früherkennung, Diagnostik und Therapie vieler Zivilisationskrankheiten langfristig zu verbessern“, sagt Wolfgang Lieb. „Wir bedanken uns bei den Studienteilnehmenden aus Kiel und Umgebung, die uns diesem Ziel näherbringen und einen sehr wichtigen Beitrag zur Gesundheitsforschung in Deutschland leisten.“

Bundesweit wurden im Rahmen dieser groß angelegten Langzeitbevölkerungsstudie insgesamt 200.000 Menschen zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren untersucht, zu ihren Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen befragt und werden nun langfristig wissenschaftlich begleitet. Alle vier bis fünf Jahre werden die Studienteilnehmenden erneut in den NAKO-Studienzentren untersucht und befragt, um herauszufinden, ob sich gesundheitlich etwas verändert hat. „Wir wollen verstehen, wie Krankheiten im Laufe des Lebens entstehen und was uns langfristig gesund hält“, so Professor Lieb. „Daher ist es sehr wichtig, dass möglichst viele Teilnehmende der Erstuntersuchung auch bei den Folgeuntersuchungen mitmachen.“

Seit Mai werden die Studienteilnehmenden der Erstuntersuchung daher erneut in das Studienzentrum am UKSH, Campus Kiel, eingeladen. In der Zweituntersuchung wird es neben bekannten Untersuchungen wie der Messung von Blutdruck und Puls, der Lungenfunktion und der Greifkraft auch neue Tests geben, beispielsweise eine Untersuchung der Sinnesorgane und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Helge Wulff ist einer der ersten Teilnehmenden der Zweituntersuchung: „Ich habe an der NAKO-Studie teilgenommen, um für die nachfolgenden Generationen, wie auch meine Tochter, einen Beitrag für ein besseres Gesundheitsverständnis zu leisten.“

Die Daten der NAKO dienen auch der Beantwortung nationaler und lokaler Forschungsfragen. So wird sich unter anderem auch zeigen, welche Erkrankungen besonders in Schleswig-Holstein häufig vorkommen.

Die NAKO ist ein von 27 Einrichtungen getragenes, interdisziplinäres Forschungsvorhaben. 2014 startete die erste Phase, die Basisuntersuchung aller Studienteilnehmenden. Die nun begonnene Zweituntersuchung läuft bis 2023. Gefördert wird die Zweituntersuchung am Standort Kiel mit 4,3 Millionen Euro durch das BMBF, die Helmholtz-Gemeinschaft, universitäre Partner und die Bundesländer.

 

Weitere Informationen:
NAKO-Gesundheitsstudie: https://nako.de
NAKO-Gesundheitsstudie in Kiel: https://kiel.nako.de

Kontakt:

Prof. Dr. Wolfgang Lieb
Institut für Epidemiologie, UKSH, Campus Kiel
Medizinische Fakultät
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
0431/500-30201 (Sekretariat)
wolfgang.lieb@epi.uni-kiel.de

 

Dr. Jessica Petersen
Medizinische Fakultät
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
0431/880-2126
petersen.dekanat@med.uni-kiel.de