Der Ozean hat aufgrund seines dominierenden Einflusses auf das globale Klima, seiner Rolle als Rohstofflieferant und seines Gefährdungspotenzials eine Schlüsselfunktion für die Menschen weltweit. Im Gegenzug wird der Ozean von menschlichen Handlungen wie dem Ausstoß von CO2, der Überfischung und der Meeresverschmutzung beeinflusst. Der Schwerpunkt „Meeres- und Geowissenschaften“, in dem diese Zusammenhänge erforscht werden, basiert auf dem Kieler Modell in den Meereswissenschaften. Dieses ist geprägt durch die sehr enge Zusammenarbeit der Meeresforscherinnen und Meeresforscher am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (GEOMAR) und am Institut für Geowissenschaften sowie am FTZ Büsum. In den letzten zehn Jahren sind aus dieser erfolgreichen Zusammenarbeit zwei Sonderforschungsbereiche und der Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ hervorgegangen, an dem sich die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung (GEO MAR), das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und die Muthesius Kunsthochschule (MKHS) beteiligen.

Darstellung topographischer und bathymetrischer Strukturen.
Im Exzellenzcluster verfolgen Naturwissenschaftler gemeinsam mit Experten aus Ökonomie, Rechts- und Politikwissenschaft sowie aus Sozialwissenschaft und Ethik einen überaus erfolgreichen interdisziplinären Forschungsansatz. Dabei soll das grundsätzliche Verständnis des Ozeans die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Vorhersagen und Szenarien unterstützen, die neben dem eigentlichen Erkenntnisgewinn als Grundlage für die Entwicklung von nachhaltigen Handlungsoptionen und Nutzungsstrategien in engem Dialog mit Entscheidungsträgern dienen. Der Exzellenzcluster will notwendige wissenschaftliche Grundlagen liefern, um angemessene, wissensbasierte und umweltverträgliche Entscheidungen für den Ozean zu ermöglichen.
Der integrative Forschungsansatz des Exzellenzclusters ‘Ozean der Zukunft’ wird durch die neugegründete ‘Kiel Academy of Interdisciplinary Marine Sciences’ (KAIMS) nachhaltig umgesetzt. KAIMS unterstützt mit Wissenstransfer, Öffentlichkeitsarbeit und internationalen Aktivitäten, einer Graduiertenschule (ISOS ) und einem Postdoc Programm (IMAP) die Kieler Meeresforschung. Außerdem stehen den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Forschungsplattformen uns Netzwerke der CAU und ihrer Partner in den Bereichen Tracer Analysis, Modelling, Data Management, Ethics und Genomics zur Verfügung. Insgesamt wird der Exzellenzcluster das Forschungs- und Ausbildungsprofil der CAU in enger Zusammenarbeit mit den Partnerinstituten in Kiel weiter stärken und Kiel als einen weltweit führenden Standort für interdisziplinäre Meereswissenschaften ausweisen.