Deutsch-französische Seminarreihe
Séminaires franco-allemands

Nach den deutsch-französischen Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Elysée-Vertrages und der im Anschluss daran erfolgten Debatte um den aktuellen Stand und um die Zukunft Europas, möchte das binationale Seminar einschlägige Europa-Konzepte hinsichtlich ihrer Gültigkeit und Tragfähigkeit überprüfen und ggf. dahingehend im Rahmen der in Kiel 2014 (07.-12. April) und Paris 2015 (14.-23. März 2015) stattfindenden Veranstaltungen erweitern und weiterdenken. Die Generation heutiger Studierender ist in einem neuen Europa aufgewachsen, sodass die klassischen Modelle einer gemeinsamen Kulturtradition, die Europa begründen – wie z. B. von Edgar Morin oder Rémi Brague konzipiert – einer kritischen Betrachtung unterworfen werden müssen.

Das Seminar wird unter folgenden Leitfragen durchgeführt: Wie können neue Europa-Modelle und Konzepte der europäischen Kultur aussehen? Was bedeutet Europa für die jungen Menschen heute? Wie die Geschichte gezeigt hat, ist das europäische Denken am wirkungsvollsten, wenn es aus Momenten der Krise heraus entsteht (etwa im Zusammenhang mit bzw. nach den beiden Weltkriegen). Wie können wir also die aktuelle Krise des europäischen Denkens nutzen? Wie können die deutsch-französischen Perspektiven ihr Wirkungspotenzial für ein neues Europa entfalten? Wie können wir Länder und Bevölkerungsgruppen Europas in eine solche Reflexion integrieren, die traditionell nicht im Fokus standen? Wie kann eine junge Generation, die bereits mit den Institutionen der Europäischen Union aufgewachsen ist, deren Gründungsideen wieder aufgreifen und weiterführen?