Ausstellungen

Groth und Hebbel: Eine ungewöhnliche Dichterfreundschaft

Studierende der Uni Kiel kuratieren Sonderausstellung

Die Schriftsteller Klaus Groth (1819 bis 1899) und Friedrich Hebbel (1813 bis 1863) stammten beide aus Dithmarschen, schlugen ähnliche Lebenswege ein und unterhielten eine kurze, aber intensive Brieffreundschaft. Zum 200. Geburtstag des Kieler Dichters Groth am 24. April konzipierten und kuratierten Masterstudierenden des Instituts für Neuere Deutsche Medien und Literatur der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) eine literatur- und kulturgeschichtliche Doppelausstellung im Klaus-Groth-Museum in Heide sowie im Hebbel-Museum in Wesselburen. Die Sonderausstellung ist in die jeweilige Dauerausstellung der Literaturmuseen integriert. Sie wird im Rahmen der Jubiläums-Feierlichkeiten zu Groths Geburtstag am 28. April in Heide eröffnet und bis zum 20. Oktober in beiden Museen zu sehen sein.

Die Idee, den Lyriker, Erzähler, Publizisten und Gelehrten Klaus Groth, der zeitweise als Dozent und Honorarprofessor an der Kieler Universität wirkte, seinem Landsmann und großen Schriftsteller seiner Zeit, Friedrich Hebbel, gegenüberzustellen, zielt auf eine Leerstelle der Literaturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Denn obgleich beide Dichter aus derselben Region stammten, einen ähnlichen Werdegang hatten und sich ungeachtet ihres höchst unterschiedlichen Temperaments und Charakters gegenseitig wertschätzten, sind sie bislang kaum im Zusammenhang betrachtet worden.

Unter der Leitung von Julia Ilgner vom Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien der Uni Kiel und Dr. Hargen Thomsen von der Hebbel-Gesellschaft gingen Masterstudierende des Studiengangs Deutsch mit dem Schwerpunkt Gegenwartsliteratur/Literaturvermittlung im Rahmen des Projektseminars „Zwei ‚norddeutsche Dioskuren‘. Literaturausstellung zu Friedrich Hebbel und Klaus Groth“ systematisch den Vergleichs- und Berührungspunkten im Leben und Werk beider Schriftsteller auf den Grund. Biographische Parallelen wie die gemeinsame Herkunft aus Dithmarschen, das persönliche Ringen um die Dichterwerdung und der mühevolle soziale Aufstieg werden ebenso betrachtet wie die werksgeschichtliche Verwandtschaft, sozial- und kulturgeschichtliche Kontexte sowie Aspekte der Rezeption. Neben dokumentarischem Material zu Leben und Werk mit Auszügen aus dem Briefwechsel beider Autoren werden auch selten gezeigte Originalausgaben sowie künstlerisch bedeutende Porträts und Gemälde von verschiedenen Leihgebern, insbesondere der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek, ausgestellt.

Die Sonderausstellung wird in beiden Museen parallel gezeigt und unterscheidet sich im Hinblick auf die gewählten Schwerpunkte und Exponate. Ein Besuch ist sowohl einzeln als auch in Kombination möglich. Querverweise sowie ein kostenloses Begleitheft unterstützen individuelle Rundgänge und Erkundungen.

Begleitprogramm:

  • 27. und 28. April: Groth-Jahrestagung (Heide)
  • 28. April: Vernissage: Matinee um 11.30 Uhr (Heide)
  • 25. und 26. Mai: Hebbel-Jahrestagung (Wesselburen)
  • 31. Mai und 1. Juni: Tagung „Klaus Groth im 19. Jahrhundert: Leben, Werk, Kontext“ (Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel)
  • 20. Oktober: Finissage: „Groth und Hebbel als Romanhelden“, Lesung mit der Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Susanne Bienwald und dem Schriftsteller Heiner Egge (Wesselburen)

Das Wichtigste in Kürze:

Sonderausstellung „Groth & Hebbel. Eine ungewöhnliche Dichterfreundschaft“
28. April bis 10. Oktober 2019
Museumsinsel Lüttenheid mit Klaus-Groth-Museum und Heider Heimatmuseum, Lüttenheid 40, 25746 Heide
Hebbel-Museum, Österstraße 6, 25764 Wesselburen

Öffnungszeiten und weitere Informationen:
www.hebbelmuseum.de
www.heide.de/bildung-kultur/museumsinsel

Kontakt:

Julia Ilgner
Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
0431/880-3415
ilgner@ndl-medien.uni-kiel.de

Dr. Hargen Thomsen
Hebbel-Gesellschaft e. V.
04833/4190
info@hebbel-gesellschaft.de