Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Forschungs- und Technologiezentrum Westküste

         
 
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Meldungen aus dem Forschungs- und Technologiezentrum Westküste



DO-G Präsident

Autor: Dr. Ulrike Kubetzki
Erscheinungsdatum: 22.10.2012

"Privatdozent Dr. Stefan Garthe ist neuer Präsident der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft e.V."

Am Samstag, 6.10.2012 wurde er auf der 145. Jahrestagung des Vereins in Saarbrücken im Rahmen der Mitgliederversammlung gewählt.
Stefan Garthe tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Franz Bairlein, Direktor des Instituts für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ an, der den Verein 11 Jahre lang leitete.

Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft e.V. (DO-G) wurde 1850 gegründet und hat rund 2.000 Mitglieder. Damit ist sie eine der ältesten und mitgliederstärksten wissenschaftlichen Vereinigungen in Europa.
Nobelpreisträger Nikolaas Tinbergen und Konrad Lorenz traten ihr ebenso bei wie die Naturschützer und Tierfilmer Heinz Sielmann und Bernhard Grzimek.

Primäre Ziele des Vereins sind die Förderung der Vogelforschung, u.a. durch die Herausgabe der Zeitschrift "Journal of Ornithology" (vormals "Journal für Ornithologie", gegründet 1853), die Organisation regelmäßiger Jahrestagungen, sowie fachliche und finanzielle Hilfestellung bei der Durchführung von Forschungsvorhaben mit Hilfe eines speziellen Forschungsfonds. Für herausragende wissenschaftliche Arbeiten werden zudem Förderpreise vergeben.





Seevögel als Indikatoren für die Müllverschmutzung der Meere

Kunststoffe haben unsere Welt bereichert: Sie sind preiswert, vielseitig und endlos haltbar. Gerade die Langlebigkeit von Plastikwaren hat sich inzwischen zu einem Problem globalen Ausmaßes entwickelt. Unverrottbarer Plastikmüll gelangt aus Haushalten, Industrie Landwirtschaft und Schifffahrt in die Ozeane und kann jahrzehntelang im Wasser treiben. Er baut sich nicht wie organische Stoffe ab und wird Teil des natürlichen Kreislaufs, sondern zerfällt in immer kleinere Plastikteilchen, die irgendwann sogar im Plankton zu finden sind. Er setzt Gifte und Chemikalien frei, die auch in unsere Nahrungskette gelangen können. Viele Seevögel bauen zudem ihre Nester aus angeschwemmten Plastikteilen oder verwechseln sie mit Nahrung - eine tödliche Gefahr für die Vogelparadiese an Nord- und Ostsee.
In den Fernsehbeiträgen wird u.a. über die Forschungsarbeiten des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste (FTZ) berichtet, die von Dipl.-Biol. Nils Guse von der Arbeitsgruppe Seevogelökologie zum Thema "Plastikmüll in Mägen von Eissturmvögeln als Indikator für die Müllbelastung der Nordsee" durchgeführt wird. Zahlreiche verendete Eissturmvögel hat Nils Guse bisher untersucht. Diese Vögel sind Allesfresser und ernähren sich normalerweise von Fischen, aber auch von Fischereiabfällen, Kadavern und Plankton, den Plastikmüll verwechseln sie vermutlich mit Nahrung. Zurzeit wird in den Mägen von über 90% der in Deutschland gestrandeten Eissturmvögel Plastikmüll gefunden. Da Eissturmvögel unverdauliche Nahrungsbestandteile nicht auswürgen, sammelt sich der Kunststoff im Magen an. Dadurch können die Tiere weniger natürliche Nahrung aufnehmen. Außerdem kann die Magen- und Darmwand verletzt werden und die Vögel nehmen Schadstoffe über den Müll auf. Bei einem Teil der Tiere ist so viel Plastikmüll zu finden, dass Magen und Darm vollständig blockiert sind und sie schließlich verhungern.


ZDF Planet E
Sendung vom 08.07.2012

Thema: Müllhalde Meer

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite#/beitrag/video/1676318/M%C3%BCllhalde-Meer



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