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Konfuzianismus
Benannt ist diese Ideologie nach seinem Gründer Konfuzius, der von 551 bis 479 vor Christus lebte. Der Konfuzianismus fordert eine Gesellschaftsordung, in der Herrscher und Untertan, jung und alt, Mann und Frau in einem harmonischen Verhältnis zueinander leben. Allerdings ist der jeweils erstgenannte stets der Übergeordnete. Diese Ordnung läßt sich nicht nur in der Gesellschaft erkennen. Sie ist oberstes Prinzip des Konfuzianismus allgemein. Um die erwähnte Harmonie nicht zu stören, ist jeglicher Wunsch nach Selbstentfaltung untersagt. Der Konfuzianismus verlangt die Einbindung jedes Einzelnen in die Gemeinschaft und verhindert Vereinzelung. Stets wird der Gesamtzusammenhang betrachtet. Das konfuzianische Denken schlägt sich auch in der Behandlung von Krankheiten nieder: Während westliche Ärzte Beschwerden (zum Beispiel im Magen) einzeln behandeln, kümmern sich die ostasiatischen Ärzte in erster Linie um das seelische Wohlbefinden des Patienten. Sie leisten Hilfestellung im familiären, nachbarschaftlichen und sogar beruflichen Umfeld, weil Krankheiten von ihnen als Folge von Ungleichgewichten angesehen werden. Die konfuzianischen Ideen beeinflussen noch stark das Alltagsleben der Chinesen. Zum Beispiel wird dies im Bestreben der Unterordnung (z.B. der Frau dem Mann) statt der Selbstverwirklichung deutlich. Von Emanzipation haben viele Chinesinnen, vor allem die auf dem Land leben, noch gar nichts gehört! Demnach sind Menschenrechtsverletzungen aus europäischer Sicht, wie der Mißachtung des Rechts auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, in China noch längst nicht Vergangenheit. Auch der Ahnenkult stammt aus der konfuzianischen Zeit.
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