Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Forschungs- und Technologiezentrum Westküste

         
 
FTZ-Logo
 

AG Seevogelökologie (SAG)



Projekt:
Modellierung von Nahrungssuchstrategien von Seevögeln mittels Geographischen Informationssystemen (GIS) und Habitatanalysen im Nordpazifik

Förderer:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (GA 617/5-1)

Ansprechpartner:
Jana Kotzerka, Dr. Stefan Garthe

Kooperationspartner:
Dr. Scott Hatch, US Geological Survey, Alaska Science Center, 4210 University Drive, Anchorage, AK 99508, USA


Seevögel sind Top-Prädatoren des marinen Nahrungsnetzes und verbringen die meiste Zeit ihres Lebens auf dem Ozean. Ihre Verbreitung auf See, aber auch die ihrer Kolonien, wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Dies sind zum Beispiel die Verteilung ihrer Nahrungsorganismen, ozeanographische und klimatische Parameter als auch anthropogene Aktivitäten wie die Fischerei. Deshalb können Seevögel als Indikatoren zur Beobachtung von sich ändernden Umwelt- und Klimabedingungen herangezogen werden.
Die marine Umwelt ist stetig im Wandel. Dies hat einen tief greifenden Einfluss auf das marine Ökosystem, da sich Meeresströmungen, Primärproduktion und direkte Nahrungsverteilung ändern können und damit letztlich auch die Produktivität und Überlebensrate der Seevögel beeinflussen.
Neuste technologische Entwicklungen machen es möglich, Untersuchungen von Seevogelverteilungen und Nahrungssuchstrategien direkt mit Umweltdaten zu verbinden, die zur selben Zeit und am selben Ort gemessen wurden. Diese Geräte erlauben es, die Positionen der Vögel zu bestimmen und gleichzeitig verschiedene Umweltparameter, wie z. B. die Temperatur, den Druck und die Salinität zu messen. Dies stellt eine der besten Möglichkeiten dar, die Ökosystemanforderungen von marinen Vögeln in so abgelegenen Regionen wie dem Nordpazifik zu verstehen. Die Beschreibung der Habitatanforderungen dieser Vögel ist deshalb essentiell für das Management von Ökosystemen und die Entwicklung von Umweltschutzbestimmungen.

Wir beabsichtigen, diese neuen Technologien für die Untersuchung von Nahrungssuchstrategien von Seevögeln im Nordpazifik einzusetzen und damit auch die Seevogel-Habitatbeziehungen besser verstehen zu können. Diese innovative Methode soll es uns erlauben, Hinweise auf die Auswirkungen von biotischen und abiotischen Faktoren auf das Verhalten von Seevögeln zu geben. Zusätzlich werden wir Daten bezüglich ihres Brutverhaltens, ihrer Brutbiologie und Aktivitätsmuster aufzeichnen und Speiballenanalysen durchführen um ihre Nahrungswahl zu untersuchen.
Ziel dieser Studie ist es, in dem bisher wenig erforschten Gebiet des Nordpazifiks das Verhalten auf See von ausgewählten, im Untersuchungsgebiet brütenden Seevogelarten wie Alken, Möwen und Kormoranen (Gelbschopflund Fratercula cirrhata, Dreizehenmöwe Rissa tridactyla und Pelagischer Kormoran Phalacrocorax pelagicus) mit modernen Methoden zu untersuchen. Diese Vogelarten umfassen planktivore und piscivore Arten, die küstennah bzw. küstenfern nach Nahrung suchen. Durch die Auswahl dieser Arten sind wir in der Lage, ein großes Spektrum verschiedener von Seevögeln genutzten Habitate zu untersuchen. In Abhängigkeit von für diese Gebiete typischen ozeanographischen, hydrographischen und klimatischen Parametern sollen die Ergebnisse mit Hilfe von Geographischen Informationssystemen (GIS) und Habitatdaten modelliert werden. Ziel ist es, großflächige Informationen für den Umweltgradienten in der Subarktis und Arktis brütender Seevögel mittels räumlicher Vorhersagen zu erhalten.

Porträt eines Pelagischen Kormorans fliegende Dreizehenmöwen fliegender Gelbschopflund


Zuständig für die Pflege dieser Seite: Webmaster