Vegetationsindizes machen sich die Tatsache zunutze, daß die in
den Blättern enthaltenden Pigmente von gesunder Vegetation einfallende
(Sonnen-)Strahlung in ganz besonderer Weise reflektieren. Während
gesunde Vegetation nämlich vom sichtbaren Licht nur relativ wenig
reflektiert, ist die Reflektion im daran anschließenden nahen Infrarot
(NIR) deutlich höher. Dieser Anstieg ist um so stärker, je gesunder
und dichter die Vegetation ist.
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Dieser charakteristische Unterschied zwischen sichtbarem
Licht und nahem Infrarot ist bei den meisten anderen Oberflächenmaterialien,
einschließlich kranker oder vertrockneter Vegetation, nicht zu beobachten.
Im Vergleich zu grünem, gesundem Gras reflektiert z.B. trockener Boden
oder trockenes Gras im sichtbaren Bereich mehr während sie im NIR
deutlich weniger reflektiert. Die nebenstehende Abbildung zeigt dies deutlich.
Erdbeobachtungssatelliten nehmen die von der Oberfläche reflektierte Strahlung in genau definierten Spektralbereichen (sogenannten Bändern) jeweils getrennt auf. Die amerikanischen NOAA-AVHRR-Satelliten (siehe Einführung in die Fernerkundung) messen die Strahlung in fünf Bändern. Darunter sind sichtbares Rot (Band 1, 0.58-0.68µm) und nahes Infrarot (Band 2, 0.725-1.10µm), die in der Abbildung als grau hinterlegte Flächen dargestellt sind. |
| Die Reflektionswerte der NOAA-Bänder 2(rot) und 1(NIR)
werden in die Formel
eingesetzt. Für den Computer ist es eine einfache Rechenoperation, die für jeden Bildpunkt durchgeführt wird. Das Resultat ist ein relatives Maß, daß stark mit Dichte und Vitalität der Vegetation korreliert. Dieser dimensionslose Index hat für NOAA-Daten Werte im Bereicht von -0.1 (keine Vegetation) bis 0.7 (viel Vegetation). Die so erhaltenen Zahlenwerte werden bei den hier gezeigten Bildern mit einer speziellen Farbskala dargestellt, die von braun (-0.1 - 0.2) über gelb (um 0.3) bis zu satten Grüntönen (0.4 - 0.7) reicht. |
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Diese Daten werden zur Zeit von GISIS in einer Graustufendarstellung,
ohne die Umsetzung in die braun-gelb-grüne Farbskala, bereitgestellt.
Hier bedeuten hellere Werte mehr, dunkle Werte weniger Vegetation und die
im Quicklook blau dargestellten Wasserflächen sind schwarz. Zum Beispiel
treten in diesem Ausschnitt die größeren Städte durch dunklere
Farben hervor.
Um das braun-gelb-grüne Farbschema zu erhalten, muß man sich mit Bildbearbeitung auskennen, es ist aber möglich. Für die Bildbearbeitungssoftware ERDAS Imagine können wir bei Interesse eine Anleitung geben, bitte per email anfordern. |