Prof. Dr. Alexander Trunk
Im Sommersemester 2001 nimmt Prof. Trunk ein Forschungssemester wahr. Mit Unterstützung des DAAD konnten wir einen Gastdozenten aus Litauen,
Doz. Dr. Vytautas Nekrosiusgewinnen, der im Sommersemester Lehrveranstaltungen zum Osteuropäischen Recht abhält.
(Stellvertretender Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Vilnius)
Die Lehrveranstaltungen von Dr. Nekrosius sind auch auf das Zertifikat
Osteuropa-Studien anrechenbar.
Doz. Dr. Nekrosius bietet folgende Lehrveranstaltungen
an:
1) Vorlesung Einführung in das Zivil- und Wirtschaftsrecht Litauens
Litauen hat, wie andere Reformstaaten Mittel- und Osteuropas, in den
letzten Jahren einen tiefgreifenden rechtlichen Reformprozess durchlaufen,
der zwar noch nicht abgeschlossen, aber doch - auch im Blick auf den angestrebten
EU-Beitritt des Landes - sehr weit gediehen ist. Die wohl weitreichendste
jüngste Reform ist die Verabschiedung eines neuen litauischen Zivilgesetzbuchs
am 18.7.2000. Das neue ZGB wird am 1.7.2001 in Kraft treten. Dr. Nekrosius
wird das neue lit.ZGB erstmalig in Deutschland ausführlich vorstellen.
Daneben wird die Vorlesung auch andere Kernregelungen des litauischen Zivil-
und Wirtschaftsrechts behandeln.
Zeit: Donnerstag, 14.00 h - 16.00
Ort: Seminarraum des Instituts für Osteuropäisches Recht,
Leibnizstr.4/1.Stock (hinter dem Institut für Internationales und
Europäisches Privat- und Zivilverfahrensrecht, Zugang über die
Bibliothek des Juristische Seminars).
Beginn: 19.4.2001
Terminplan:
1. Grundzüge der Entwicklung des Zivilrechts in Litauen
2. Das neue Zivilgesetzbuch als wesentlicher Schritt zur Marktwirtschaft.
Die Rolle des Zivilgesetzbuchs im System des Privatrechts Litauens.
3. Strukturfragen des litauischen ZGB.
4. Grundzüge des Personenrechts (natürliche und juristische
Personen).
5. Rechtsgeschäfte. Ungültige Rechtsgeschäfte.
6. Grundzüge des Obligationsrechts.
7. Grundzüge des Sachenrechts.
8. Grundzüge des Familienrechts.
9. Grundzüge des Erbrechts.
10. Konzeption des Handelsrechts.
Literaturempfehlungen zur Einführung:
Nach Absprache.
2) Kolloquium Justizreform in Litauen
Die Umsetzung der zahlreichen neuen Reformgesetze ist in Litauen - wie auch in den anderen Reformstaaten Mittel- und Osteuropas - zur Zeit die wohl wesentlichste rechtspolitische Aufgabe. Das Kolloquium gibt Gelegenheit, sich mit dem in Litauen in diesem Bereich Geleisteten (z.B. Prozessrechtsreformen, Reformen der Justizstrukturen), aber auch mit den Schwierigkeiten der Umsetzung und geplanten weiteren Maßnahmen vertraut zu machen.
Zeit: Dienstag, 16.00 h - 18.00
Ort: Seminarraum des Instituts für Osteuropäisches Recht,
Leibnizstr.4/1.Stock (hinter dem Institut für Internationales und
Europäisches Privat- und Zivilverfahrensrecht, Zugang über die
Bibliothek des Juristische Seminars).
Beginn: 24.4.2001
Die Veranstaltung wird teilverblockt, um auswärtigen Interessenten
die Teilnahme zu erleichtern. Termine der Kompaktveranstaltungen nach Absprache
mit den TeilnehmerInnen der Vorlesung. Genaue Terminabsprache in der ersten
Veranstaltung am 24.4.2001.
Terminplan:
1. Grundzüge der Entwicklung des Zivilprozessrechts in Litauen.
2. Notwendigkeit und Leitideen der Reform des Zivilprozesses.
3. Wege zur Konzentration des Zivilprozesses.
4. Die Rolle des Richters im Zivilprozess.
5. Zustellungen im Zivilprozess
6. Vorbereitung der Sache zur mündlichen Verhandlung
7. Erkenntnisverfahren
8. Berufung
9. Kassation
10. Wiederaufnahme des Verfahrens
11. Grundzüge der Freiwilligen Gerichtsbarkeit
12. Grundzüge der Zwangsvollstreckung.
Literaturempfehlungen:
Nach Absprache.
3) Rechtsvergleichendes Blockseminar "Rechtliche Aspekte des EU-Beitritts von Litauen, Lettland, Estland und Polen"
Zeit: Blockveranstaltung, 2. - 4. Juli 2001
Ort: Sehlendorf.
Die sog. Osterweiterung der EU wirft sowohl europarechtlich als auch
nach dem Recht der Beitrittskandidaten eine Vielzahl von Fragen auf, die
in diesem Seminar - hinsichtlich der Beitrittskandidaten der Ostseeregion
- genauer untersucht werden sollen. Die Seminarthemen sind z.T. europarechtlich
ausgerichtet, z.T. haben sie Schwerpunkte in Einzelgebieten der materiellrechtlichen
oder verfahrensrechtlichen Rechtsangleichung. An dem Seminar werden auch
der Stellvertretende Dekan der Juristischen Fakultät der Universität
Riga, Doz. Dr. Kaspars Balodis, sowie Studierende aus Estland, Litauen,
Polen und Russland teilnehmen.
Themenliste:
Die nachfolgenden Themen können - nach Wahl der TeilnehmerInnen - mit Bezug auf einen oder mehrere Staaten der Ostseeregion bearbeitet werden. Schwerpunktfestlegung in Rücksprache mit Herrn Dr. Nekrošius.
1. Beitrittsvoraussetzungen nach Europäischem Gemeinschaftsrecht
und dem Verfassungsrecht der Beitrittsstaaten
2. Vergleich der Europaabkommen der EU und ihrer Mitgliedstaaten mit
den Beitrittskandidaten (Überblick)
3. Der Beitrittsprozess in den Staaten der Ostseeregion im Spiegel
der Gutachten der Europäischen Kommission 1997-2000 (ausgenommen Aspekt
der Rechtsstaatlichkeit, dazu s.u. Thema 4)
4. Das Aufnahmekriterium der „Rechtsstaatlichkeit“ im Spiegel der Gutachten
der Europäischen Kommission zu den vier Beitrittskandidaten der Ostseeregion
5. Justizreformen im Hinblick auf den EU-Beitritt
a) Referat aus deutscher Sicht
b) Referat zur Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit in Litauen
6. Reisefreiheit zwischen der EU und den Beitrittskandidaten
7. Arbeitnehmerfreizügigkeit zwischen der EU und den Beitrittskandidaten
8. Dienstleistungs- und Niederlassungsfreiheit nach den Europaabkommen
9. Warenverkehrsfreiheit nach den Europaabkommen
10. Rechtsangleichung im Bereich des Verbraucherschutzes
11. Rechtsangleichung im Bereich des bürgerlichen Rechts (ohne
Verbraucherschutz)
12. Rechtsangleichung in ausgewählten Gebieten des Gesellschaftsrechts
13. Kartellrechtliche Rechtsangleichung: Europaabkommen und autonomes
Kartellrecht in den Beitrittsstaaten
14. Rechtsangleichung im Bereich des Medien- und Internetrechts
a) Referat aus deutscher Sicht
b) Referat aus litauischer Sicht
Die Anmeldeliste für die Seminarthemen ist mittlerweile geschlossen.
Anmeldungen auswärtiger Teilnehmer (ohne Seminararbeit) im Einzelfall
noch möglich; im Institut für Osteuropäisches Recht, Tel.
0431/880-2886 od. -2172.
4) Veranstaltungen außerhalb des Vorlesungsverzeichnisses
Die Aktivitäten des Instituts für Osteuropäisches Recht werden trotz des Forschungssemesters von Prof. Trunk unverändert fortgeführt, insbesondere:
a) Betreuung des Kieler Teams am Willem C. Vis International Arbitration Moot 2001 in Wien
b) Regelmäßige Gastvorträge im Rahmen der Vortragsreihe „Osteuropa aktuell“ (gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.)
c) Betreuung des Zertifikatsprogramms „Osteuropa-Studien“ des Zentrums für Osteuropa-Studien der CAU
d) Mitarbeiter- und Doktoranden-Diskussionskreis über aktuelle rechtliche Themen aus den Forschungsgebieten des Instituts: idR am Donnerstag um 17.00 h. im Institut für Osteuropäisches Recht
e) Gastvorträge über aktuelle Themen aus dem Bereich des Multimedia-Rechts
im Rahmen der Diskussionsrunde „Internet Kaffee“.
Zuletzt geändert: 31. Mai 2001