Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Forschungs- und Technologiezentrum Westküste

         
 
Forschungsthemen
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AG "Ökologie mariner Tiere"



Forschung an See- und Küstenvögeln


Die Ökologie von Vögeln im Küstenraum wird am FTZ seit der Institutsgründung untersucht. Seit dem Jahr 2001 liegt ein Schwerpunkt der Aktivitäten auf der Untersuchung von Seevögeln auf See. Während Seevögel an ihren Brutplätzen seit Jahrzehnten intensiv beobachtet werden, war lange Zeit über die Lebensweise von Seevögeln auf See - dort, wo sie fast ihr ganzes Leben verbringen - kaum etwas bekannt. Durch intensive Forschung konnte der Kenntnisstand aber in den letzten Jahren deutlich verbessert werden. Dies betrifft vor allem Verteilungsmuster, Bestandsgrößen, Wanderungen und die Ernährungsökologie. Seit dem Jahr 2007 wurde das Forschungsspektrum auch auf Vögel des Wattenmeeres erweitert. Dabei werden weitestgehend ähnliche Forschungsthemen wie bei den Seevögeln bearbeitet, es stehen aber mit den Limikolen andere Vogelarten im Vordergrund.


Forschungsthemen


1. Verbreitung und Bestände
Verschiedene Arten von See- und Küstenvögeln nutzen zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedliche Lebensräume zum Brutgeschäft, zur Nahrungssuche und während ihrer Zug- und Rastphasen. Um diese Dynamik zu untersuchen, finden im Rahmen des Seabirds at Sea Programmes Erfassungen von Seevögeln auf See statt. Dabei erfolgen Zählungen sowohl von Schiffen als auch von Flugzeugen aus. Im Wattenmeer wurde im Jahr 2007 mit Zählungen von Vögeln auf Wattflächen während der Niedrigwasserphasen begonnen.

2. Habitatwahl
Neben grundlegenden Informationen zum Vorkommen und zur Häufigkeit interessiert uns vor allem, welche Faktoren und Prozesse zu den artweise oft sehr verschiedenen Verteilungs- und Verhaltensmustern führen. Besondere Schwerpunkte liegen dabei auf dem Einfluss meteorologischer Bedingungen und hydrografischer Strukturen wie z.B. Fronten und Wassermassen sowie auf der Nahrungsverfügbarkeit und Sedimentstruktur.

3. Nahrungswahl und Ernährungsökologie
Die verschiedenen See- und Küstenvogelarten nutzen verschiedenste Typen von Nahrung, verbunden mit ganz unterschiedlichen Strategien zum Nahrungserwerb. Ein Teil unserer Arbeit umfasst die Analyse von Nahrungsproben verschiedener Arten. Von zunehmender Bedeutung ist der Einsatz von Datenloggern, kleinen elektronischen Geräten, die an Vögeln befestigt werden und nach dem Wiederfang der Tiere Daten über die Aufenthaltsorte und das Verhalten einzelner Individuen liefern. Derartige Geräte erbringen umfangreiche Datensätze und ermöglichen fantastische Einblicke in die Verbreitungsmuster, Ernährungsstrategien und Zugdynamik von See- und Küstenvögeln.

4. Verhalten
See- und Küstenvögel nutzen die Lebensräume auf See, auf den Wattflächen sowie im angrenzenden Binnenland auf unterschiedlichste Weisen. Um zu untersuchen, welche Räume die Tiere zur Nahrungssuche nutzen, wie sie die Nahrung erwerben, welche Tag-Nacht-Rhythmen sie aufweisen und ob es Interaktionen mit anderen Arten gibt, werden Verhaltensstudien durchgeführt.

5. Anthropogene Effekte
Die Nutzung des Küstengebietes wie auch der küstenferneren Meeresbereiche durch den Menschen hat in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Neben der Fischerei stehen dabei die Errichtung von Offshore-Windparks, Sand- und Kiesabbau und Schiffsverkehr im Vordergrund. Wir bearbeiten existierende Konfliktfelder zwischen anthropogener Nutzung und See- und Küstenvögeln, gehen der Frage nach kumulativen Effekten verschiedener Nutzungsformen auf die vorkommenden Vogelgemeinschaften nach und beteiligen uns an der Entwicklung von Managementplänen.


Untersuchungsgebiete


Der Großteil der Untersuchungen der Arbeitsgruppe findet in der Nord- und Ostsee sowie im Wattenmeer statt. Dabei spielen die Hoheitsbereiche sowie die AWZ von Deutschland eine besondere Rolle. Daneben finden aber auch Studien mit überregionalem Bezug im Nordost-Atlantik statt. Einzelne Forschungsprojekte laufen in Nordamerika (Atlantik vor Ostkanada, Gulf of St. Lawrence, Gulf of Alaska) und in den Auftriebsgebieten von Südamerika (Humboldtstrom) und dem südlichen Afrika (Benguela).


Aktuelles zu Präsentationen und neuen Webseiten aus der Arbeitsgruppe.

Mehr Information zu laufenden Forschungsarbeiten unter Projekte.




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