Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Forschungs- und Technologiezentrum Westküste

         
 
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AG Seevogelökologie (SAG)



Projekt:
Erfassung von Meeressäugetieren und Seevögeln in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee (EMSON)

Förderer:
Bundesamt für Naturschutz (FKZ 802 85 260)

Ansprechpartner:
Marine Säuger: Anita Gilles, Dr. Ursula Siebert
Seevögel: Nicole Sonntag, Tanja Weichler, Bettina Mendel, Dr. Stefan Garthe

Seit 1992 sind die Mitgliedstaaten der EU verpflichtet, ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten zu schaffen. Vorgabe dazu liefert die europäische Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Diese Schutzgebiete bilden zusammen mit den europäischen Vogelschutzgebieten (gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie) das EU-weite Schutzgebietssystem NATURA 2000.

Das vorliegende Forschungsvorhaben dient der Erfüllung der Verpflichtungen des Bundesamtes für Naturschutz, die sich aus der EU-FFH- bzw. EU-Vogelschutz-Richtlinie sowie aus der Neuregelung des Bundesnaturschutzgesetz (BnatSchG) im April 2002 ergeben. So müssen entsprechend § 38 BNatSchG in der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee (12-200 Seemeilen, d.h. außerhalb der Hoheitsgewässer Deutschlands) vom Bundesamt für Naturschutz Vorschlagsgebiete für das NATURA 2000-Schutzgebietssystem identifiziert werden. Um diese Vorgaben erfüllen zu können, müssen innerhalb der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee u.a. die Vorkommen und die räumliche und saisonale Verteilung von Seevögeln und Meeressäugern erforscht werden sowie deren Hauptverbreitungsgebiete abgegrenzt werden.

Die in deutschen Gewässern heimischen Meeressäuger sind der Schweinswal (Phocoena phocoena), der Seehund (Phoca vitulina) und die Kegelrobbe (Halichoerus grypus). Im Teilprojekt Meeressäuger wurden in den Jahren 2002 und 2003 je drei Detailgebiete in Nord- und Ostsee vom Bundesamt für Naturschutz zur Befliegung vorgegeben (Abb. 1), die vier Mal pro Jahr beflogen werden sollten. Seit Januar 2004 (bis November 2005) wird nur noch das Detailgebiet „Sylter Außenriff“ in der Nordsee, das als besonders wertvoller Lebensraum für Schweinswale identifiziert wurde, im monatlichen Turnus beflogen. Die Berichte sowie weitere Informationen finden Sie auf der Natura 2000 Homepage des BfN:
http://www.habitatmarenatura2000.de/.

Im Teilprojekt Seevögel wurden in einer ersten Untersuchungsphase durch umfassende Schiffs- und Flugzeugzählungen in ausgewählten Untersuchungsgebieten in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee das Vorkommen und die räumliche Verteilung von Seevögeln erfasst sowie deren Hauptverbreitungsgebiete abgegrenzt. Die beiden Gebiete „Östliche Deutsche Bucht“ (Nordsee) und „Pommersche Bucht“ (Ostsee) konnten dabei als besonders wertvolle marine Lebensräume identifiziert werden und wurden im Mai 2004 als EU-Vogelschutzgebiete der EU-Kommission gemeldet. In der zur Zeit laufenden zweiten Phase des Teilprojektes werden diese Gebiete intensiv untersucht, um vertiefende Aussagen zu Verhaltens- und Aktivitätsmustern von Seevögeln zu ermöglichen sowie gebietsspezifische Erhaltungs- und Entwicklungsziele zu formulieren und neue Erkenntnisse zur Eingriffsbewertung im Zuge von Plänen und Projekten in marinen NATURA 2000-Gebieten zusammenzustellen. Der Abschlussbericht ist hier zum Download erhältlich (8 MB).


Study area EMSON
Abb. 1: Untersuchungsgebiete im Rahmen von EMSON: D-Doggerbank, S-Sylter Außenriff, B-Borkum Riffgrund; F-Fehmarnbelt, K-Kadetrinne, P-Pommersche Bucht.


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