Temperierter Regenwald / British Columbia / Ökosystem

Ökosystem eines temperierten Regenwaldes

Die temperierten Regenwälder entlang der Westküste Nordamerikas zeichnen sich im Vergleich zu anderen Ökosystemen der gemäßigten Zone durch einen großen Artenreichtum aus. Dieser ist jedoch viel geringer als der der tropischen Regenwälder, die niemals Kälte und Frost erleben. Dennoch ist die Anhäufung von lebendem organischen Material pro Hektar größer als in jedem anderen Ökosystem der Erde[12]. Es wird geschätzt, daß die temperierten Regenwälder drei[12] - zehn[13] Mal mehr organisches Material enthalten als die schneller wachsenden und schneller verfallenden tropischen Regenwälder. Sie sind durch eine komplexe Struktur geprägt und bieten Lebensräume für eine große Vielfalt an Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen, wobei einige davon ihren einzigen Lebensraum im temperierten Regenwald haben. Das heißt, daß sie die Bedingungen, die ihnen der temperierte Regenwald bietet notwendig zum Überleben brauchen. Der ökologische Wert der Flechten und Pilze ist uneinschätzbar. Moose tragen entscheidend zur "Wasserhaltefähigkeit" des Bodens bei und werden nach ihrem Absterben und Verfall zu einem wichtigen Bestandteil des Bodens[14]. Neben den zahllosen Pflanzen des temperierten Regenwaldes, weist er auch einen großen Artenreichtum im Bereich der Tierwelt auf. Ein großer Teil des terrestrischen Lebensraumes wird von den wirbellosen Tieren (Insekten, Schnecken etc.) ausgefüllt, die ihren Beitrag zum Ökosystem Regenwald leisten und einen wichtigen Teil in der Nahrungskette darstellen[14]. Auch Wirbeltiere finden im temperierten Regenwald ihre optimalen individuellen Bedingungen, wobei der Artenreichtum bei den Vögeln besonders groß ist. So bevorzugt zum Beispiel der Adler große Bäume mit einer komplexen Struktur als seine Brutstätte, die er hier ohne Probleme finden kann[14].

Flußläufe und Bäche im temperierten Regenwald bieten Lebensräume für Fische, vor allem für verschiedenste Lachs- und Forellenarten, die hier besonders günstige Laichplätze finden können. Außerdem sind die Wasserflächen wichtig für die meisten Amphibien, die sowohl Wasser als auch Landflächen sowie ein feuchtes Mikroklima zum Überleben brauchen[14].

[Entstehung] [Struktur]




Anja Gutleben, 12. März 1997
Gestaltet im Rahmen des Projektes ENGL/EMIR (Prof. W. Hassenpflug/W. D. John)