Forschung

Kiel Life Science

Der Schwerpunkt "Angewandte Lebenswissenschaften" vereint das komplexe Zusammenspiel von Agrar- und Ernährungswissenschaft, Biologie und Medizin zur Erforschung der molekularen Diversität sowie der Interaktion von Genom und Umwelt in den Systemen Pflanze, Tier und Mensch. Gemeinsames und übergreifendes Ziel ist die Erlangung eines tieferen systembiologischen Verständnisses der zugrunde liegenden evolutionären, physiologischen und pathologischen Prozesse.

Forschung Life Science

Fluoreszierende Gel-Fragmente unter UV-Licht.

Neben herausragenden Großprojekten wie Graduiertenschule, SFBs und BMBF-Verbünde in Human-, Nutztier- und Nutzpflanzengenomforschung sind wichtige Aspekte der Angewandten Lebenswissenschaften im Exzellenzcluster "Inflammation at Interfaces" (Entzündungen an Grenzflächen) zusammengefasst. Im Focus des Clusters stehen Entzündungen der Barriereorgane Haut, Darm und Lunge, die nicht nur direkt zu chronischen Erkrankungen, wie Morbus Crohn, Psoriasis oder Asthma, führen, sondern auch zu neurologischen und Krebserkrankungen beitragen. Mit dem Lebensstil der westlichen Industriegesellschaften nimmt die Häufigkeit diese Erkrankungen rapide zu und ist eine der zentralen Herausforderungen der modernen Medizin. Ziel des Exzellenzclusters ist die Entschlüsselung der molekularen Grundlagen dieser chronisch entzündlichen Krankheiten sowie die vollständige Identifikation von Stoffwechsel- und Signalpfaden als Ansatz für Therapien und Prävention. Bereits heute wird eine hoch spezialisierte medizinische Betreuung von Patienten in einem ganzheitlichen Ansatz in den Spezialambulanzen des Exzellenzclusters, dem „Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin“ an den Standorten Kiel und Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein umgesetzt.

Forschungsinfrastrukturen der Lebenswissenschaften werden durch die Partner im Exzellenzcluster, der Universität zu Lübeck, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, dem Leibniz Forschungszentrum Borstel und dem Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön, verstärkt sowie auch durch das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften in Kiel gebündelt. Als zentrale Forschungs- und Serviceplattform für die Molekularwissenschaft bietet das ZMB an der CAU ideale Forschungsbedingungen von Biobanking über Hochdurchsatzgenotypisierung bis hin zu neuen Sequenziertechniken und neuen Modellorganismen. Durch Aufbau eines Instituts für Theoretische Biologie, in enger Kooperation von Medizinischer und Mathematisch-Naturwissenschaftlicher Fakultät, sowie der Entwicklung einer IT/Datenmanagementstruktur wird der Schwerpunkt zukünftig weiter ausgebaut.