Nachhaltiges Umweltmanagement in brasilianischen Häfen
- Auswirkungen auf die Wasserqualität -
Förderer:
BMBF
Ansprechpartner:
Dr. Karl-Jürgen Hesse, Dr. Norbert Ladwig, Daniela Koch, Prof. Dr. Roberto Mayerle
Projektpartner:
4H-Jena Engineering GmbH, Bundesanstalt für Wasserbau Hamburg, Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Inros Lackner AG Bremen, Ministerium für
ländliche Räume Schleswig-Holstein, Niedersächsisches Landesamt für Ökologie, Poremba Consulting, Terramare Forschungszentrum Wilhelmshaven,
Technische Universität Darmstadt, Universität der Bundeswehr München, Universität Fluminense, Universität Paraná, Universität Rio Grande,
Zentrum für Marine Tropenökologie Bremen
Brasilianische Häfen verzeichnen in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum. Den hiermit verbundenen Umweltrisiken kann nur teilweise
durch entsprechende Vermeidungsstrategien begegnet werden. Die Untersuchungen im Rahmen des Verbundprojektes 'Nachhaltiges Umweltmanagement
in brasilianischen Häfen' befassen sich mit Auswirkungen von anthropogenen Stoffeinträgen und Abwassereinleitungen aus dem Großhafen von
Paranaguá, der Drittgrößte seiner Art in Brasilien (Abb. 1).
Insbesondere der Umschlag von Sojaprodukten, die mit offenen Verladeeinrichtungen transportiert werden, ist mit einem zunehmenden organischen
Stoffeintrag in die Hafengewässer verbunden (Abb. 2). Eine weitere hafenspezifische Eintragsquelle organischer und anorganischer Nährstoffe
stellt die Düngemittellöschung dar. Darüber hinaus gelangt eine erhebliche Menge ungeklärter Abwässer aus dem Siedlungs- und Hafenbereich
in die Bucht von Paranaguá (Abb. 3), denn nur etwa 20 % der Haushalte sind an ein Klärwerk angeschlossen. Der letztgenannte Stoffeintrag birgt auch ein
hohes seuchenhygienisches Risiko, sodass es in der vergangenen Zeit immer wieder zu Cholera-Erkrankungen in der Bevölkerung kam. Daher
werden im Rahmen unserer Forschungsaktivitäten neben den stofflichen Verschmutzungsaspekten auch bakterielle Fragestellungen behandelt.
Abb. 1: Auswahl von Punktquellen lokaler Nährstoffeinträge im Stadt- und Hafengebiet von Paranaguá im Februar 2008: Gelöste anorganische
Phosphor- (PO4-P) und Stickstoffverbindungen (DIN = Ammonium + Nitrit + Nitrat) in Kilogramm pro Tag.
Abb. 2: Sojaverladung im Hafen von Paranaguá (c) Liebezeit
Abb. 3: 'Anhaia' - Abwasserkanal in Paranaguá (c) Ladwig