Diese Anleitung zum Anfertigen von Referaten basiert auf einem Text von
Prof.Dr.Hassenpflug, sie bezieht sich dementsprechend im Besonderen auf seine
Veranstaltungen. Dennoch kann sie als eine grundsätzlich gültige Richtlinie angesehen
werden.
P.S.: Im folgenden Text werden männliche und weibliche Wortformen gleichberechtigt
verwendet.
Allgemeines
In einem Seminar trifft sich im Laufe eines Semesters ein fester Kreis, um Themen zu
diskutieren, in die durch einen Referenten eingeführt wird. Referent und Referat,
Auditorium und Diskussion sind also wesentliche Bestandteile eines Seminars.
Referenten, die mehr als zweimal fehlen, können deshalb keinen Leistungsnachweis
erhalten!
Die Erstellung eines Referates ist die wissenschaftliche Bearbeitung eines Themas zur
Präsentation vor einem Auditorium. Ein Referent hat also zwei Resultate vorzuweisen:
- eine schriftliche Ausarbeitung
- eine mündliche Präsentation
Allgemeines + Referentin
+ schriftliche Fassung + mündliche Präsentation
+ Länge + Bewertung + GEO-EWF/Homepage
Anforderungen an die Referenten/-innen
- Teilnahme an a l l e n Sitzungen. Wer mehr als zweimal fehlt, erfüllt nicht die
Voraussetzungen für die Ausstellung eines Teilnahme- oder Leistungsnachweises!
- allgemeine Mitwirkung, z. B.:
- durch inhaltliche Vorbereitung auf die jeweiligen Seminarthemen
- durch Diskussionsbeiträge, Protokolle, ergänzende Statements u. dergleichen
Allgemeines + Referentin
+ schriftliche Fassung + mündliche Präsentation
+ Länge + Bewertung + GEO-EWF/Homepage
Die schriftliche Fassung
Die schriftliche Ausarbeitung ist nach den üblichen Regeln (vgl. Anleitungen zum
wissenschaftlichen Arbeiten) anzufertigen, in der Regel heute mit dem PC, was rasche
Korrekturen erlaubt.
Die wichtigsten Aspekte dabei sind:
- genaue Klärung des Themas (in Absprache mit dem Dozenten)
- Materialsammlung (Fakten, Definitionen, Abbildungen u dergl.) - Schulbücher, auch aus
der Kollegstufe, reichen als Quelle nicht, sie bieten aber i.d.R. gut strukturierte
Einstiege.
- Erstellung einer Gliederung
- Erarbeitung der Sachverhalte und Ausformulierung des Textes. Erst wenn die Sachverhalte
wirklich verstanden worden sind, können sie auch mit eigenen Worten dargestellt und
angemessen elementarisiert werden. Dies ist die Voraussetzung für freie Rede und
flexiblen Umgang mit der verfügbaren Zeit.
- Anlage einer Literaturliste in wissenschaftlich üblicher Form, d.h. Literatur wird wie
folgt angegeben:
- STADELMANN, R. (1981): Meer - Deiche - Land, Neumünster (ggfs.: Wachholtz-Verlag)
- MEISSNER, R. (1996): Geowissenschaften - Gesellschaft - Schule. In: Geographie und
Schule, 18. Jg., H. 100, S. 3-8
Im Text wird auf eine dieser Quellen mit "(STADELMANN 1981, S. 74)" verwiesen;
diese Literaturangabe wird direkt in den Text eingebunden und NICHT als Fußnote gesetzt.
- Erstellung der Medien (der schriftlichen Fassung als Anlage in Kopie beifügen).
Geeignete Vorlagen können übernommen werden, besser ist die themenspezifische
Bearbeitung.Auf hinreichende Lesbarkeit in der Projektion ist zu achten!
- Alle Abbildungen haben
- eine Überschrift
- eine eigenliche Darstellung
- eine Quellenangabe.
- Erstellung eines Merkblattes für alle Teilnehmer mit den wichtigsten Begriffen,
Abbildungen, Literaturstellen, Thesen usw.
Weitere Hinweise sind in Anleitungen zum wissenschaftlichen Arbeiten zu finden, z.B.:
STANDOP, E. (1994): Die Form der wissenschaftlichen Arbeit, Wiesbaden, 14. Auflage (UTB
272)
ROST, F. (1997): Lern- und Arbeitstechniken für das pädagogische Studium (UTB 1994)
Abzugeben ist die schriftliche Fassung korrigiert, gelocht und geheftet, gegebenenfalls
im Hefter mit vorderem Klarsicht-Umschlag (nicht in Einzelblättern in Hülle!).
Folgende Punkte sind zu beachten:
- Titelblatt mit Angaben zu
- dem jeweiligen Seminar
- zum Referenten (Anschrift, ggfs. Telefonnr., Studiengang, Fachsemester,
- Benotungswunsch, wann und bei wem nbenotetes Referat)
- Thema
- Datum des mündlichen Vortrags
- Inhaltsverzeichnis auf gesonderter Seite mit Seitenangaben
- Abbildungsverzeichnis (ggfs. auf gleicher Seite)
- Einleitung: mit Einordnung von
- Thema/Problem/Fragestellung,
- fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Bedeutung,
- Zusammenhänge, Hintergründe).
- Ein Kapitel Suchstrategien:
- Wie bin ich bei der Informationsbeschaffung vorgegangen?
- Über welche Zwischenschritte bin ich zu welchen ergiebigen Informationsquellen
gekommen?
- Auch erfolglose Wege sind lehrreich und mitteilenswert!
- Resultate sind im Literatur- und Quellenverzeichnis anzugeben.
- Hauptteil (in sich je nach Thema weiter untergliedert).
- In der Regel gehören dazu: Fachmethoden, Resultate, deren Diskussion
- Zusammenfassung: Welches sind die wesentlichen methodischen und fachlichen Ergebnisse
der Arbeit?
- Ausblick: Bedeutung für die geographische Bildung (falls sinnvoll).
- Quellenverzeichnis (insbesondere Litaratur, auch Karten, Internet-Quellen etc.): Dazu
gehören
- ein kleines Basiswerk (sogenannte Einführungen)
- ein "dickes" Standardwerk soweit vorhanden
- neuere Aufsätze (s. EKLIT u.a.)
- aktuelle Information (z.B. Zeitungsarchiv des Instituts für Weltwirtschaft oder neuere
Statistiken)
- Informationsquellen aus dem Internet mit genauer Angabe der URL (http://www...)
- ggfs. Schulbücher
- Anhang: Abbildungen (ggfs. in Kopie).
Allgemeines + Referentin
+ schriftliche Fassung + mündliche Präsentation
+ Länge + Bewertung + GEO-EWF/Homepage
Die mündliche Präsentation
Dabei geht es grundsätzlich immer um die richtige und ansprechende Präsentation einer
begrenzten Thematik in begrenzter Zeit.
Es ist nicht zweckmäßig, den schriftlichen Text abzulesen, weil man dann
- monoton und ermüdend wird (Schriftdeutsch)
- keinen Blickkontakt zum Auditorium hat
- nicht genügend auf die Medien eingehen kann (auch Tafel!)
- nicht flexibel im Zeitablauf ist
- nicht flexibel auf Einwände eingehen kann.
Besser ist es, entlang von - markierten - Stichworten und Medien möglichst frei zu
sprechen. Die Einleitung (bei der man besonders aufgeregt ist) und die abschließende
Zusammenfassung (bei der es auf jedes Wort ankommt) kann man sehr wohl wortwörtlich
ablesen.
Allgemeines + Referentin
+ schriftliche Fassung + mündliche Präsentation
+ Länge + Bewertung + GEO-EWF/Homepage
Die Länge eines Referates
Das zu benotende Referat dauert 45 min, das unbenotete 30 min. Eine Seite reiner Text
normal mit 70 Anschlägen pro Zeile und ca. 60 Zeilen pro Seite ist in ca. 3 min
abzulesen. Daraus ergibt sich ein Umfang der schriftlichen Fassung von 10 bis 15 Seiten,
der in der Regel nicht unterschritten, wohl aber leicht überschritten werden kann. Die
Auswertung von Medien ist zeitintensiv, dementsprechend ist mehr Zeit als bei obiger
Rechnung einzukalkulieren.
Allgemeines + Referentin
+ schriftliche Fassung + mündliche Präsentation
+ Länge + Bewertung + GEO-EWF/Homepage
Die Bewertung eines Referates (schriftliche Fassung und Präsentation)
- Schriftliche Fassung
- äußere Form (wie oben dargestellt)
- Ausdruck und sprachliche Richtigkeit. Rechtschreibefehler, Grammatikfehler,
Ausdrucksfehler wirken negativ!
- Strukturierung und Aufbereitung des Themas (mit dem Ziel guter Nachvollziehbarkeit)
- formale wissenschaftliche Standards (Zitierweise, richtiges Literaturverzeichnis,
Quellenangaben bei Text u Abbildungen)
- Inhaltliche Substanz (Fachterminologie, Differenziertheit, z. B. Kerngedanke und Exkurs,
kritische Stellungnahme und Vergleich)
- Qualität der Quellen (deren wissenschaftlicher Rang, Aktualität, Anzahl)
- Gestaltung der Medien
- Mündlich-visuelle Präsentation
- Souveränität im Umgang mit dem Thema und den Medien
- angemessene Sprechweise (frei, verständlich, lebendig, ...)
- wissenschaftlicher Sprachgebrauch (Terminologie, Präzision)
- integrierter Einsatz der Medien
- "Substanz" bei Nachfragen und Einwänden
- Vermittlung von Diskussionsimpulsen
Allgemeines + Referentin
+ schriftliche Fassung + mündliche Präsentation
+ Länge + Bewertung
[Studium] [GEO-EWF/Homepage]
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Bearbeitet von wdj, 6.2.1997 Gestaltet im Rahmen des Projektes ENGL/EMIR
(Prof.W.Hassenpflug / W.D. John)