Jörg Hiller, Evi Köchel, Nina Schliebitz, Susanne Schubert
Die klassische Theorie der Zentralen Orte, geht auf W. CHRISTALLER (1933) zurück. Die Theorie basiert auf der ökonomischen Überlegung, daß bestimmte Güter bzw. Dienste (Leistungen aus dem tertiären Sektor = Dienstleistungen) nicht in gleicher Weise und Häufigkeit von den Bewohnern eines Raumes wahrgenommen werden. D.h. je seltener ein Gut oder ein Dienst benötigt wird, desto größer muß sein Absatzgebiet sein. Mit dem Begriff des Zentralen Ortes bezeichnet Christaller zunächst ganz neutral einen Standort, der tertiäre Einrichtungen mit zentralen Funktionen aufweist (vgl. HEINEBERG 1989).
Die hierarchische Gliederung des zentralörtlichen Systems:
Nach Landesentwicklungsgrundsätzen unterscheidet man:
Ländliche Zentralorte, Unterzentren
Ländliche Zentralorte und Unterzentren dienen überwiegend der Grundversorgung eines Nahbereiches. Unterzentren sollen durch die Bevölkerungszahl ihres Nahbereiches, die Größe des baulich zusammenhängenden Siedlungsgebietes und bessere Ausstattung gegenüber ländlichen Zentralorten hervorgehoben sein. Auf der Stufe der Grundversorgung sollen insbesondere vorhanden sein:
Grund- und möglichst auch Hauptschule, Spiel- und Sportstätten, Freibad, Kindergarten ärztliche und zahnärztliche Versorgung, Apotheke, Einzelhandels- Handwerks- und private Dienstleistungsbetriebe, wie Zweigstellen von Kreditinstituten, sowie Einrichtungen auf der Stufe der Amts- und amtsfreien kommunalen Verwaltung.
Unterzentren sollen eine umfassende Grundversorgung bieten mit entsprechenden Wirtschaftsbetrieben und zentralen Einrichtungen der unteren Stufe. Industrielle Entwicklungen sind unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse möglich und erwünscht.
Unterzentren sollen in der Regel folgende Einrichtungen haben:
Hauptamtlich geleitete Kommunalverwaltung, Realschule, Sonderschule, Schwimmbad, Fachärzte, Kreditinstitute, einzelne staatliche Behörden oder Dienststellen, Arbeitsamt oder Arbeitsamtnebenstelle, bei entsprechender Größenordnung auch Fachschule und Gymnasium.
Mittelzentren haben über den Nahbereich und über die Grundversorgung hinausgehende Versorgungsfunktion und Zentralitätsbedeutung. Sie sollen für die Verflechtungsbereiche mehrerer Unterzentren oder ländlicher Zentralorte oder Teilen von diesen differenzierte Versorgungsmöglichkeiten zur Deckung des gehobenen, längerfristigen Bedarfs bieten.
Mittelzentren sollen insbesondere über folgende Einrichtungen verfügen:
Berufs- und Fachschulen, Gymnasium, sonstige Bildungseinrichtungen, insbesondere der differenzierten Erwachsenenbildung, ggf. allgemeine Krankenhäuser, Fachärzte mehrerer Fachgebiete, größere Sportanlagen, untere Bundes- und Landesbehörden oder -dienststellen, Gerichte, Kreditinstitute, mindestens eine Schwimmhalle. Die vorhandene Industrie und Gewerbe sollen verstärkt und Ansätze eines Gewerbegefüges geboten werden.
Oberzentren haben über ihre Nah- und Mittelbereiche hinausgehende Versorgungsfunktion und Zentralitätsbedeutung. Sie sollen für mehrere Mittelbereiche oder Teile von diesen Einrichtungen zur Deckung des spezialisierten höheren Bedarfs bieten.
In Oberzentren sollen vorhanden sein:
An das Abitur anschließende Bildungsstätten, ggf. Krankenhäuser von überregionaler Bedeutung, Sportstadien, Schwimmhallen, Theater, Großkaufhäuser, Bundes- und Landesbehörden auch höherer Verwaltungsstufen oder mit regionalem Wirkungsbereich, Gerichte sowie Versicherungen und größere Kreditinstitute. Oberzentren sollen ein starkes, differenziertes Industriegefüge bieten, dessen Wachstum anzustreben ist.
Niebüll liegt im deutsch-dänischen Grenzraum und hat heute eine Einwohnerzahl von etwa 7.000 Einwohnern. Bekannt ist die kleine schleswig-holsteinische Stadt vor allem durch das PKW-Verladezentrum und den damit verbundenen Zugverkehr nach Westerland (Sylt). Für die umliegenden Dörfer hat Niebüll natürlich eine wesentlich vielfältigere Bedeutung, da es als Unterzentrum mit Teilfunktion eines Mittelzentrums in der dünn besiedelten Region wichtige Versorgungsfunktionen übernimmt. Seit mehreren Jahren versucht Niebüll als Mittelzentrum anerkannt zu werden, um mit den damit verbundenen finanziellen Mitteln den Versorgungsfunktionen für das Umland besser nachkommen zu können. Bisher blieb dies ein vergeblicher Versuch. Genau das war der Anlaß der Ortsanalyse nach raumordnerischen Gesichtspunkten, um festzustellen, was Niebüll zu bieten hat.
Deezbüll ist hauptsächlich durch Wohnfunktion gekennzeichnet. Einige Geschäfte sowie Gastronomie sind entlang der Dorfstraße zu finden. Die Versorgungseinrichtungen, die in diesem Bereich angesiedelt sind, sind sehr einfach strukturiert und decken nur den kurzfristigen Bedarf. Außerdem gibt es in Deezbüll eine eigene freiwillige Feuerwehr ein Museum und eine Kirche.
Das in diesem Bereich in den 80er Jahren entstandene Wohngebiet befindet sich auf ehemaligem höhergelegenen Ackerland (Geestinsel). Das Wohngebiet ist stark begrünt und wirkt dadurch sehr aufgelockert. Das Straßensystem mit vielen Stichstraßen ist nach verkehrsberuhigenden Gesichtspunkten angelegt.
Fortsetzung der Hauptgeschäftsstraße. Neben Eirichtungen der kurz- und mittelfristigen Bedarfsdeckung, sind in diesem Bereich auch Geschäfte zur langfristigen Bedarfsdeckung vorhanden (Möbellager, Bettenlager). Neben der Versorgungsfunktion ist aber auch Wohnfunktion vorzufinden. Auch das Arbeitsamt und ein Kino sind in diesem Bereich der Hauptstraße angesiedelt. Ein Teil der Hauptstraße ist im Zuge der Verkehrsberuhigung neu gepflastert und als Spielstraße ausgewiesen worden.
Der alte Marktplatz hat seine ursprüngliche Funktion verloren, denn ein Wochenmarkt findet hier nicht mehr statt. Dieser wurde auf den Rathausplatz verlegt. Vielmehr fungiert der Alte Marktplatz heute als Parkplatz bzw. als Zentraler Omnibus Bahnhof (ZOB). Vom Niebüller ZOB verkehren Busse nach Husum, Flensburg und in die umliegenden Dörfer.
In der Marktstraße befinden sich neben einer Grund- und Förderschule auch ein Gymnasium. Ärzte der verschiedensten Fachrichtungen sind hier angesiedelt. Ein Supermarkt befindet sich ebenfalls in der Marktstraße.
Der Malmsbury-Park umfaßt ein Kleingartengebiet und ein weitläufiges Grüngebiet um das Natur-Freibad Niebüll. Erwähnenswert, wenngleich in seiner Ausführung nicht unbedingt nachahmungswürdig, ist der Öko-Lehrpfad, den die Stadt Niebüll zusammen mit dem BUND angelegt hat. Der Öko-Lehrpfad ist ebenfalls Teil des Malsmbury-Parks. Der Malmsbury-Park stellt eine städtische Grünanlage dar, wie sie in Mittelzentren vorgefunden werden kann. Zusätzlich befinden sich im Bereich II ein Sportstadion, ein Naturmuseum, eine Altenbegegnungsstätte, ein Hallenbad, eine Bücherei und eine Polizeidienststelle.
Die Hauptstraße ist, wie schon erwähnt, die Hauptgeschäftsstraße Niebülls. Der im Bereich III liegende Teil der Hauptstraße ist mit Versorgungseinrichtungen zur kurz- und mittelfristigen Bedarfsdeckung ausgestattet (Ärzte, Bäckereien, Optiker, Apotheken, Elektrofachgeschäfte ...). Mehrere gastronomische Betriebe sind ebenfalls in diesem Bereich angesiedelt. Ein Einrichtungshaus, welches den längerfristigen Bedarf abdecken würde, ist momentan geschlossen. Zusätzlich übernimmt die Hauptstraße auch Wohnfunktion. In den parallel zur Hauptstraße verlaufenden Straßen ist kaum noch Einzelhandel zu finden, hier tritt eher die Wohnfunktion in den Vordergrund.
Innerhalb des Sanierungskonzeptes für Niebüll, konnte mit dem Neubau des Rathauses im traditionellen Baustil und der Anlage eines großräumigen und ansprechend gestalteten Rathausplatzes (Bäume, Sitzgruppen, Pflasterung), der durch plan- und strukturlosen Bauen in den 70er Jahren verlorengegangene Ortskern wiedergewonnen werden. Rund um den Rathausplatz sind viele Geschäfte angesiedelt.
Die Osterstraße verläuft parallel zur Hauptstraße und übernimmt hauptsächlich Wohnfunktion. In diesem Bereich entstehen neue Appartement Wohngebäude und damit eine Wohnform, die eher in größeren Städten bzw. Großstädten vorzufinden ist. Im Osten der Bahnlinie befindet sich ein größeres Wohngebiet. Dieses Wohngebiet ist durch die Bahnlinie vom Hauptgeschäftszentrum Niebülls abgetrennt und nur über einen einzigen Bahnübergang erreichbar. Da die Schrankenschließzeiten aufgrund von Rangieraktivitäten auf dem Bahnhofsgelände sehr lang sind, kommt es hier zu erheblichen Verkehrsstauungen. Negativ kommt hinzu, daß für Radfahrer oder Fußgänger keine gesonderten Übergänge geschaffen wurden. In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof befindet sich seit 1968 das Verladezentrum für die Autozüge nach Westerland (Sylt).
Im flächenmaßig sehr großen Gewerbegebiet Süd (die Flächen sind zwar noch nicht alle bebaut, sind aber bereits alle an Gewerbebetriebe verkauft) befinden sich neben Bau- und Verbrauchermärkten hauptsächlich klein- und mittelständische Gewerbeunternehmen. Produzierendes Gewerbe ist nur in geringem Maße vertreten. Interessanter Weise übernimmt das Gewerbegebiet Süd auch in geringem Maße Wohnfunktion. Auffallend für das Gewerbegebiet Süd sind die innovativen und zukunftsorientierten Gewerbe (Nordfriesische Innovations Center, NIC; Institut für theoretische und angewandte Informatik, ITAI; moderner Laborbetrieb).
Hier entstehen 1-Familienhäuser und Eigentumswohnungen, zusätzlich ist die Ansiedlung einer Rot-Kreuz-Pflegestation geplant.
Das Niebüller Krankenhaus ist sehr gut ausgestattet (es verfügt beispielsweise über eine Kinderklinik und Dialysestation). Ein von der Ausstattung vergleichbares Krankenhaus befindet sich erst wieder in Husum bzw. Flensburg. Dem Krankenhaus Niebüll kommt daher eine erhebliche Bedeutung auch über die Niebüller Stadtgrenzen zu, es hat also zentralörtliche Bedeutung.
Das Gewerbegebiet Nord ist von seiner flächenhaften Ausdehnung kleiner als das Gewerbegebiet Süd. Neben einem Straßenbauunternehmen, klein- und mittelständischen Unternehmen befindet sich hier ein großes Sport- und Freizeitzentrum mit überregionalem Einzugsgebiet.
Das Schulzentrum Niebüll vereint neben einer Haupt- und Realschule eine vierzweigige Berufsfachschule mit integriertem Fachgymnasium, eine normale Berufsschule, eine Handelsschule und eine Fachschule für Sozialpädagogik. Ähnlich wie beim Krankenhaus, ist ein solches Angebot erst wieder in Husum bzw. Flensburg zu finden. Dem Schulzentrum kommt also eine bedeutende zentralörtliche Funktion zu, denn es zieht Klientel von außen an. In unmittelbarer Nähe zum Schulzentrum befindet sich das Jugendaufbauwerk der Stadt Niebüll und das Amtsgericht (Husum und Flensburg verfügen ebenfalls über ein Amtsgericht).
ITAI und NIC - Aktivierung endogener Entwicklungspotentiale
Neben der infrastrukturellen Bestandsaufnahme in den vier Stadtteilen Niebülls muß sicherlich auch die zukünftige sozioökonomische Entwicklung der Stadt bzw. der Region in die Diskussion um die Aufstufung zum Mittelzentrum einfließen.
Die sozioökonomische Entwicklung hängt dabei maßgeblich vom Ausmaß und der Nutzung intraregional vorhandener Potentiale, dem sogenannten endogenen Entwicklungspotential, ab. Verschiedene Teilgrößen wie Kapital, Arbeitskräftepotential, Infrastruktur, Umwelt- und Marktpotential sowie soziokulturelles Umfeld formen die Gesamtheit der Entwicklungsmöglichkeiten einer Region und bilden so die Obergrenze der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aktivitäten (Ludwig Schätzl, Bd. 1, S. 120 f.).
Zwei im Gewerbegebiet Süd angesiedelte Betriebe, das Institut für theoretische und angewandte Informatik (ITAI) und das Nordfriesische Innovations Center (NIC) zeigen Wege auf, wie diese endogenen Potentiale aktiviert und verstärkt werden könnten.
Kernidee des 1990 mit Hilfe von Landesmitteln und EU-Zuschüssen eröffneten Instituts ITAI ist die Überwindung von bestehenden Engpässen der endogenen Entwicklung. Im Falle Niebülls liegt dieser limitierende Faktor z.B. in der Randlage fernab der großen Wirtschaftszentren. Zur Verringerung dieser endogenen Faktorbegrenzung investiert ITAI u.a. in zukunftsorientierte Kommunikationstechnologie. Die folgenden Projektbereiche dokumentieren, wie durch bedarfsgerechte EDV-Lösungen versucht werden soll, Handwerk, Dienstleistungen, Landwirtschaft und Fremdenverkehr den Wirtschaftszentren näher zu bringen und dadurch die Region konkurrenzfähiger zu machen:
Während die Anschubfinanzierung durch Wirtschaftsförderungsprogramme der Europäischen Union und des Landes anfänglich eine kostenlose Bereitstellung zahlreicher Dienstleistungen an Unternehmen ermöglichte, ist ITAI inzwischen ein wirtschaftlich arbeitender Verein mit zur Zeit sechs Mitarbeitern. Neben der Überwindung limitierender Faktoren wie z.B. dem geographischen Standortnachteil einer Grenzregion wie Nordfriesland spielt natürlich die besondere Förderung regionsspezifischer Standortvorteile eine entscheidende Rolle bei der Aktivierung des endogenen Entwicklungspotentials. Ein regionsspezifischer Standortvorteil könnte z.B. in komparativen Kostenvorteilen gegenüber anderen Regionen liegen, wenn große und günstige Gewerbeflächen mit guter Verkehrsanbindung angeboten werden können. Bestimmte regionale Fähigkeiten und Begabungen können sich des weiteren besonders für eine Spezialisierung oder Konzentration eines Gewerbesektors eignen.
Um eine bestmögliche Ausschöpfung dieser Standortpotentiale zu ermöglichen, wurde 1993 das Nordfriesische Innovations Center (NIC) an ITAI angegliedert. Es handelt sich dabei um ein klassisches Technologiezentrum, das jungen Unternehmen und Existenzgründungen durch die Bereitstellung von Produktions- und Büroräumen, Dienstleistungseinrichtungen und Know-How den Start in die Selbständigkeit erleichtert. Die Anschubfinanzierung dieser öffentlichen Körperschaft wurde durch die Beteiligung des Kreises Nordfriesland (50 %) sowie der Stadt Niebüll und des ITAI (je 25 %) geleistet.
Das NIC, das im Technologieviereck Niebüll - Flensburg - Südjütland - Sonderborg die Schwerpunkte EDV / Elektronik / Kommunikationstechnik sowie Natur- und Umweltanalytik (Windenergie, Umwelttechnik) abdeckt, wurde mit dem Planziel einer Auslastung bis zum Jahr 1998 konzipiert. Schon nach zweijährigem Bestehen im Jahr 1995 sind die Flächen des Gewerbegebiets Süd verkauft bzw. zugeordnet worden, was die Rufe nach einer Erweiterung der Gewerbeflächen bzw. der Ausweisung eines zusätzlichen Gewerbegebiets lauter werden läßt. Hier steht das NIC jedoch in starker Konkurrenz zu den ca. 20 landesweit existierenden oder geplanten Technologiezentren, die teilweise wie das NIC als klassisches Technologiezentrum, aber auch als Technologie-Ressourcen-Center (z.B. Systemtechnik in Lübeck) oder als reine Gewerbeparks geführt werden. Durch sehr hohe Investitionen in große, nahe der Wirtschaftszentren gelegene Projekte wie z.B. das Technologiezentrum Kiel oder das an das Institut für Silizium-Technologie angeschlossene Technologiezentrum Itzehoe werden die Finanzmittel sehr stark gesplittet, so daß Niebüll erneut befürchten muß, bei der Zuteilung von Mitteln ins regionale Abseits zu geraten. Als ebenso bedrohlich wird die geplante Schlankheitskur im Verwaltungsbereich eingeschätzt: u.a. soll das Katasteramt und das Zollamt aus Niebüll abgezogen und den entsprechenden Amtsfunktionen in Husum angegliedert werden.
Abschließende Diskussion: Soll Niebüll Mittelzentrum werden?
Aufgrund der in Niebüll vorhandenen Versorgungs- bzw. Dienstleistungseinrichtungen (auch wenn sie qualitativ nicht voll ausgeschöpft sind; vor allem in der langfristigen Bedarfsdeckung sind Mängel zu verzeichnen) sowie der vorhandenen und zukünftigen Gewerbestruktur (3. Gewerbegebiet ist geplant) und der verkehrstechnischen Lage der Stadt, sind eigentlich die Voraussetzungen für die Ausweisung als Mittelzentrum erfüllt. Zur Kritik des nicht befriedigend abgedeckten längeren Bedarfs erklären Vertreter der Stadt, daß sie in der Innenstadt vor allem die kleinen Läden und somit ein breit gefächertes Angebot erhalten wollen. Die Versorgung sei so gewährleistet, daß man auf Großmärkte nicht angewiesen ist.
Das größte Problem bei der Aufstufung zum Mittelzentrum besteht allerdings in der Schwelle der Mindesteinwohnerzahl. Niebüll weist nicht die für ein Mittelzentrum geforderte Zahl von 20.000 Einwohnern auf. Es muß jedoch berücksichtigt werden, daß das Einzugsgebiet Niebülls ca. 46.000 Einwohner umfaßt. Es ist fraglich, ob dieses Kriterium im dünnbesiedelten Bereich Nordfrieslands als Entscheidungsfaktor für die Ausweisung als Mittelzentrum übermäßig ins Gewicht fallen sollte.
Heineberg, H. (Hrsg.): Stadtgeographie, Paderborn 1989.
Schätzl, L.: Wirtschaftsgeographie - Theorie, Bd. 1, Paderborn/München/Wien/Zürich 1988.
Schätzl, L.: Wirtschaftsgeographie - Politik, Bd. 3, Paderborn 1986.